Kostenlose Sportwetten-Tipps im Test: Der Preis, den ein Gratis-Tipp nicht zeigt

Updated Oktober 2026
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Niemand verkauft ein Produkt lieber als gratis. Ein Tipp, der nichts kostet, hat keinen Preis — und genau deshalb schaut kaum jemand hin, was er tatsächlich kostet. Die Kosten liegen nicht im Tipp. Sie liegen im Wettschein, den er auslöst.

Ein Tennisplatz im ersten Morgenlicht, das Netz hängt leicht durch und auf der Grundlinie liegt ein einzelner Ball.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Stand: 29. Oktober 2026, geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos und der Loterie Romande sowie gegen das Geldspielgesetz in der Fassung der eidgenössischen Gesetzessammlung.

Warum die Rechtslage in der Schweiz jede Tipp-Frage entscheidet, bevor sie gestellt wird

Wer in der Schweiz auf Sport wetten will, hat keine Auswahl unter hundert Anbietern. Es gibt zwei. Mehr lässt das Recht nicht zu, und das ist für einen Tipp-Leser die wichtigste Tatsache des ganzen Themas.

Ein Velo lehnt an einer Steinmauer am Ufer eines Flusses, die Strassenlaternen leuchten in der Dämmerung.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Online-Sportwetten gelten in der Schweiz als Grossspiel. Sie fallen unter das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht von der ESBK — die ist für Casinos zuständig. Wer eine Bewilligung will, braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Eine ausländische Konzession, ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland, entfaltet hier keine Wirkung.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen und Veranstalter von Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt. In der Deutschschweiz, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein heisst der eine Swisslos, und sein Sportwetten-Produkt heisst Sporttip. In der Westschweiz heisst die andere Loterie Romande, und ihr Produkt heisst Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.

Was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf

Eine Bewilligung ist keine Freikarte für alles. Der erlaubte Inhalt ist eine geschlossene Liste: die Gespa führt die autorisierten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Corner- und Kartenmärkte sucht man auf der Liste ebenso vergeblich wie eine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt sind, sind ohnehin ausgeschlossen.

Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das klingt nach einer Formalie, ist aber eine Grenze, die ein Tippgeber nicht überschreiten kann, egal wie überzeugend seine Prognose klingt. Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out ist nicht reguliert. Es ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters und nichts, worauf ein Wettender einen Anspruch hätte.

Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Swisslos bedient die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in Zürich wohnt, kommt an Jouez Sport online nicht heran, und wer in Genf wohnt, nicht an Sporttip. Der Nettogewinn beider Häuser geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Was das für den Tipp bedeutet, den man gerade liest

Ein Tipp ist eine Meinung über einen Ausgang. Er ist kein Zugang zu einem Markt. Wenn ein Tipp auf einen Corner-Markt lautet, auf ein Freundschaftsspiel ohne Listeneintrag oder auf ein Esport-Turnier, dann ist dieser Tipp im bewilligten Schweizer Angebot schlicht nicht spielbar. Das ist keine Frage der Seriosität des Tippgebers, sondern eine Frage des Wettprogramms.

Umgekehrt gilt: Ein Tipp auf ein Bundesliga-Spiel, auf ein Handicap oder auf ein Ergebnis ist bei beiden Veranstaltern grundsätzlich abbildbar. Das sagt nichts über die Qualität des Tipps, aber es sagt etwas über die Nützlichkeit. Ein guter Tipp auf einen nicht bewilligten Markt ist für einen Schweizer Wettenden Papier.

Der Schalter zwischen Tipp und Verlust

Zwischen dem Lesen eines Tipps und dem Einsatz liegt eine Registrierung mit Identitätsprüfung. Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist lästig, und es ist der Grund, warum ein Gratis-Tipp in der Schweiz nicht in zwei Minuten zu einem Einsatz führt.

Diesen Reibungsverlust sollte man nicht wegoptimieren. Genau dort sitzt die Bremse, die ein ausländisches Angebot nicht hat.

