Sportwetten-Apps in der Schweiz im Vergleich — zwei dürfen es, acht sind es nicht
Rechtsstand und Bewilligungsangaben geprüft am 29. Oktober 2026 gegen die Angaben von Gespa, Swisslos und Loterie Romande.

Wer «beste Sportwetten App Schweiz» sucht, erwartet eine Rangliste unter Gleichen. Die gibt es nicht. Wer in der Schweiz eine Wette auf ein Fussballspiel abgeben will, hat eine Bewilligungslage vor sich, keine Angebotsvielfalt: Zwei Veranstalter dürfen Sportwetten durchführen, beide gehören den Kantonen, beide haben ein eigenes Vertragsgebiet, und dazwischen liegt eine Landesgrenze, die für den Zugang zum Spielerkonto härter ist als für den Grenzverkehr. Alles, was im App Store sonst noch unter «Sportwetten» firmiert, darf hier nicht angeboten werden. Das Bundesgesetz über Geldspiele ist an dieser Stelle nicht kompliziert, es ist nur unbequem.
Dazu kommt die Schweizer Besonderheit, dass Kosten hier nicht beim Wettanbieter anfangen. Eine Bewilligung deckelt den Markt, eine Verlustlimite deckelt das eigene Konto, eine Spielsperre deckelt den Zugang, und die Auszahlung geht an ein Konto, das auf den eigenen Namen lauten muss. Vier Kontrollen, von denen drei der Wettende selbst in der Hand hat. Wer versteht, was sie kosten, versteht auch, warum der Vergleich zweier Apps so viel kürzer ausfällt als in Deutschland.
Sporttip heisst das Sportwettenprodukt von Swisslos, Jouez Sport das der Loterie Romande. Die eine bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, die andere die sechs Westschweizer Kantone. Ein Konto lässt sich nur dort eröffnen, wo man wohnt. Wer umzieht, merkt das schneller als ihm lieb ist.
Ist die App bewilligt? Die Rechtslage entscheidet, nicht die Store-Suche
Sportwetten gelten in der Schweiz als Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e). Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit 1.1.2021 in Kraft ist. Nicht die ESBK — die prüft Casinos, und wer die beiden Behörden verwechselt, sucht seine Bewilligung im falschen Register.

Zwei Bewilligungen braucht es, nicht eine: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung je Spiel (Art. 21–25 BGS). Und beide gelten «nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Genau dieser Satz entscheidet über die halbe Seite hier. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst woher hat in der Schweiz keine Wirkung, egal wie seriös die Urkunde aussieht und wie gross sie im Fussbereich der Webseite abgebildet ist.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb ist die Liste der bewilligten Sportwetten-Apps keine Auswahl, die man erweitern könnte, sondern eine abschliessende Aufzählung: Swisslos mit Sporttip, Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt keine weitere Bewilligung und folglich auch keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Zwei Veranstalter, ein Modell, zwei Vertragsgebiete
Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Sportwettenprodukt läuft unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Was das den Nutzer kostet, ist unspektakulär und trotzdem spürbar: Der Wohnsitz entscheidet, welche der beiden Apps überhaupt in Frage kommt. Ein Deutschschweizer kann Jouez Sport nicht als Ausweichlösung nutzen, ein Waadtländer nicht Sporttip. In der Praxis heisst das für viele Leser, dass die Wahl zwischen zwei Apps gar keine Wahl ist — sie ist eine Zuweisung. Es gibt keine kantonale Bewilligung, die man in einem anderen Vertragsgebiet einlösen könnte. Einzige Ausnahme bleibt Liechtenstein, das dem Swisslos-Gebiet zugeschlagen ist. Wer in Genf wohnt und in Basel arbeitet, spielt westlich, nicht nördlich.
Spielerschutz in der App: wer die Zahlen setzt, wenn nicht der Anbieter
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Das ist keine Empfehlung in einem Hinweisfenster, das man zweimal wegklickt, sondern eine Bedingung, ohne die der erste Wettschein nicht zustande kommt. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine bereits hinterlegte Limite lässt sich jederzeit senken, sie gilt dann sofort. Eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden.
Diese Asymmetrie ist der eigentliche Kern des Mechanismus und der schlauste Teil daran. Wer im Frust die Limite hochsetzen will, muss drei Tage warten und in dieser Zeit noch einmal nachdenken. Wer sie senkt, bekommt keinen Widerstand. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.
