Wetten auf die Australian Open in der Schweiz – zwei Bewilligungen, eine geschlossene Liste und eine Marge, die niemand bewirbt
Stand: 29. Oktober 2026 — Bewilligungen und Veranstalterangaben geprüft gegen die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) und die veröffentlichten Spielregeln von Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport.

Die Australian Open 2026 sind entschieden: Carlos Alcaraz holte den Herrentitel, Jelena Rybakina den Damentitel, gespielt wurde vom 18. Januar bis 1. Februar in Melbourne. Die nächste Ausgabe steht vom 17. bis 31. Januar 2027 im Kalender, und genau darum geht es hier. Wer in der Schweiz auf ein Grand-Slam-Turnier setzen will, kann das bei zwei Veranstaltern tun und bei sonst niemandem. Nicht weil die Auswahl klein wäre, sondern weil die Kantone sie klein gehalten haben: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, mehr Veranstalter lässt das Geldspielgesetz für Sportwetten nicht zu.
Bevor irgendwo ein Preisvergleich beginnt, steht deshalb eine andere Frage im Raum: Was kostet der Zugang zu diesem Markt, und was kostet er einen, der ihn umgeht? Ein Auslandskonto aufzumachen ist heute eine Sache von Minuten. Der Verzicht darauf ist der eigentliche Preis des Schweizer Modells — geschlossene Ereignislisten, ein Wohnsitzkriterium, ein Einzahlungskonto auf den eigenen Namen. Dafür gibt es Schweizer Recht, ein Sperrregister, das tatsächlich greift, und Gewinne, die unter dem Steuerfreibetrag steuerfrei ankommen.
Umgekehrt ist der Rabattpreis des Auslands kein Sonderangebot, sondern eine Rechnung mit offenem Ende: keine Bewilligung, kein Eintrag im Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Der folgende Text geht diesen Weg in der Reihenfolge ab, in der ein Spielender ihn tatsächlich trifft — Rechtslage, Spielerschutz, Quoten, Spielplan, Vergleich, Einordnung.
Rechtslage: zwei Bewilligungen, eine geschlossene Liste und kein legales Hintertürchen
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) regelt sie seit dem 1. Januar 2019, und die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, die auf dem Geldspielkonkordat beruht. Nicht bei der ESBK: die prüft Casinos, sonst nichts. Wer in dieser Materie nach der zuständigen Behörde fragt, bekommt eine Antwort, nicht zwei.

Eine Bewilligung braucht immer zwei Teile — eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel —, und sie gilt nur in der Schweiz. Daraus folgt der Rest: Der Kreis der Anbieter ist nicht durch Marktentscheidungen entstanden, sondern durch eine Festlegung der Kantone auf zwei. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport, und dabei bleibt es. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Was die Bewilligung räumlich einschliesst und wo sie aufhört
Beide Veranstalter haben ein definiertes Gebiet. Sporttip läuft in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Diese Kantone zusammen bilden das Swisslos-Vertragsgebiet. Jouez Sport ist in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zu Hause; die Loterie Romande nennt Lausanne als Sitz, zählt 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende.

Für ein Online-Konto heisst das: Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt müssen im Gebiet liegen, und zwar praktisch im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Genf wohnt, kommt an Jouez Sport, wer in Zürich wohnt, an Sporttip. Ein Wohnsitzwechsel ist die einzige Variable, die ein Spielender in dieser Rechnung selbst beeinflusst — und sie ist eine Rechnung über Jahre, nicht über einen Abend. Ein Konto beim örtlich falschen Veranstalter ist juristisch keine Kleinigkeit, sondern schlicht nicht vorgesehen.
Bei der Registrierung werden mindestens 18 Jahre verlangt, eine bestehende Spielsperre schliesst die Teilnahme aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer seine Personalien nur so ungefähr angeben wollte, kommt hier nicht durch.
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalterin bzw. berichtete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| Rainbet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| DirectionBet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betovo | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Cloudbet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Bahigo | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die Tabelle zeigt die zwei Gruppen, die man nicht verschmelzen darf. Die obere Hälfte steht unter Schweizer Aufsicht. Die untere ist kein Alternativangebot derselben Sache, sondern eine andere Sache: dieselben zehn Zeilen, zwei Rechtsordnungen, und dazwischen liegt das ganze Risiko. Wer die beiden Spalten überfliegt und nur «Wetten auf Tennis» liest, hat bereits den einzigen Fehler gemacht, den dieser Abschnitt verhindern soll.
In der Schweiz erlaubt sind Sportwetten — und nur ein Ausschnitt davon
Erlaubt ist ausschliesslich das Wetten auf Sportereignisse. Auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen lässt sich in der Schweiz nicht setzen. Der erlaubte Umfang ist eine geschlossene Liste: die von der Gespa geführte Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Qualifikationsrunden erscheinen darauf nur, wenn sie ausdrücklich genannt sind, Frauenwettkämpfe ebenso, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe gibt es keine Wetten. Corner- und Kartenmärkte finde ich auf der Liste nicht, und eine Esport-Sektion ebenso wenig. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Livewetten sind zulässig, vor dem Match und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Das Gesetz beschränkt Livewetten nicht auf bestimmte Märkte. Cash-Out dagegen ist nicht geregelt; es steht und fällt mit der Ausgestaltung des jeweiligen Veranstalters, und bei Sporttip ist es ausdrücklich als Funktion des Hauses beschrieben, nicht als Anspruch.