Was ein kostenloser Tipp wirklich kostet: Verlustlimiten statt Gratis-Versprechen

Ein Tipp kostet nichts. Der Einsatz kostet etwas. Diese Unterscheidung wird in der Werbung systematisch verwischt, und sie ist der Kern des ganzen Themas.

Die Limite, die man vor der ersten Wette setzen muss

Wer zum ersten Mal an einer Sporttip-Wette teilnimmt, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Das ist ein Mechanismus, den man einmal verstehen muss, weil er über jede Tipp-Strategie entscheidet. Man legt die Grenze fest, wenn man nüchtern ist, und man kommt nicht sofort wieder heraus, wenn man es nicht mehr ist. Die 72 Stunden sind der teure Teil: Sie kosten nichts, und sie schützen genau in dem Moment, in dem Schutz am meisten wert ist. Wer den Verlust am Samstagabend zurückholen will, merkt am Samstagabend, dass es nicht geht.

Nach dem BGS muss der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Die strengere Zahl ist die, die gilt.

Die Sperre, die auch das Casino betrifft

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Aufhebung vor Fristablauf gibt es nicht. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Wer sich sperrt, sperrt sich nicht aus einem Produkt, sondern aus dem Markt. Das ist unbequem und richtig so. Eine freiwillige Sperre kann nach Art. 84 VGS erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Warum ein Gratis-Tipp keine Gratis-Chance ist

Die Fantasie hinter dem Gratis-Tipp lautet: Ich riskiere nichts, ich probiere aus, ich sehe, ob es funktioniert. Diese Fantasie hält bis zur ersten Wette. Ab dann ist der Einsatz echt, der Ausgang offen und der Verlust möglich — unabhängig davon, ob der Tipp CHF 0 gekostet hat.

Ein Blick auf die Praxis zeigt, wie weit die Schutzversprechen tragen. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Man sollte den Schutz an Verkaufsstellen also nicht als streng darstellen. Er ist eine Vorschrift, kein Zustand.

Die Steuer, die auf einen Gratis-Tipp folgt

Der Gewinn aus einem bewilligten Schweizer Grossspiel ist bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Auf Bundesebene liegt dieser Betrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, je nach Kanton. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt.

Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Grenze. Dann fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber von der kantonalen Steuerpraxis — Thurgau macht das ausdrücklich — als volles Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe. Wer zwei Tipps vergleicht, sollte diese Zeile mitlesen. Für den eigenen Fall führt der Weg zur Steuerberaterin oder zur kantonalen Steuerverwaltung.

Die Marge: der unsichtbare Preis in jeder Quote

Die Quote ist die einzige Zahl auf einem Wettschein, die aussieht, als käme sie geschenkt. Sie ist es nicht. Sie enthält den Anteil, den der Veranstalter für sich behält.

Für einen Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90 rechnet man den Auszahlungsanteil als 1 geteilt durch die Summe von 1 geteilt durch 1.90 plus 1 geteilt durch 1.90. Das ergibt rund 95 %. Die Marge ist der Rest, also rund 5 % — bei dieser Beispielquote und diesem Zweiwwegemarkt. Die beiden Zahlen sind dieselbe Sache von zwei Seiten, und sie gelten nur für diese Quote. Ein Markt mit drei Ausgängen, eine Kombination oder ein anderer Anbieter haben ihre eigene Marge. Ein Buchmacher, der mit «fairen Quoten» wirbt, verkauft eine Quote mit derselben Rechnung darunter. Je tiefer die Quoten, desto grösser der Anteil, der verschwindet — und desto schneller arbeitet der Gratis-Tipp für die Gegenseite.

Der Vergleich, den der Tippgeber nicht führt

Ein Tipp mit einer Erfolgsquote von 55 % klingt gut. Bei einer Marge von rund 5 % auf einem ausgeglichenen Markt braucht es deutlich mehr als die Hälfte richtiger Tipps, nur um die Kosten des Marktes auszugleichen. Ein Tipp entscheidet also nicht nur über Gewinn oder Verlust der einzelnen Wette. Er entscheidet darüber, ob die Marge geschlagen wird. Das ist die Frage, an der sich ein nützlicher Tipp von einem hübschen Tipp trennt.