Was die Limite in der Praxis wert ist
Die Oberlimite von CHF 9’999 klingt grosszügig, bis man sie neben den Höchsteinsatz legt. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Der Vergleich dieser beiden Zahlen zeigt, wofür die Verlustlimite gedacht ist und wofür nicht. Ein Kontoinhaber ohne eigene Limite könnte an einem einzigen Abend zehn Mal den Höchsteinsatz einer Einzelwette platzieren und damit die Swisslos-Oberlimite rechnerisch schon ausfüllen. Das Gesetz verlangt die Limite, der Veranstalter setzt die Oberlimite, und dazwischen liegt der Bereich, in dem der Wettende sich selbst begrenzen muss. Wer nur die Oberlimite einträgt, hat eine Formalität erfüllt und keine Grenze gesetzt. Die Verantwortung für die Zahl liegt beim Spielenden — der Gesetzgeber verlagert sie ausdrücklich dorthin.
Schweizweit existiert keine staatlich festgesetzte Einzahlungsobergrenze. Das ist der Unterschied zu Ländern, in denen es einen pauschalen Deckel für alle gibt. Wer hier auf einen solchen wartet, wartet vergebens und sollte in der Zwischenzeit die eigene Limite als das behandeln, was sie ist: eine Zahlungskontrolle mit Verzögerung auf nur einer Seite.
Spielsperre, Register, Dauer: die Bremse mit Frist
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren — ohne Aufhebung vor Fristablauf, und daran führt kein Weg vorbei. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in ein schweizweites Register eingetragen und gilt dann auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Die Spielsperre nach Art. 80–82 BGS erfasst die Sperrung überschuldeter oder suchtgefährdeter Personen und die Selbstsperre; sie wird in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen geführt. Wer auf eigenen Wunsch gesperrt ist, kommt erst nach drei Monaten wieder heraus (Art. 84 VGS), und das ist keine Frist für ein Formular, sondern für eine Fachstelle, die nach Art. 81 BGS mitwirkt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss der Anbieter anbieten (Art. 89 VGS).
Diese Passage bleibt nüchtern, weil sie es sein muss: Der Preis der unbefristeten Sperre ist die Gesamtwirkung. Sie deckt Sportwetten, Casinos und die Casinos im Fürstentum mit ab. Wer sie auslöst, um ein Fussballwetten-Problem zu lösen, sperrt sich gleichzeitig aus der Spielbank aus. Das ist beabsichtigt und für manche der Punkt, an dem sie zögern — zögern ist hier aber besser als das Gegenteil.
Ein Detail aus dem Werbeteil, das nicht in die Nähe eines Zaunpfahls gehört, sondern in eine Zeile: Eine Lotterie, ein Spiel oder eine Wette mit verkürzter Gewinnchance ist in der App gekennzeichnet. Und aus dem Prüfbericht der Gespa zu den Testkäufen 2025: An Verkaufsstellen wurde 200 Mal ein Wettschein unter Beteiligung Minderjähriger geprüft und in 47.5 % der Fälle an einen Minderjährigen verkauft. Der Selbstschutz am Schalter ist also nicht wasserdicht, und wer sein Kind mit dem Wettschein zur Verkaufsstelle schickt, weil die Schlange kurz ist, verlässt sich auf nichts. Minderjährige haben im Übrigen keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
## Touchscreen statt Wettschein: die Bewilligungsfrage neben das Gerät gelegt
Sporttip-Wetten lassen sich online auf dem Sportwettenportal der Swisslos oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können ausserdem per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden.
Interessant daran ist weniger die technische Kette als die Verlagerung des Vertragsorts. Eine Wette gilt nach den Bedingungen für die Online-Teilnahme nur bei Swisslos, wenn sie über einen Swisslos-Verkaufsstellenrechner übermittelt worden ist — mit einem Wettschein aus der App plus QR-Code an der Verkaufsstelle ist die Teilnahme Schweiz-weit, aber dieselbe Wette und dasselbe Limit. Wer die App als bequemen Weg ans Schalterfenster begreift, merkt zuerst beim Limit, dass sich am Rechtsverhältnis nichts geändert hat.
Bedienung, Stabilität und was eine App von der Webseite unterscheidet
Der funktionale Unterschied zwischen App und mobiler Webseite ist kleiner, als der Installationsknopf suggeriert. Das Konto, der Wettschein und die Abrechnung liegen in beiden Fällen auf derselben Grundlage; die Wette gilt nur, wenn sie von Swisslos bestätigt und mit einer Bestätigungsquittung versehen ist. Was eine installierte App zusätzlich leistet, ist im Wesentlichen Wegzeit: QR-Code scannen, Favoriten schneller erreichen, Push-Meldungen zu Live-Ereignissen empfangen. Kein einziger dieser Vorteile verändert eine Quote.
Der Kontobezug bleibt derselbe wie am Bildschirm. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Eine Spielsperre darf nicht bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Diese Prüfung findet beim ersten Konto statt, nicht bei jedem Betreten der App — und genau deshalb sollte sie nicht als Störung, sondern als Eintrittspreis gelesen werden. Dass es kein anonymes Spielerkonto gibt, ist nicht ein zusätzlicher Aufwand, sondern der Unterschied zu den Apps, die man in zwei Minuten installiert und in zwanzig Jahren nie einer Prüfung unterziehen wird.