Das ist die Stelle, an der ein Buchmacherkatalog aus Übersee plötzlich sehr voll aussieht. Mehr Märkte sind kein Geschenk, wenn sie aus einem Regelwerk stammen, das in der Schweiz keine Geltung hat. Die geschlossene Liste ist eine Einschränkung und ein Schutz in derselben Zeile — beides stimmt, und beides kostet.
Ausländische Anbieter: dasselbe Wort, ein anderes Rechtsverhältnis
Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft. Das steht in Art. 4 BGS, und es ist keine Formalität. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende selbst wird nicht bestraft — das Bundesamt für Justiz sagt das ausdrücklich —, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Von Schutz oder Fairnesskontrolle ganz zu schweigen.
Und die Werbung dafür? Verboten. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, verstösst gegen Art. 74 Abs. 3 BGS und wird mit Busse bis CHF 500’000 geahndet. Dass ausländische Marken trotzdem präsent sind, ändert an der Rechtslage nichts — es sagt nur etwas über die Durchsetzung von Werbeverboten im Netz. Ich beschreibe diese Anbieter und bewerte sie; eine Empfehlung wird daraus nicht.
Die Sperrliste der Gespa ist das praktische Gegenstück. Schweizer Telekom-Anbieter blockieren die darauf erfassten ausländischen Domains per DNS, gestützt auf Art. 86 bis 93 BGS. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — Domain-Hopping nennt die Gespa das, und sie nennt in diesem Zusammenhang unter anderem bet365 als auf der Liste stehend. Wer glaubt, eine Sperre sei das Ende eines Angebots, unterschätzt die Halbwertszeit solcher Einträge erheblich.
Ich schreibe es so klar, wie ich es meine: Weder ist das Ausland «die sichere Wahl», noch ist das Schweizer Angebot «billiger» im Sinn der Quote. Es sind zwei verschiedene Verträge mit zwei verschiedenen Rechnungen, und beide sollte man lesen, bevor man zeichnet.
Spielerschutz: Limiten, Sperre und was die Auszahlung an Bedingungen hängt
Die Schweizer Limitenlogik fängt bei der Person an, nicht beim Gesetz. Es gibt keine staatlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze. Stattdessen muss der Veranstalter von jedem Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Die Limite setzt man selbst, und genau darin liegt ihr Haken: Eine selbst gewählte Limite ist nur so gut wie die Ehrlichkeit des Moments, in dem man sie setzt.
Bei Swisslos ist das konkret ausgestaltet. Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.
Die 72 Stunden sind der eigentliche Inhalt dieser Regel. Wer nach einem verlorenen Abend erhöhen will, kann das nicht mehr am selben Abend — die Verzögerung ist die Schutzmassnahme, nicht die Zahl daneben. Die Staffelung nach Alter macht daraus ein zweistufiges System: Wer unter 21 ist, spielt mit einem Zehntel der Obergrenze, die sonst offensteht. Das ist eine Entscheidung über Kosten, die niemand im Werbetext erwähnt.
Zugang sperren, dauerhaft oder auf Zeit
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen selbst sperren, für 1 bis 180 Tage, und die Sperre wird vor Fristablauf nicht aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Der Unterschied ist praktisch bedeutsam: Die kurze Variante schaltet ein Produkt ab, die unbefristete schliesst die Person aus dem gesamten regulierten Angebot aus. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer eine Sperre hat oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Diese Passage bleibt nüchtern, weil sie es sein muss. Wer merkt, dass er aufhören will, findet die Sperrfunktion im Spielerkonto, und in der Schweiz ist sie wirksamer als in fast jedem anderen Markt: Eine unbefristete Sperre wirkt über Anbieter- und Casinogrenzen hinweg. Das ist der eine Punkt, an dem das Modell mit zwei Veranstaltern seinem Ruf als enges Angebot widerspricht — hier ist es weit.
Was der Gespa-Testkauf zeigt — und was er über Verkaufsstellen sagt
Eine Zahl hat mich dieses Jahr am meisten beschäftigt. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Nicht in einem Ausnahmefall, sondern in fast jedem zweiten Versuch — und damit beim Altbestand des Vertriebs, nicht beim Online-Konto, wo Ausweisprüfung und Adressabgleich greifen.
Wer die Schweizer Regelung als streng beschreibt, sollte diese Zahl daneben stellen. Der Schutz ist online am dichtesten und an der Verkaufsstelle am dünnsten. Für den Leser heisst das: Die Kontrolle, auf die man sich verlassen kann, ist die eigene Limite, und daneben das Konto, an dem ein Ausweis hängt. Ein Wettschein am Kiosk fragt nach nichts, und er fragt offenbar auch nicht nach dem Geburtsjahr.