Wie ein wettbarer Tipp entsteht: Form, Ausfälle, Statistik und Quote

Ein Tipp ist ein Argument. Ein Argument hat Bestandteile, und der wichtigste Bestandteil wird in den meisten Gratis-Tipps weggelassen: die Quote.

Die vier Grössen und ihre Belastbarkeit

Form beschreibt, was eine Mannschaft zuletzt geleistet hat. Sie ist ein Ausschnitt, keine Eigenschaft, und sie veraltet mit jedem Spieltag.

Ausfälle verändern das Team stärker als jede Formtabelle. Eine gesperrte Innenverteidigung oder ein fehlender Torhüter verschiebt die Erwartung an ein Spiel, und diese Information ist in einer Redaktion oft früher bekannt als in der breiten Öffentlichkeit.

Statistik ordnet ein, was Form und Ausfall bedeuten. Sie ist nur so gut wie ihre Grundgesamtheit. Eine Rangliste mit fünf Spielen sagt fast nichts; dieselbe Rangliste mit zwei Saisons sagt etwas, das sich prüfen lässt.

Quote sagt, ob das Argument überhaupt etwas wert ist. Ein richtiges Argument zu einer Quote, die den Ausgang nicht bezahlt, ist ein schlechtes Geschäft.

Was ein Value-Bet ist

Ein Value-Bet ist eine Wette, bei der die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit über der Wahrscheinlichkeit liegt, die in der Quote steckt. Es ist keine Aussage über den Favoriten. Es ist eine Aussage über einen Unterschied.

Ein Favorit kann ein Value-Bet sein, wenn die Quote zu hoch ist. Ein Aussenseiter kann ein Value-Bet sein, wenn die Quote zu tief ausfällt. Der Favorit ist die Mannschaft, die öfter gewinnt. Das Value-Bet ist die Quote, bei der der Einsatz öfter lohnt, als sie bezahlt.

Beides auseinanderzuhalten ist die eigentliche Übung. Wer auf den Favoriten setzt, weil er der Favorit ist, hat keine These, sondern eine Gewohnheit. Und wer einen Aussenseiter nimmt, weil er die Idee lustig findet, hat eine Gewohnheit mit mehr Risiko.

Wie die Rechnung läuft

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einzel mit 1.90 auf einen Einsatz von CHF 10 liegt der mögliche Rückzahlungsbetrag also bei rund CHF 19 — bevor die Abrundung den Rappenrest beschneidet.

Der Ausgang der Wette ist davon völlig unabhängig. Diese Rechnung sagt, was ein gewonnener Wettschein zurückzahlt. Sie sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich dieser Gewinn ist. Beides in einem Satz zu verwechseln ist die häufigste Denkfigur im ganzen Wettergeschäft, und es ist die, die ein Gratis-Tipp am liebsten offen lässt.

Der Kombi-Boost und was er kostet

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Der Sprung von 5 % auf 20 % sieht nach einem Geschenk aus. Er ist eine Einladung, die Zahl der Voraussagen zu erhöhen — und jede kombinierte Voraussage multipliziert die Ausfallwahrscheinlichkeit der vorigen mit. Der Boost erhöht den Gewinn eines Wettscheins, der seltener gewinnt. Genau das ist sein Preis.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost für einen Tipp einkalkuliert und dann vorzeitig aussteigt, verliert den Aufschlag, für den er sich überhaupt auf das Spiel eingelassen hat.

Kostenlose Sportwetten-Tipps und Tipp-Apps im Vergleich: Nachvollziehbarkeit vor Erfolgsversprechen

Die Vergleichsdimension dieses Themas ist nicht, wer die höchste Trefferquote behauptet. Es ist, wer sagt, wie er arbeitet, und ob die Rechnung stimmt.

Was eine Quelle nützlich macht

Eine nachvollziehbare Quelle nennt ihre Methode. Sie sagt, woher die Daten über Form, Aufstellungen und Ausfälle kommen, wie sie die Quote bewertet hat und wann sie den Tipp geschrieben hat. Ohne diese drei Angaben ist ein Tipp eine Behauptung mit Zahlenschmuck.