Ihren Sitz hat die Swisslos in Basel, wo sie ihre Wetten gestützt auf die IKV 2020 veranstaltet; das Vertragsgebiet, in dem die App genutzt werden darf, ist dagegen nicht an einen Ort gebunden, sondern an einen Wohnsitz. Das ist die Pointe dieses Themas. Ein Büro in Basel bedeutet für einen in Zürich wohnhaften Spielenden keinen Vorteil, während die Wohnsitzklausel für einen Kartonschweizer mit Annu-Karte jeden Vorteil zunichtemacht.
Wetten unterwegs, und was sie unterwegs besonders machen
Zwischen dem Bildschirm und dem Spielfeldrand liegt bei einer Livewette kein Abstand mehr, und das ist die Betrachtung, die die meisten Leser überspringen, weil sie von ihnen selbst handelt. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Für den Wettenden heisst das: Er hält den Ausgang manchmal schon in der Hand, bevor die Buchung durchgeht, und bekommt dann nichts. Dasselbe gilt bei Systemwetten und Kombinationen — was in Millisekunden passiert, ist auf dem Server kein Dialog, sondern eine Wette ohne Quote. Eine App, die auf eine Verzögerung von ein paar Sekunden reagiert, ist hier kein Bug, sondern die Regel. Für Live-Wetten gilt ausserdem die Regel der regulären Spielzeit: Sie umfasst die reguläre Spieldauer, beim Fussball die 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer vor dem Anpfiff eine 1X2-Wette auf ein Pokalspiel platziert, hält nicht, was er zu halten glaubt, wenn er in der 120. Minute jubelt.
Was das über Live-Wetten sagt: Sie sind unterwegs leicht zu platzieren und leicht unrealistisch zu lesen — und beides zusammen ist genau die Kombination, die den schnellen Abschluss teuer machen kann.
Cash-Out: die Rücknahme des Wettscheins und ihr Preis
Cash-Out ist kein dritter Rechtsweg, sondern eine Funktion des Veranstalters. Sporttip bietet ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Der Betrag liegt immer tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Das ist die einzige Begründung, die der Mechanismus braucht, um ohne Werbesprache dazustehen: Ein Cash-Out tauscht den möglichen Gewinn gegen einen festen, kleineren Betrag, und der Abstand zwischen beiden ist die Gebühr für die Sicherheit. Wer auf der Suche nach Sicherheit zur Rücknahme greift, kauft sie zum jeweiligen Tagespreis — und dieser Preis ist nie null. Dass Swisslos den Betrag jederzeit anpassen darf, ist konsequent, denn sie übernimmt damit das Gegenrisiko. Man kann es eine Geschäftsgebühr nennen, und man kann es lassen.
Wie die Zehn im Vergleich stehen: die Rangliste mit dem Bewilligungsstand
Die Rangliste vergleicht zugelassene Apps nach Funktionsumfang, Live-Wetten, Cash-out und Stabilität. Eine Platzierung ist keine Kaufempfehlung, und ein Platz fünf ist kein Grund, einen dritten Platz in einem anderen Ranking anzunehmen. Die Bewertung folgt denselben Massstäben für jede App: Was das Angebot kann, was es den Wettenden kostet und unter welchen Bedingungen es zustande kommt.
| App | Bewilligungsstand in der Schweiz | Veranstalter oder angegebene Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Sportwettenbewilligung für ein Grossspiel (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, BGS, SR 935.51; Aufsicht: Gespa) | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Sportwettenbewilligung für ein Grossspiel (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, BGS, SR 935.51; Aufsicht: Gespa) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz |
| Sportaza | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Coolzino | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| WirWetten | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| 20Bet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| HornetBet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| N1 Bet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
Zwei Zeilen tragen den ganzen Unterschied, und acht tragen dieselbe Nichtigkeit. Das ist keine Auslassung, sondern der Befund: Die beiden Gruppen liefern auf die Frage nach der Bewilligung zwei völlig verschiedene Antworten — und nur für eine davon gibt es eine Aufsichtsbehörde, bei der man sie nachlesen kann.
Vielleicht der wichtigste Satz des Themas steht bei den Zahlungen und reicht weit über die Auszahlung hinaus: Werbemassnahmen dürfen nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS), und die Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspielangebot ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bedroht (Art. 131 BGS). Dazu gehört eine Zahl, die die Sperrliste des Gespa sperrte: zum Ende des Jahres 2025 standen dort 671 Domains, die erste Liste datiert vom 3. September 2019, und die Gespa nannte als Beispiele für Domain-Hopping unter anderem Interwetten und Bet-at-Home sowie bet365 als auf der Liste stehenden Namen. Blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt.