Auszahlung nur auf das eigene Konto
Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und eine Kreditierung an Spielende gibt es ebenfalls nicht. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.
Die Umkehr dieses Satzes ist die eigentliche Information: Der Weg vom Gewinn zum Konto hat in der Schweiz immer einen Namen auf beiden Seiten. Das schliesst eine Reihe von Bequemlichkeiten aus, die ausländische Konto-Eröffnungen so mühelos wirken lassen. Ich halte diesen Nachteil für einen Preis, den man bewusst zahlt, nicht für ein Versehen.
Und noch eine Warnung, weil sie oft falsch kolportiert wird: In der Schweiz gibt es kein Instrument, mit dem Banken oder Kartenschemata Zahlungen an unerlaubte Wettseiten blockieren. Wer sich darauf verlässt, verlässt sich auf nichts. Und umgekehrt gibt es keine Steuer auf den Wetteinsatz — die Behauptung, der Einsatz werde besteuert, ist schlicht falsch.
Was der Schweizer Weg konkret kostet
Die Rechnung dieses Abschnitts ist unbequem, deshalb gehört sie hierhin. Der Schweizer Weg kostet freie Anbieterwahl: zwei Veranstalter, und der eigene Wohnkanton entscheidet mit, welcher davon in Frage kommt. Er kostet den Zugang zu Sportarten, Wettarten und Ereignissen, die ausserhalb der behördlichen Liste liegen — Quoten auf einen Trainingslauf, auf eine politische Wahl, auf ein Esport-Spiel bekommt man hier nicht. Er kostet das bequeme Auszahlungsziel, weil das Konto auf den eigenen Namen lauten muss.
Was er dafür liefert, ist ein Rechtsweg, ein Sperrregister, das über Casinos hinweg wirkt, eine Limitenmechanik mit Verzögerung und Gewinne, die unterhalb des Steuerfreibetrags ohne Steuerfolge ankommen. Ich würde keinen dieser Punkte als Kleinigkeit bezeichnen, und ich würde auch nicht behaupten, sie kosteten nichts. Sie kosten die Wahl — und die Wahl ist das, was ein Spielender in einem ungeregelten Markt als Erstes verliert.
Quoten und Wettarten: wo die Marge zwischen den Gewinnchancen steht
Eine Quote ist ein Versprechen über den Ausgang, das der Buchmacher mit einem Abschlag verkauft. Rechnen lässt sich das mit jedem beliebigen Markt. Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Wege-Markt mit je 1,90 auf beide Seiten — ein Rechenbeispiel, kein quotierter Preis und nicht auf ein konkretes Match der Australian Open bezogen.
Die Auszahlungsquote eines Marktes ist eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten; hier also eins geteilt durch die Summe aus 1/1,90 und 1/1,90. Das ergibt rund 0,95, die Marge ist der Rest auf 1 und liegt damit bei etwa 5 Prozent — bei einem völlig symmetrischen Markt. Dreht man die beiden Quoten auf realistischere 1,95 und 1,85, sinkt die Auszahlungsquote auf rund 0,9492 und die Marge steigt knapp über 5 Prozent. Sie liegt also in diesem Beispiel in einem Band von etwa 5 bis 5,3 Prozent, je nachdem, wie schief der Buchmacher die beiden Seiten stellt. Dieses Band und nicht eine einzelne Zahl ist die Erkenntnis: Der Abschlag hängt nicht am Marktnamen, sondern an der Konstruktion der beiden Preise.
Anschaulicher wird es über einen längeren Horizont. Eine 5,3-prozentige Marge bedeutet, dass bei einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt über 100 Wetten zu je CHF 10 rund CHF 1’000 im Spiel sind und der Buchhalter statistisch etwa CHF 53 davon einbehält — rund CHF 5,30 pro Wette, unabhängig davon, wer sie gewinnt. Die Zahl ist ein Durchschnitt, keine Vorhersage für den einzelnen Wettschein; sie sagt nichts darüber, ob eine Wette gewinnt.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: die Marge beim zweiten Mal ist die teure
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese zweite Rundung ist klein, aber sie läuft immer in eine Richtung — nach unten.
Der entscheidende Punkt liegt allerdings woanders. Eine Kombination aus zwei Märkten mit je drei Prozent Marge bezahlt den Abschlag zweimal. Der Buchhalter behält bei jeder Verdopplung der Voraussagen noch etwas, und die Quotenschlüssel der Märkte multiplizieren sich zu einem deutlich kleineren Auszahlungsanteil. Kombiwetten sind deshalb nicht «riskanter, aber lukrativer», sondern zunächst einmal teurer. Wer das weiss, spielt entweder weniger Kombinationen oder begreift den Kombiboost, den praktisch jeder Anbieter bewirbt, als das, was er ist: eine Rückgabe eines Teils dessen, was man auf dem Weg dorthin eingezahlt hat.