Dasselbe gilt für eine Tipp-App oder eine Live-Tipp-Seite. Wer live Hinweise verschickt, während das Spiel läuft, muss den Zeitstempel mitliefern. Ein Live-Tipp ohne Uhrzeit ist nach fünf Minuten Altpapier, und das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Unterschied zwischen einer Information und einem Dekor.

Eine nützliche Quelle schreibt ausserdem ihre Irrtümer hin. Eine Bilanz, die nur Gewinne auflistet, ist keine Bilanz.

Der Kostenvergleich entscheidend sich an drei Stellen

Die erste Stelle ist der Preis: ein Tipp-Portal, das gratis ist, verkauft Publikum. Die zweite Stelle ist die Quote, auf die der Tipp zielt — auf ein Nischenereignis mit dünnem Markt zahlt man eine höhere Marge als auf ein Hauptspiel. Und die dritte Stelle ist die Menge der Tipps: Ein Anbieter, der zwanzig Hinweise pro Tag liefert, produziert zwanzig Wetten bei einem Nutzer, der glaubt, er habe ein einziges Angebot angenommen. Der Kostenhebel liegt selten im Einzelpreis. Er liegt in der Frequenz.

Wo der beste Gratis-Tipp nichts mehr bringt

Ein Tipp, der auf ein Ereignis verweist, das nicht in der Gespa-Liste steht, ist in der Schweiz nicht spielbar — nicht bei Swisslos, nicht bei der Loterie Romande, bei niemandem im bewilligten Markt. Dasselbe gilt für einen Tipp, dessen Ereignis nach dem Aufschreiben abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt wird. Dann ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten bekommt die betroffene Voraussage die Quote 1.00.

Die Qualität eines Tipps lässt sich daran messen, ob der Tippgeber diesen Fall erwähnt. Wer ihn verschweigt, hat entweder nicht nachgedacht oder etwas zu verbergen.

Anbieter Bewilligungsstatus Veranstalter bzw. Bewilligung gemäss Angaben des Anbieters
Swisslos Sporttip Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Sporttip im Vertragsgebiet
Loterie Romande Jouez Sport Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande; Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen
Betscore ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Bewilligung bekannt; Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Bewilligung bekannt; Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Bewilligung bekannt; Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Bewilligung bekannt; Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
1Bet ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Bewilligung bekannt; Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Bewilligung bekannt; Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
Betclic ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Bewilligung bekannt; Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
PowBet ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Bewilligung bekannt; Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen

Die oberen zwei Zeilen und die unteren acht Zeilen gehören zu zwei verschiedenen Welten, nicht zu einer Rangliste. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Ausländische Marken werden hier aufgeführt, weil Schweizer Wettende ihnen begegnen — nicht weil sie eine Schweizer Erlaubnis hätten.

Was bei einem ausländischen Anbieter auf dem Spiel steht, ist konkret. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren — der erste Entwurf datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains tauchen innerhalb von Stunden unter neuer Adresse wieder auf; die Gespa nennt dafür Interwetten und bet-at-home als Beispiele und führt bet365 auf der Liste. Überweisungen an solche Anbieter sind möglich. Die Schweiz betreibt keine Sperre für Zahlungen an unbewilligte Wettseiten, und man sollte nicht annehmen, dass eine Bank oder ein Kartenherausgeber den Weg versperrt.

Das klingt nach einem Nachteil. Es ist auch einer. Die andere Seite ist die Fairness-Erwägung: Wer im bewilligten Markt spielt, spielt unter einer Aufsicht, einer Liste erlaubter Wetten und einer Prüfung der Identität. Wer ausserhalb spielt, spielt unter den Hausregeln eines Unternehmens, das in der Schweiz niemand beaufsichtigt. Keine der beiden Varianten ist automatisch die sichere Wahl.

Der Massstab, an dem ein Gratis-Tipp gemessen wird: Was die bewilligten Veranstalter wirklich bieten

Tipps sind Erwartungen an ein Produkt. Also schauen wir auf das Produkt.