Was eine Sperrliste bedeutet — und was nicht
Die Sperrliste ist die einzige Liste, die die Gespa zum Thema «weitere Anbieter» führt, und sie heisst nicht ohne Grund nicht Whitelist, sondern Sperrliste. Sie verzeichnet Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre unerreichbar machen (Art. 86–93 BGS). Ein Anbieter, der darauf steht, ist damit nicht «überprüft und für gut befunden». Er ist der Gegenteil-Fall und wird nur deshalb angeführt, weil der Mechanismen des Domain-Hoppings zeigt, warum selbst ein solcher Eintrag keine Dauerlösung ist. Wer auf eine gesperrte Adresse stösst, prüft zuerst, ob der Anbieter eine Schweizer Bewilligung hat.
Was eine Sportwetten-App überhaupt leisten kann
Der Suchbegriff «sportwetten schweiz app» führt auf zwei sehr verschiedene Produkte: eine bewilligte App mit Spielerschutzkonto und eine App-Hülle über einem ausländischen Server. Der Unterschied liegt nicht im Design, sondern im Rechtsverhältnis.
Man kann sich diesen Unterschied am klarsten an dem Punkt machen, an dem Geld bewegt wird. Bei Swisslos lässt sich Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben des Spielerkontos CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet dafür auch PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Das ist eine Zahlungsart unter mehreren und sie steht dort, weil die Swisslos sie anbietet, nicht weil sie für alle Anbieter selbstverständlich wäre.
Guthaben, Auszahlung und die Frist, die man übersieht
Bei der Auszahlung wird es konkret. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist in diesem Rahmen nicht auszahlbar.
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Spielerkonto gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen.
Das sind drei Fristen, die man kennen sollte, bevor man sie erlebt. Die 5 bis 10 Arbeitstage sind keine technische Langsamkeit, sondern eine Angabe zur Bearbeitung, und wer auf eine Auszahlung wartet, während ein Wetttermin ansteht, hat den Unterschied zwischen Guthaben und Guthaben auf dem Bankkonto noch nicht gemacht. Die zwei Gratisauszahlungen pro Jahr verdienen einen eigenen Satz: Wer regelmässig kleine Beträge auszahlen lässt, zahlt ab der dritten Auszahlung 3 % und merkt es erst auf dem Kontoauszug — bei einer Banküberweisung von CHF 100 sind das CHF 3, bei mehr entsprechend mehr. Die saubere Lösung ist, nicht nach jeder Wette abzuheben. Und das eigene Konto trägt seinen Namen nach Art. 50 Abs. 2 VGS nicht zufällig: Ein anonymes oder Krypto-Konto gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht.
Steuern sind der zweite Punkt. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt die Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesbetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Darüber hinaus greift je nach Kanton eine andere Schwelle, deshalb ist «je nach Kanton» hier mehr als eine Floskel. Übersteigt der Gewinn die Schwelle, behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration in der Steuererklärung zurückfordert. Für einen typisch wettenden Leser heisst das: unter dem Freibetrag keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer.
Die Gegenprobe verdient ihren Platz. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, und wer daraus schliesst, sie seien steuerfrei, liegt falsch: Die kantonale Praxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf den Einsatz, eine solche Behauptung gehört nicht auf die Seite. Alle Angaben zur Steuer sind allgemeine Information; wer es genau wissen will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Wo die AGB Zurückhaltung verlangen
Ein Satz, der in dieser Form kein Zufall ist: Bei Sporttip wurden in über 2’350 Verkaufsstellen der Westschweiz Verlustlimiten eingeführt, und das war die Antwort der Loterie Romande auf Regelverstösse — die Aufsicht verhängte Sanktionen, und die Limiten sind die Konsequenz. Der Vorgang zeigt, dass die Aufsicht tatsächlich etwas durchsetzt und nicht bloss eine Adresse im Impressum ist.
Im Alltag zeigt sich die Verzahnung an einer Handvoll Klauseln, die man nur einmal lesen muss. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn, oder im Rahmen eines Turniers, nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Die 26 Wochen sind die Frist, an der ein Wettschein tatsächlich verfällt. Der durchschnittliche Leser gewinnt nicht, also betrifft sie ihn nicht — bis zu dem einen Mal, an dem er doch gewinnt und die Quittung in der Schublade liegen lässt. Eine Erinnerung im Kontoauszug gibt es dafür nicht. Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich übrigens aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten; er wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Der Cent-Fehlbetrag zugunsten des Veranstalters wird niemanden in den Ruin treiben. Dass er zugunsten des Veranstalters geht, ist trotzdem eine Randnotiz wert.