Bei Sporttip gilt der Kombiboost nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit jeweiligen Quoten von mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Mindestquote ist die entscheidende Bedingung: Ein Bonus, der eine Preisuntergrenze pro Bein voraussetzt, belohnt nicht Kombinationen, sondern bestimmte Kombinationen — und schiebt den Spieler in Auswahlbereiche, die der Buchmacher selbst definiert.
Was «Quotenboost» und «Prozent auf den Gewinn» wirklich zusichern
Die zweite Werbefamilie heisst Boost. Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; wer vorzeitig auszahlt, verliert den Boost.
Das Wort «Boost» verspricht eine bessere Quote als der Markt hergibt. Der Feinsatz darüber ist die Bedingung: einmal nutzbar, der Einsatz limitiert, und an eine Einzelwette vor dem ersten Aufschlag gebunden. Ein Boost erhöht damit nicht den Erwartungswert über eine Serie von Wetten, sondern die Auszahlung auf genau eine. Wer einen Boost als Kur für die Marge liest, verwechselt eine Werbemassnahme mit einem Preis.
Cash-Out: die Zahl, die immer unter der möglichen liegt
Cash-Out löst eine Wette vorzeitig ein. Bei Sporttip ist der Cash-Out-Betrag tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand der Sportereignisse ab, und Swisslos kann ihn jederzeit ändern. Ein Anspruch auf Cash-Out für alle Wetten besteht nicht. Er ist bei Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten möglich — vor Spielbeginn und live —, aber nur online und nur als vollständiger Ausstieg, ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.
Die Differenz zwischen dem Cash-Out-Betrag und dem möglichen Gewinn ist der Preis der Sicherheit, und sie ist der Punkt, an dem die Funktion für den Buchhalter arbeitet. Der Abstand ist keine Unschärfe, sondern die Gegenleistung dafür, dass das Risiko die Seite wechselt.
Zwei Livewetten-Regeln dazu, die man kennen sollte, bevor man während eines Matches tippt. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. In diesen Momenten erhält man seinen Einsatz zurück, was den Wettstatus neutralisiert — eine direkte Rückzahlung ohne Gewinn oder Verlust.
Und noch ein Detail mit Zähnen: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Eine Kombination aus «Satzgewinn im ersten Satz» und «Matchgewinn» ist genau so ein Fall. Wer sie mit dem üblichen Weg kombiniert, riskiert eine Annullierung statt einer Auszahlung — bei einem Grand-Slam-Turnier mit Satz- und Spielmärkten ist das kein Randfall.
Australian Open: der Spielplan entscheidet, wann welcher Markt etwas wert ist
Die Australian Open sind ein Zweiwochenturnier im Melbourne Park in Melbourne, gespielt auf Hartplatz. Der Belag war bis 2007 Rebound Ace, von 2008 an Plexicushion, und seit 2020 ist es GreenSet. 1905 wurde das Turnier zum ersten Mal ausgetragen, damals im November; die Australasian Lawn Tennis Association war 1904 gegründet worden.
Bemerkenswerter für einen, der dort etwas setzen will, ist die Struktur. Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei. Bei 6:6 wird ein Tiebreak gespielt, im Entscheidungssatz ein Match-Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Zwei Sätze Dameneinzel können 70 Minuten dauern oder zweieinhalb Stunden; das hängt an dieser Regel und nicht am Können der beiden. Die Australian Open 2026 fanden vom 18. Januar bis 1. Februar 2026 statt; für die Ausgabe 2027 sind der 17. bis 31. Januar angesetzt.
Der Kalender ist der Taktgeber für jede Wette. Eine Partie der ersten Runde liegt mitten in der Nacht Schweizer Zeit, ein Final beginnt am frühen Morgen. Wer zu dieser Stunde tippt, tippt nicht schlechter als sonst — die Quoten sind dieselben. Aber das Match läuft live, während der grösste Teil der Schweiz schläft, und Livewetten in den spielentscheidenden Momenten sind genau die Situationen, in denen Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten kann. Der Zeitpunkt des eigenen Tippens ist damit kein Nebenaspekt, sondern ein Teil der Chancenrechnung.
Was das Match-Tiebreak mit Satz- und Spielwetten macht
Der Match-Tiebreak gehört zu den Eigenheiten, die jede Satz- und Spielwette direkt treffen. Zwar geht es im Entscheidungssatz weiterhin um Sätze, aber die Zählweise wird eine andere: ein Tiebreak bis 10 Punkte statt bis 7, mit zwei Punkten Vorsprung — und ohne Obergrenze nach oben, weil es bei 11:10 weitergeht. Und wer im Entscheidungssatz auf die Gesamtzahl der Spiele gesetzt hat, wettet auf einen anderen Zählmodus als in den Sätzen davor.