Was Sporttip konkret zulässt

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die Spannweite zwischen einem Franken und tausend Franken ist die eigentliche Nachricht. Sie erlaubt den kleinen Einsatz genauso wie den grossen, und sie deckelt den grossen früher, als eine Gewinnstrategie es bequem findet. Wer mit einem Gratis-Tipp liebäugelt, weil er «nur mal schauen» will, gehört in das untere Ende dieser Spanne, nicht in die Mitte.

Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tipp auf «Weiterkommen» ist damit eine andere Wette als ein Tipp auf «Sieg nach 90 Minuten», auch wenn beide dasselbe Spiel betreffen.

Sporttip-Livewetten gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Livewetter, der auf den Elfmeter setzt, während der Schiedsrichter schon gepfiffen hat, hat nicht gewonnen. Er hat seinen Einsatz zurück.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die Kombination aus «Sieg» und «Über 2,5 Tore» ist keine listige Idee, sondern ein Verstoss gegen die Spielregeln.

Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Diese Fristen sind kürzer, als die meisten Wettenden vermuten, und wer einen Tipp samt Datum archiviert, hat gute Karten.

Wohin das Geld geht und wohin nicht

Spielguthaben im Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder per Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay zum Aufladen des Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Spielguthaben zahlt Swisslos innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen; die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Dieser letzte Satz ist der wichtigste der ganzen Zahlungsfrage. Ein Gratisguthaben, das man nicht auszahlen kann, ist kein Guthaben. Es ist eine Quote, die nur auf dem Bildschirm existiert, bis man sie einsetzt. Wer ein Gratisangebot bewertet, sollte zuerst diese Zeile in den Bedingungen suchen.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen.

Und die Regel, die jeden Krypto-Tipp erledigt: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht, und Kredite an Spielende sind ausgeschlossen.

Sporttip-Wetten lassen sich online über die Website von Swisslos oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Der Weg zwischen einem Tipp und einem Wettschein ist in der Schweiz also kurz — der zwischen einem Wettschein und einem anonymen Auszahlungsempfänger nicht.

Cash-Out, der Ausstieg, der weniger bringt als der Gewinn

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Man sollte den Cash-Out nicht als Sicherheitsnetz lesen. Er ist ein zweiter Handel zu einem Preis des Anbieters, und wer eine Wette abschliesst, die er später wird aussteigen wollen, hat sich von vornherein auf die schlechtere der beiden Zahlen eingelassen. Wer den Kombiboost nutzt, verliert den Aufschlag beim Ausstieg, wie die Sporttip-Bedingungen ausdrücklich festhalten.

Was Jouez Sport über die Gewinngrenze regelt

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die Obergrenze von CHF 300’000 macht aus einem theoretischen Riesenkombi ein gedeckeltes Geschäft. Und die Mindestquote von 1.10 schliesst die Wette auf den Fast-Sicheren aus: Wer eine Quote unter 1.10 sucht, findet sie nicht, weil der Anbieter sie nicht anbietet. Das ist eine unspektakuläre Regel mit einer deutlichen Wirkung — die Wette mit der geringsten Spannung und dem geringsten Ertrag ist im Westschweizer Angebot gar nicht erst vorgesehen.

Bei Jouez Sport rechnet derselbe Mechanismus wie bei jedem Anbieter: Quote, Einsatz und Ausgang entscheiden über den Betrag. Die Loterie Romande verwaltet ein Netz von 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Für den Online-Tipp ist die Verkaufsstelle die Alternative, wenn das Konto nicht in Frage kommt.

Die zehn Anbieter im Vergleich: Was ein Gratis-Tipp bei ihnen tatsächlich auslöst

Die Reihenfolge dieser Bewertung folgt der Reihenfolge, in der Schweizer Wettende den Markt betreten: zuerst die beiden bewilligten Veranstalter, dann die ausländischen Marken, denen man begegnet. Die Kriterien sind bei allen dieselben — Bewilligungsstatus, Kosten, Limiten, Zugang zum Schweizer Schutzsystem.

Swisslos Sporttip: das Preislimit von CHF 1 bis CHF 1’000

Swisslos betreibt Sporttip als eine von zwei bewilligten Veranstalterinnen. Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip wird im Vertragsgebiet durchgeführt: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein.