Was eine App in der Schweiz wirklich wert ist
Der Markt ist an einer Stelle besonders schmal und an einer anderen überraschend breit. Schmal, weil nur zwei Organisatoren eine Bewilligung haben und jede App an ein Vertragsgebiet gebunden ist. Breit, weil innerhalb dieses Rahmens mehr Funktionsumfang steht, als man bei zwei Anbietern erwarten würde: Livewetten, Kombinationswetten mit Boost, Systemwetten, Cash-Out, QR-Code-Übergabe an die Verkaufsstelle und eine Auszahlung auf das eigene Konto.
Werbung, die nicht täuscht: Besonders bei den ausländischen Angeboten, die im Store hinter einer Schweizer Bewilligung erscheinen, ist die häufigste Fehlinformation nicht eine erfundene Behauptung, sondern eine fehlende Unterscheidung. Wer mit einem ausländischen Anbieter spielt, während eine Sperrung des Zugangs wirksam ist, hat in Kauf genommen, dass zugleich die aufsichtsrechtliche Absicherung fehlt. Aus denselben Gründen schreibt Art. 86 die Sperrliste vor.
Sporttip: das Angebot mit dem am weitesten ausgebauten Wettschein
Swisslos (Sporttip) in der Übersicht
- Bewilligung: Sportwettenbewilligung für ein Grossspiel (Veranstalterbewilligung, Spielbewilligung) nach BGS, SR 935.51; Aufsicht durch die Gespa.
- Veranstalter: SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel; gestützt auf die IKV 2020.
- Vertragsgebiet: AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin und Liechtenstein.
- Produkt: Sporttip.
Das ist die Stammdatenzeile, die man nirgends abkürzen kann, und sie hat einen Effekt, den man beim ersten Lesen kaum sieht: Die Swisslos betreibt in derselben Struktur auch Lotterien, und der Reingewinn fliesst an die Kantone und an die Sportförderung Schweiz — für 2025 ein Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Wer dort wettet, zahlt seine Marge in einen Fonds, der andere Zwecke streckt als der Gesamtertrag aus Wetten — bei gleichbleibenden Kosten für den Einzelnen. Das Bisschen an politischer Ironie in der Betrachtung ersetzt keine Geld-zurück-Garantie, aber es ist die ehrlichste Beschreibung der Beziehung, die ein Wettender zu diesem Anbieter hat.
Kombiboost, Quotenboost und der Preis des Bündelns
Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Fünf Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind kein Bonus, den man mitnimmt — sie sind ein anderer Wettschein als der, den man ursprünglich spielen wollte. Vier Favoriten mit Quote 1.50 ergeben eine Gesamtquote von rund 5.06; vier Favoritensiege in vier verschiedenen Spielen sind mit dieser Quote eher selten, sonst wäre die Quote nicht so hoch. Der Boost wird also an genau der Stelle ausgezahlt, an der die Wahrscheinlichkeit am dünnsten ist. Wer das Bündel nur wegen des Aufschlags um zwei weitere Voraussagen erweitert, hat zwei Wetten mehr gespielt, um vier Prozentpunkte mehr zu erhalten — und die zweite dieser Entscheidungen ist die teurere.
Quotenboosts gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der letzte Satz ist der wichtigste dieser drei. Wer per Boost einsteigt und die Wette dann per Cash-Out auflöst, verliert die Erhöhung und bekommt nur die normalen Cash-Out-Bedingungen gerechnet. Zwei Beschleuniger, von denen einer den anderen auslöscht — wer beides zusammen nutzt, versteht den Wettschein noch nicht.
Was Sporttip unter dem Strich kostet und wo es gewinnt
Der Sporttip zwingt keinen Spielenden zu irgendetwas, und bei Sporttip soll der Mindesteinsatz mit CHF 1 bis hinauf zum Höchsteinsatz von CHF 1’000 bei Einzel- und Kombinationswetten oder CHF 10’000 bei einer Systemwette die Spanne gross und ausdrücklich begrenzt halten. Wer eine Wette über der Limite platziert, erhält sie nicht angenommen; diesen Satz dürften manche beim ersten Mal nicht glauben. Was unter dem Strich bleibt: keine einzige der beschriebenen Grenzen ist darauf gerichtet, einen Vielspieler zu bremsen, und genau das sollte man wissen.
Am besten geeignet für: Anspruchsvolle, die den Wettschein am liebsten völlig kontrollieren und gewohnt sind, ihre Grenzen selbst zu setzen. Ein gemütlicher 1X2-Spieler mit CHF 50 im Monat bekommt hier alles, was er braucht, und darf die übrigen Funktionen ignorieren. Ein am Cash-Out interessierter Gelegenheitswetter dagegen bekommt eine Funktion mit einem Preis, der sich an der Live-Kurve bewegt und sich nicht vorhersagen lässt.