Für den Spieler heisst das vor allem: Die Varianz steigt dort, wo die Wette am längsten offen ist. Ein Satzergebnis im Entscheidungssatz ist weniger stabil als in Satz eins, und eine Wette auf die Gesamtzahl der Spiele ist im letzten Satz kein Mass für die Dominanz eines Spielers, sondern für die Länge eines Duells, das beide nicht mehr abbrechen können. Tennis ist nebenbei die Sportart, in der einzelne Punkte am wenigsten wert sind und die Spielzahl am meisten — bei 6:6 entscheidet nicht die Klasse, sondern die Serie.
Rekorde als Einordnung: Rekordsieger der Open Era ist Novak Djokovic mit 10 Titeln im Herreneinzel, bei den Damen hält Serena Williams mit 7 Titeln den Rekord. Margaret Court gewann insgesamt 11 Einzeltitel, darunter Titel aus der Zeit vor der Open Era ab 1969. Die Zahlen zeigen, wie viel Geschichte das Turnier trägt — und wie wenig sie über das nächste Jahr aussagen. Wer aus Rekorden Quoten ableiten will, verwechselt Statistik mit Vorhersage, und Vorhersage ist keine Dienstleistung, die irgendwer hier anbietet.
Der Spielplan und was an welchem Tag überhaupt offen ist
Über zwei Wochen schrumpft das Angebot: In den ersten Runden stehen viele Partien gleichzeitig im Programm, in der zweiten Woche weniger. Das entscheidet nicht nur, welche Wetten möglich sind, sondern auch wann. Was jetzt im Kalender steht, ist die Ausgabe 2027 vom 17. bis 31. Januar. Die Meldungen der Feldstärke, die Auslosung und der konkrete Ansetzungsplan der einzelnen Partien entstehen erst im Umfeld des Turniers — wer heute auf ein Erstrundenmatch setzen will, findet kein Match, sondern höchstens einen Titel- oder Turniersieger-Markt.
Wer im Januar vor dem Konto sitzt und ein Nachtmatch sucht, sollte deshalb mit einer Liste und nicht mit einer Eingebung arbeiten. An welchen Tagen sich ein Einzelmarkt lohnt und wann sich eine Kombination überhaupt zusammensetzen lässt, folgt aus dem Ansetzungsplan. Ein Markt, den man nicht findet, kostet nichts; eine Wette, die man zu einer Stunde abgibt, in der man längst nicht mehr nüchtern am Display ist, kostet sehr viel. Und die Limiten, die man im Spielerschutz gesetzt hat, gelten zu dieser Stunde schlicht weiter. Die Australian Open von den eigenen vier Wänden aus zu begleiten ist noch kein Abenteuer, weil man der Zeitverschiebung direkt zuschaut.
Im Kontrast dazu steht die Langzeitwette auf den Turniersieger. Beide Wege spielen um dieselbe Sache, aber nicht mit derselben Mechanik: Die Wette auf eine Nachtpartie lebt von einem einzelnen Satz, die Wette auf den Titel von einer Serie von sieben Partien, in denen eine 1,50er-Quote mehrfach hintereinander zutreffen muss. Was dabei herauskommt, ist eben keine bessere Einschätzung, sondern eine höhere Varianz — und bei jeder Verdopplung der offenen Entscheidungen wächst der Abschlag deutlich schneller als die vermeintliche Belohnung.
Vergleich der zehn Anbieter: bewilligt, referenziert oder gemieden
Beurteilt habe ich die Anbieter nach dem Wettangebot zum Turnier, nach dem, was sie über Limiten sagen, und nach der Frage, wo ein Gewinn am Ende ankommt — nicht nach beworbenen Beträgen. Wer nach Bonusgrössen sortiert, vergleicht Werbeetats; wer nach den drei genannten Kriterien sortiert, vergleicht Bedingungen. Und weil der Markt hierzulande gesetzlich auf zwei Veranstalter begrenzt ist, stehen in dieser Liste zwei Zeilen, die man wählen kann, und acht, über die man informiert sein sollte.
Die acht ausländischen Marken sind untereinander in dieser Hinsicht sehr ähnlich. Sie sind ohne Schweizer Bewilligung tätig, sie stehen nicht im Schweizer Sperrregister und lösen keine Schweizer Rechtsfolge aus, und ihre Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden. Unterschiede zwischen ihnen, die ich auf diesem Blatt belegen könnte, gibt es nach allem, was hier steht, nicht: Ich habe für keine von ihnen Angaben zu einem Schweizer Markt, zu einem Tennisangebot oder zu einer Limitenmechanik vorliegen, die ich gegen eine andere abwägen könnte. Wer eine dieser Adressen prüft, prüft sie selbst — und prüft sie gegen die Sperrliste, nicht gegen die Werbeseite.