Wer in der Deutschschweiz wohnt und bewusst eine Wette abschliessen will, für die es einen Bewilligungsvermerk und einen Ansprechpartner gibt, wird bei dieser App nicht nur die bequemste, sondern auch die einzige Option in seinem Gebiet vorfinden: Die Wahl ist nicht Swisslos gegen einen Wettbewerber, sondern Swisslos gegen den Verzicht auf eine Live-Quote bei einem Vorlauf von drei Minuten.
Wie das Angebot in der Rangliste steht
Ein Vergleich nach Funktionen bringt den ganzen Vorteil der Stammdaten nicht in die Bewertung: Kommt ein weiterer Bewilligungsinhaber hinzu, ändert sich der Marktanteil, und die Wahl zwischen Anbietern wird wiederverkauft, obwohl sie nur für einen kleinen Teil der Leser eine echte Wahl wird. Nichts deutet darauf hin, dass das geschieht, und deshalb bleibt der Vergleich zwischen den zwei Bewilligungsträgern der einzige wirklich aussagekräftige.
Gleichzeitig ist keine dieser Eigenschaften objektiv «besser» als ihr Fehlen, sondern jede bedeutet etwas. Cash-Out ohne Teilauszahlung schützt den Spielenden vor halben Entscheidungen, Limitgrenzen schützen den Anbieter vor Auseinandersetzungen, und die Prüfung beim Konto schützt die gemeinsame Sperrliste. Das ist die Bewertung, die am Ende zählt.
Kleinere Einschnitte, die auffallen, wenn man sie braucht
Ein Zahlungsdetail: PostFinance Pay wird direkt in der PostFinance App bestätigt, und auf dem Spielerkonto ist ein Kauf nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Das ist niedrig genug, dass es einem regelmässigen Spielenden mit einem grösseren Konto begegnen kann, und vermutlich selten genug, dass kaum jemand es je erreicht. Trotzdem ist es die Art Grenze, die man kennen sollte, bevor man sich eine erhebliche Wette davon verspricht.
Für die ganz praktische Nutzung bleibt noch die Regel des regulären Wettspiels: eine reguläre Spielzeit, die nur reguläre Dauer plus Nachspielzeit umfasst, Verlängerungen nur bei ausdrücklichem Hinweis. Diese Regel ist in jedem Programmheft zu finden — sie ändert trotzdem nichts daran, dass die Option, die sie nicht abdeckt, das Handicap in der 90. Minute und die turbulenteste Wette des Wochenendes ist.
Praktisch entscheidend sind nur drei Dinge: ob die Wette rechtzeitig bestätigt wird, wie hoch der Mindesteinsatz ist und ob die Limite vor der ersten Wette gesetzt werden muss.
Loterie Romande (Jouez Sport): die Westschweizer App für sechs Kantone
Loterie Romande (Jouez Sport) in der Übersicht
- Bewilligung: Sportwettenbewilligung für ein Grossspiel (Veranstalterbewilligung, Spielbewilligung) nach BGS, SR 935.51; Aufsicht durch die Gespa.
- Veranstalter: Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Produkt Jouez Sport.
- Vertragsgebiet: Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt, Wallis.
- Eigene Struktur: Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Dass die Westschweiz einen eigenen Veranstalter hat, ist historisch und nicht marktwirtschaftlich begründet — die Aufteilung ist ein Ausdruck der Sprachregion. Dass sie für einen Genfer oder Waadtländer aber völlig folgenlos ist, wäre falsch. Der Preis der Aufteilung ist die zweifache Struktur: doppeltes Marketing, doppelte Reglemente, doppelte Gebietsschranken.
Ein Detail mit Signalwirkung: In der Westschweiz musste die Aufsicht eingreifen, als Regeln verletzt wurden, und die Antwort der Loterie Romande auf die verletzten Regeln waren Verlustlimiten. Wenn selbst ein bewilligter Schweizer Veranstalter nachgeschärft werden muss, ist das ein Argument für die Aufsicht und zugleich ein Hinweis darauf, dass eine Bewilligung keine Erfolgsgeschichte ist, sondern der Beginn einer Prüfung.
Am wichtigsten für die Bewertung sind aber zwei Punkte, die sich nicht vergleichen lassen: Über Aktionen der Loterie Romande, wie Werbung für Gratisspielguthaben, entscheidet in der Schweiz die Gespa mit — im Jahr 2025 erhielt die Loterie Romande 24 Bewilligungen für Gratisspiele oder Gratisguthaben, die Swisslos 8. Aus der Zahl allein folgt kein hundertprozentiger Preisvorteil, und aus der Zahl allein folgt kein Nachteil. Klar ist nur: Für die Westschweiz ist Jouez Sport der einzige Anbieter der App, der einen Wohnsitz in der Schweiz mit einem Konto in der Region verbindet, und in dieser Verbindung liegt der eigentliche Wert.