Chiffre statt Detail: was man bei einem nicht bewilligten Anbieter nachschauen muss
Bei den bewilligten Veranstaltern stehen die wesentlichen Bedingungen schwarz auf weiss in den Teilnahmebedingungen. Bei den übrigen hängt alles an dem, was der Anbieter selbst veröffentlicht, und das ist von hier aus nicht nachlesbar. Ein Spielender kann das in fünf Minuten selbst klären: die dort genannte Aufsichtsbehörde suchen, den Sitz der Betreibergesellschaft, die Bedingungen zu Limiten und Auszahlungen, und die Klausel zu Streitigkeiten. Fehlt eines davon oder steht es nur auf einer Bonusseite, ist das die Antwort.
Dass eine solche Prüfung mehr Arbeit ist als ein Klick auf «Konto eröffnen», ist keine Nebenbemerkung. Der Zeitaufwand ist der Preis, den ein nicht bewilligter Anbieter dem Spielenden überlässt.
Swisslos Sporttip: das Kontingent, das die Ostschweiz und den Tessin zusammenschliesst
Sporttip ist das Sportwettenprodukt von Swisslos, der Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die ihre Lotterien und Sportwetten auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 stützt. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip, das regionale Kontingent umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, hat einen Veranstalter mit einer Veranstalter- und Spielbewilligung und mit der Gespa als Aufsichtsbehörde — und das ist in diesem Vergleich eine Zuschreibung, die keine der acht übrigen Zeilen für sich beanspruchen kann.
Die Limitenmechanik ist der eigentliche Charakterzug. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Dazu kommt die freiwillige Einzahlungslimite über jeweils 30 Tage. Die Wetteinsätze selbst sind ebenfalls gedeckelt: CHF 1 Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Grenzen jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Regel ist hart und transparent — sie schneidet lange Systemwetten für kleinere Budgets ab, das ehrlich zu sagen.
Rechtlich sauber ist auch der Teilnahmekreis: Sporttip steht Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Registrierung verlangt Ausweis, Adressabgleich und schliesst eine bestehende Spielsperre aus. Und die 47,5 Prozent aus dem Testkauf betreffen die Verkaufsstellen, nicht das Online-Konto: Die Ausweiskontrolle sitzt im Konto, und nur dort sitzt sie wirklich.
Was der Kombiboost weiter gibt, als er verspricht
Der Kombiboost ist das stärkste Argument, das Sporttip auf dem eigenen Markt hat: mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, dann 5 Prozent mehr auf den Nettogewinn bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Nur online, Prematch, Live oder als Systemwette, und mit Limiten auf Einsatz und Gewinnerhöhung. Und der Boost, der auf einer Einzelwette sitzt, verfällt bei einem Cash-Out; den Ausstieg und die Prämie gibt es nicht zusammen.
Man kann diese Staffel als grosszügig lesen oder als Aufforderung. 15 Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind eine lange Kette von Entscheidungen, und bei einem Match-Tiebreak genügt ein einziger schlechter Punkt, um sie zu kippen. Vor allem aber: Wenn man die Multiplikation der Quotenschlüssel über die Beine hinweg durchrechnet, restituiert der Boost am oberen Ende einen Teil dessen, was die Marge unterwegs eingesammelt hat. Ein Boost von 100 Prozent klingt nach Verdoppelung; er bezieht sich auf den Nettogewinn und nur auf die Erhöhung dieses einen Wettscheins. Dass Sporttip hier zwei Prozentpunkte mehr gibt, während die Bauernte schon eingefahren ist, ist die fairste Art, es zu sagen: Die Staffel ist ein Preisnachlass auf ein Produkt, dessen Preis vorher gestiegen ist.
Steuerlich ist Sporttip der ruhige Hafen. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesbetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Erst darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration in der Steuererklärung zurückholt. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Praxis — Thurgau etwa — Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Und der Steuerfreibetrag ist je nach Kanton anders; wer es genau wissen will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung. Der typische Spielende gewinnt weit unterhalb der Schwelle und zahlt auf den Gewinn gar nichts.
Die Sporttip-Regeln zur regulären Spielzeit gehören zum Kleingedruckten, das man trotzdem kennen sollte: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Beim Tennis greift der Zusatz seltener, aber die Logik gilt: Was zum Ereignis gehört, muss im Programm stehen, sonst gehört es nicht zur Wette.
Mein Urteil. Wer im Vertragsgebiet wohnt und die Nachtmatches nicht aus einer Regung heraus spielt, sondern mit gesetzten Limiten, findet bei Sporttip die dichteste Schutzmechanik des ganzen Schweizer Marktes — und den einzigen einfachen Weg, auf den Turniersieger zu setzen, ohne später über die Steuererklärung nachzudenken. Der Abschlag gegenüber einem Offshore-Konto ist die geschlossene Ereignisliste, und der ist kleiner als das, was draussen auf dem Spiel steht.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Regelwerk, ein anderes Vertragsgebiet
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie sitzt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Wie Swisslos arbeitet sie mit einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS unter Gespa-Aufsicht, und wie Swisslos ist sie keine Wahl innerhalb eines Kantons, sondern eine Wahl des Kantons.
Wer im Wallis oder in Genf wohnt, hat damit dieselbe Konstellation wie ein Zürcher bei Sporttip: einen bewilligten Veranstalter, ein Kontingent, das nicht verhandelbar ist. Wer zwischen den Gebieten wohnt, hat eine echte Alternative; wer nicht, hat keine, und das ist die Eigenart dieses Marktes. Ein Wohnsitzwechsel ist die einzige Variable, die ein Spielender selbst kontrolliert — aber es ist eine Rechnung über Jahre, nicht über einen Abend.
Die Verkaufsstellen sind im Westen stärker im Alltag verankert als im Rest des Landes, und sie sind derselbe Vertriebskanal, für den die Gespa im Jahr 2025 die Minderjährigenquote von 47,5 Prozent gemessen hat. Ein Online-Konto ersetzt diesen Weg nicht, es ist der bessere.
Steuerlich gilt dasselbe Regime wie bei jeder Schweizer Sportwette: bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei, darüber 35 Prozent Verrechnungssteuer, zurückholbar über die Steuererklärung, mit einem je nach Kanton abweichenden Betrag. Wer seine Wette im Wallis abgibt, prüft also die kantonale Schwelle — sie ist für einen Westschweizer nicht dieselbe wie für einen Tessiner, und «je nach Kanton» ist in diesem Punkt keine Floskel, sondern der einzige belastbare Satz.
Mein Urteil. Ob Jouez Sport für einen Westschweizer das bessere Konto ist, entscheidet nicht die Marke, sondern der Wohnsitz: Bei zwei Veranstaltern mit demselben Regelwerk, derselben Aufsicht und demselben Steuerrahmen gibt es kein Qualitätsargument, das den einen vom anderen trennt — nur die Provinzgrenze auf der Karte.
Nicht bewilligte Anbieter: Rainbet und sieben weitere — dasselbe Muster, kein Schweizer Recht
Rainbet, BassBet, DirectionBet, Betovo, Rollbit, Sportuna, Cloudbet und Bahigo stehen hier in der Liste, weil Schweizer Spielende ihnen im Netz begegnen, nicht weil sie eine Option wären. Keine der acht Marken hat eine Schweizer Bewilligung. Eine berichtete Lizenz aus welcher Jurisdiktion auch immer entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Keine von ihnen ist an das Schweizer Sperrregister angebunden, und keiner Schweizer Rechtsweg steht offen. Ihre Domains können auf die Gespa-Sperrliste kommen und dann per DNS blockiert werden — mit der Einschränkung, dass blockierte Domains innerhalb von Stunden ersetzt werden.
Ein Punkt, den ich klar hinstellen will, weil er in Listen gern untergeht: Sportwetten ohne Bewilligung zu veranstalten ist strafbar, bis zu fünf Jahre bei gewerbsmässigem Betrieb. Bestraft wird der Betreiber, der Spielende nicht. Zugriff und Auszahlung setzt man bei Betreibern, gegen die ein Verfahren laufen kann, entsprechend auf ein Risiko, das man nicht beeinflussen kann — bis hin zur Einziehung von Einsätzen und Gewinnen.
Bei jedem einzelnen dieser acht Anbieter stellt sich die nämliche Frage, und sie lässt sich nur vor der Kontaktaufnahme beantworten:
- Steht die Domain auf der Gespa-Sperrliste?
- Wer betreibt die Seite, und wo?
- Welche Aufsichtsbehörde ist genannt, und lässt sich das überprüfen?
- Sind die fünf Minuten für diese drei Fragen heute drin — oder erst später?
Nein heisst: Finger weg. Ein «weiss ich nicht» heisst dasselbe, nur mit mehr Zeit bis zur Einsicht. Bei einem Anbieter, gegen den ein Verfahren laufen kann, hängt das Geld nicht an der eigenen Einschätzung, sondern an der Vollstreckbarkeit im Ausland — und die ist bei Schweizer Einsätzen nicht durchsetzbar, weder nach Vertrags- noch nach Völkerrecht.
Mein Urteil. Wer über diese Marken nachdenkt, tauscht einen Schutzmechanismus gegen eine Kontoeröffnung in fünf Minuten. Der Handel ist nicht einmal schlecht versteckt — es ist genau der Punkt, an dem ein Grand-Slam-Turnier mit seinen Nachtmatches am teuersten wird: unbeaufsichtigt, ungesperrt und ohne Rechtsweg.
Einordnung: was zwei Veranstalter für den Spielenden bedeuten
Was hier zusammenläuft, lässt sich in drei Verhältnissen zusammenfassen.
Zuerst die Marge. Eine Quote steht nie neutral, sie enthält den Abschlag ihres Buchhalters. Ein illustrativer Zwei-Wege-Markt mit je 1,90 liefert eine Auszahlungsquote von rund 0,95 und damit etwa 5 Prozent Marge; stehen die Quoten bei 1,95 und 1,85, steigt sie auf knapp über 5 Prozent. Bei einem ausgeglichenen Markt heisst das: Von jedem in Wetten umgesetzten Franken bleiben über die Serie gerechnet rund fünf Rappen beim Anbieter, nicht bei den Wettenden. Das ist keine Schweizer Eigenheit — es ist die Mechanik jedes Buchmachermarktes, und sie ist der Grund, weshalb ein genauer Vergleich der Preise mehr bringt als jede Bonusjagd.