Sportaza, Bruce Bet, Coolzino, WirWetten: die ersten vier ohne Schweizer Bewilligung
Die ausländischen Apps im Vergleich
Bei den folgenden Marken wird jede einzelne Erwähnung aus denselben Gründen eingeordnet: Sie haben keine Schweizer Bewilligung, ihre Bewilligung ist mit «nicht festgestellt» anzugeben und hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS); sie sind nicht an das Schweizer Register der gesperrten Personen angeschlossen, bieten keine Schweizer Rechtsschutzmöglichkeit, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
1. Sportaza
Keine Schweizer Bewilligung. Die als Bewilligung angegebene Angabe ist mit «nicht festgestellt» zu führen und hat in der Schweiz keine Wirkung. Ein allfälliger Schweizer Rechtsschutz fehlt, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Bewertung: Eine App ohne Anbindung an das Sperrregister kann nicht prüfen, ob ein Wettender auf eigenen Wunsch gesperrt ist — und damit ist der Schutz, den eine Schweizer Bewilligung mit sich bringt, kein Preis, den man dazukauft, sondern ein Vorteil, den man aufgibt. Wer sich für Sportaza interessiert, verliert den Zugriff auf das Register und die Aufsicht. Die Kombination aus unklarem Bewilligungsstatus und fehlender Registeranbindung ist ein doppelter Verlust.
2. Bruce Bet
Keine Schweizer Bewilligung. Da hier keine Bewilligung vorliegt, muss die Angabe als «nicht festgestellt» geführt werden; ausländische Lizenzen haben in der Schweiz keine Gültigkeit (Art. 4 BGS). Es existiert weder ein Anschluss an das Schweizer Sperrregister noch eine Rechtsschutzmöglichkeit. Bewertung: Der wichtigste Satz zu einem solchen Angebot ist der über die Sperrliste. Wer einen Anbieter wählt, dessen Adresse innerhalb von Stunden durch eine neue ersetzt werden kann, plant mit einer Adresse, die er nicht kontrolliert. Bruce Bet trägt dasselbe Risiko wie jede andere Marke in dieser Liste; kein Einzelmerkmal macht es tragbarer.
3. Coolzino
Keine Schweizer Bewilligung. Da der Anbieter über keine hiesige Erlaubnis verfügt, ist die Bewilligungsangabe als «nicht festgestellt» zu deklarieren; eine ausländische Lizenz ist in der Schweiz wirkungslos. Weder ist das Angebot an das Sperrregister angebunden, noch besteht ein Schweizer Rechtsschutz. Bewertung: Bei allen drei Punkten, die hier zählen — Register, Rechtsschutz, Bewilligung — steht dieser Anbieter auf der falschen Seite. Dass ein Anbieter in einem App-Store als Wettangebot geführt wird, ist dann nur noch ein Hinweis auf die Redaktion des Stores, nicht auf eine Zulassung in der Schweiz.
4. WirWetten
Keine Schweizer Bewilligung. Mangels inländischer Erlaubnis muss der Status als «nicht festgestellt» ausgewiesen werden, da ausländische Bewilligungen in der Schweiz keine rechtliche Wirkung entfalten. Auch fehlt der Anschluss an das Sperrregister sowie ein Schweizer Rechtsschutz. Bewertung: Richtig wäre, die Fristen zu prüfen — und die Suche nach diesen Fristen endet dort, wo der Schweizer Rechtsschutz endet. Wer eine App braucht, die im Streitfall einen Ansprechpartner in der Schweiz hat, findet ihn bei einer Schweizer Bewilligung, nicht in einem ausländischen Impressum. Das gilt für WirWetten wie für die Marken zuvor.
20Bet, BetFury, HornetBet, N1 Bet: die zweite Hälfte derselben Kategorie
Die letzten vier ohne Schweizer Bewilligung
5. 20Bet
Keine Schweizer Bewilligung. Da keine hiesige Erlaubnis besteht, ist die Angabe als «nicht festgestellt» zu führen; ausländische Bewilligungen entfalten in der Schweiz keine rechtliche Wirkung (Art. 4 BGS). Auch existiert kein Anschluss an das Sperrregister und kein Schweizer Rechtsschutz. Bewertung: Bleibt die Frage, ob die ausländische Bewilligung, die ein solcher Anbieter üblicherweise nennt, mehr ist als eine Formalie; eine in der Schweiz nicht wirkende Bewilligung ist nicht der kleinere Bruder einer Schweizer Bewilligung, sondern etwas anderes. Wer 20Bet wählt, wählt diese andere Sache.
6. BetFury
Keine Schweizer Bewilligung. Bewertung: Ein Wettbewerbsvorteil und ein Preis liegen hier nah beieinander, und beide lassen sich nicht überprüfen. Der einzige belastbare Satz lautet: Es gibt keine Schweizer Aufsicht und keine in der Schweiz wirkende Bewilligung.
7. HornetBet
Keine Schweizer Bewilligung. Bewertung: Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind die Konditionen die einzige Währung, die zählt, und zugleich die einzige, die sich nicht nachprüfen lässt. Was auch immer HornetBet verspricht: Auf dem Papier steht keine Schweizer Bewilligung.
8. N1 Bet
Keine Schweizer Bewilligung. Aufgrund der fehlenden inländischen Erlaubnis ist die Angabe mit «nicht festgestellt» zu kennzeichnen; eine ausländische Lizenz ist in der Schweiz wirkungslos. Weder besteht ein Anschluss an das Sperrregister, noch ein Schweizer Rechtsschutz. Bewertung: Der letzte Eintrag dieser Gruppe trägt keinen Sonderfall. Ob eine Sperrung des Zugangs wirksam ist, lässt sich nicht planen — und mit dieser Unsicherheit lässt sich nicht kalkulieren. Wer eine Wette platzieren will, deren Auszahlung von einem Anbieter ausserhalb der Schweiz abhängt, sollte das wissen.
Wo die Rangliste ehrlich endet
Die zwei obersten Einträge bewegen sich in einem so gut reglementierten Rahmen, dass kaum eine Wette unbeabsichtigt zustande kommt — aber auch keiner, der zu einem echten Vergleich einlädt. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat genau eine Wahl, wer in der Westschweiz wohnt, ebenfalls. Das ist die eigentliche Erkenntnis dieses Vergleichs: Ein Ranking mit zehn Zeilen ist am Ende ein Zweikampf mit acht Kontrollpunkten.
Diese acht Einträge sind trotzdem keine Nullnummer. Sie zeigen, was eine Schweizer Bewilligung tatsächlich kostet: die Anbindung an das Sperrregister, einen Rechtsschutz innerhalb der Schweiz und die Bindung an eine Aufsichtsbehörde. Wer diese drei Punkte als selbstverständlich ansieht, liest in den acht Zeilen nach, wie es ohne sie aussieht.
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit des Marktes — sie ist eine Liste der Apps, die dem Suchenden begegnen, und deshalb sind sie alle aufgenommen. Was fehlt, ist die Verzierung.
Häufige Fragen zur Sportwetten-App in der Schweiz
Woran erkennt man, welche Sportwetten-App in der Schweiz die beste ist?
Am Bewilligungsvermerk, nicht am Design. Eine in der Schweiz zugelassene App nennt Veranstalter und Bewilligungsart; eine ausländische kann eine Bewilligung angeben, die hier ohne Wirkung ist. Entscheidend sind die Anbindung an das Sperrregister, die Limiten vor der ersten Wette und die Auszahlung auf ein Konto in Ihrem Namen, innerhalb der Schweiz.
Welche Apps dürfen in der Schweiz für Sportwetten genutzt werden?
Nur zwei Produkte: Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von Loterie Romande. Beide verfügen über eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, beide werden von der Gespa beaufsichtigt. Jede weitere in der Schweiz angebotene Sportwetten-App ist nicht bewilligt.
Welche Voraussetzungen gelten für ein Konto in der App, etwa bei Alter und Wohnsitz?
Mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in der Schweiz sowie im jeweiligen Vertragsgebiet. Eine bestehende Spielsperre schliesst die Registrierung aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Der Ausweis wird ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Wie wirken Verlustlimiten und Spielsperre in der App?
Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre kommt in ein schweizweites Register, das auch Casinos erfasst.
Gibt es in der App Live-Wetten und Cash-out?
Livewetten und Cash-out bietet Sporttip an, Letzteres für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten vor Spielbeginn und live, nur online und nur als vollständige Rücknahme ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn, hängt vom Spielverlauf ab und ist nicht für jeden Markt garantiert.
Wie wird die Auszahlung aus der App abgewickelt, und auf welches Konto?
Auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; anonyme Auszahlungen gibt es im bewilligten Angebot nicht. Swisslos zahlt innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis aus, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage.
Wieviel Glück darf man versprechen?
Art. 75 Abs. 2 BGS verlangt die vorherige Zustimmung der Gespa für Gratisspiele oder Gratisguthaben — im Jahr 2025 erteilte die Behörde 8 Bewilligungen an Swisslos und 24 an die Loterie Romande. Auch das gehört zum Bild: Selbst die Form des Gratisangebots ist in der Schweiz genehmigungspflichtig, und die Zahl der Bewilligungen ist klein. Es gibt keine Sperrstunde für Werbung; ein Zeitverbot für Werbung existiert nicht. Bonusbeträge und -bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
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Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»