Zweitens die Bedingungen. Bei zwei bewilligten Veranstaltern sind die Differenzen nicht im Produkt, sondern in den Konditionen: Höchsteinsatz und Mindestquote entscheiden darüber, für wen ein Kombi- oder Quotenboost überhaupt erreichbar ist. Bei acht nicht bewilligten Anbietern fehlen diese Daten. Aus der Marge folgt eine praktische Konsequenz, die manche überrascht: Eine Kombination aus zwei Märkten mit je drei Prozent Marge zahlt den Abschlag zweimal, weil sich die Quotenschlüssel multiplizieren. Kombinationen sind nicht rentabler, sondern teurer, und ein Bonus, der darauf sitzt, holt höchstens einen Teil zurück.
Drittens die Rechtsfolge. Der Steuerfreibetrag liegt bundesweit bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn ab dem 1.1.2026, davor bei CHF 1’070’400, und die kantonale Schwelle daneben ist je nach Kanton verschieden. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückkommt. Bei ausländischen Anbietern gibt es keine Verrechnungssteuer, dafür kann dieselbe kantonale Praxis den Gewinn ganz als Einkommen behandeln. Wer eine Wette vorbereitet, sollte die Zahl vorher kennen und nicht nachher entdecken.
Beide Wege sind also nicht «richtig» und «falsch», sondern zwei Verträge mit unterschiedlichem Preis. Der eine kostet Auswahl; der andere kostet den Rechtsweg, das Sperrregister und die Gewissheit, wo das Geld liegt, wenn das Match gelaufen ist. Wer Wochen-Jahres-Beträge spielt, bezahlt die Schweizer Enge mit einem Bruchteil der möglichen Verluste; wer nur ein Finale schauen und nebenbei eine Kleinigkeit setzen will, findet beim Ausland nichts, was den Verzicht auf einen Rechtsweg aufwiegt.
Und wenn man alles zusammennimmt: Melbournes zwei Wochen sind für einen Schweizer Kontoinhaber ohnehin ein Rhythmus, der quer zum Alltag liegt. Von einem bewilligten Konto aus gesehen ist das ein Kalender, von einem gesperrten aus gesehen eine Falle im Dunkeln. Die Einordnung, die am schnellsten wirkt, ist deshalb die banalste: die Limite vor dem Turnier, nicht während der Nacht setzen.
Häufige Fragen zu Wetten auf die Australian Open in der Schweiz
Wann fand die letzte Ausgabe statt, und wann terminiert die nächste?
Die Australian Open 2026 liefen vom 18. Januar bis 1. Februar 2026 in Melbourne; gewonnen haben Carlos Alcaraz im Herreneinzel und Jelena Rybakina im Dameneinzel. Die Ausgabe 2027 ist auf den 17. bis 31. Januar 2027 angesetzt. Ein Markt für einzelne Partien entsteht erst mit dem Ansetzungsplan.
Ist Wetten auf die Australian Open in der Schweiz erlaubt, und bei wem?
Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und nur bei zwei bewilligten Veranstaltern möglich: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Jeder dient seinem eigenen Gebiet, und das Online-Konto setzt Wohnsitz in diesem Gebiet voraus. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Wirkung.
Wie wirkt sich der Match-Tiebreak im Entscheidungssatz auf Satz- und Spielwetten aus?
Im Entscheidungssatz wird bei 6:6 ein Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt. Eine Wette auf Satz und Spielausgang hängt damit am selben Duell, aber an einer Zählweise, die mehr Varianz trägt als ein Satz zuvor. Wer auf die Gesamtzahl der Spiele gesetzt hat, wettet dort auf einen anderen Modus als in den Sätzen davor.
Wie rechne ich den Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten; aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und dann auf 5 Rappen abgerundet. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist eins geteilt durch die Summe der Quotenkehrwerte. Bei 1,90 gegen 1,90 ergibt das rund 0,95 und etwa 5 Prozent Marge; bei 1,95 gegen 1,85 steigt die Marge knapp über 5 Prozent.
Welche Verlustlimiten gibt es, und wie bekomme ich eine Sperre?
Limiten setzt man selbst. Bei Swisslos sind für 1, 7 und 30 Tage Werte zu wählen, mit Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren; eine unbefristete Sperre wird schweizweit registriert und gilt auch für Casinos.
Wie funktioniert der Steuerfreibetrag, und was heisst «je nach Kanton»?
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei — ab dem 1.1.2026 sind das CHF 1’071’000 auf Bundesebene, 2025 waren es CHF 1’070’400. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man in der Steuererklärung zurückholt. Die Kantone haben eigene Schwellen, daher «je nach Kanton».
Tennis – dartstippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»