Für einen Tipp-Leser zählt bei Sporttip vor allem die Einsatzspanne. Zwischen CHF 1 und CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten liegt der ganze Spielraum, in dem sich ein Gratis-Tipp in einen echten Wettschein verwandeln kann. Eine Systemwette geht bis CHF 10’000.

Das ist die Marke mit dem dichtesten Schutznetz und dem engsten Angebot. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind Pflicht, die Selbstsperre reicht bis 180 Tage und wirkt bis ins Casino hinein. Der Preis dafür ist ein Katalog von Regeln, der einem Tipp auf einen Corner-Markt oder ein Freundschaftsspiel die Grundlage entzieht. Wer sich an diese Regeln nicht gewöhnen will, wird nicht glücklich. Wer einen Gratis-Tipp ernst nimmt, sollte ihn genau hier einlösen — weil hier jede Zahl nachprüfbar ist.

Loterie Romande Jouez Sport: die Mindestquote von 1.10

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende.

Die harte Zahl im Westschweizer Reglement ist die Mindestquote von 1.10. Kein Tipp, der auf einer Fast-Sicherheit aufbaut, ist hier spielbar. Die Decke von CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiple begrenzt nach oben, die Spanne von 2 bis 10 Voraussagen begrenzt die Kombination in beide Richtungen.

Wer in Genf oder Lausanne wohnt, hat ohnehin keine Wahl zwischen den beiden Veranstaltern. Die Bewertung fällt damit nicht schwer: Jouez Sport ist das bewilligte Angebot, die Regel mit der Mindestquote verhindert die langweiligste Wette, und die Verkaufsstellen decken ab, wo das Onlinekonto nicht funktioniert. Die Kehrseite ist dieselbe wie bei Sporttip: Was nicht auf der Gespa-Liste steht, wird nicht gespielt.

Betscore: die Quote ohne Schweizer Rechtsweg

Betscore gehört zur Gruppe der ausländischen Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Eine ausländische Konzession entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Über eine Bewilligung dieses Anbieters ist im Übrigen nichts bekannt; die Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen.

Was ein Wettender hier gewinnt, ist eine grössere Produktauswahl — und was er verliert, ist der Anschluss an das Schweizer Sperrregister, die Schweizer Aufsicht und den Schweizer Rechtsweg. Die Sperrliste der Gespa blockiert den Zugang per DNS; die Adressen wechseln anschliessend innerhalb von Stunden. Wer einen Gratis-Tipp von einer Quelle bekommt, die auf einen solchen Anbieter verweist, sollte wissen, dass er die Schweiz an dieser Stelle verlässt. Für einen Wettenden, der ein Konto mit Verlustlimiten und einer Sperre sucht, die auch im Casino greift, ist das die falsche Adresse.

Cloudbet: der Tipp, für den es in der Schweiz kein Gegenstück gibt

Cloudbet führt keine Schweizer Bewilligung. Nur die zwei bewilligten Veranstalter dürfen hier Sportwetten anbieten; die Bewilligung eines ausländischen Regulators gilt in der Schweiz nicht, und die Domains können auf der Sperrliste stehen.

Marken wie diese sind für Schweizer Wettende vor allem deshalb interessant, weil sie Märkte führen, die es im bewilligten Angebot nicht gibt. Genau das ist ihr Kostenpunkt. Ein Tipp auf einen dieser Märkte lässt sich im Schweizer Regime nicht einlösen, und der Weg dorthin führt über einen Anbieter ohne Schweizer Aufsicht. Wer solche Märkte sucht, muss sich entscheiden — und die Entscheidung steht zwischen einer grösseren Auswahl und dem Schutzsystem, das hier fehlt.

BetAlright: wo die Verlustlimite nicht greift

BetAlright hat keine Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung eines ausländischen Regulators — gleich aus welchem Land — hat hier keine Wirkung. Es besteht kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, und die Domains können auf der Sperrliste stehen.

Der Unterschied zu den bewilligten Veranstaltern lässt sich an einer einzigen Zahl festmachen: Die Pflicht, vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, gilt für die Schweizer Veranstalter, nicht für diesen Anbieter. Wer bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung spielt, vereinbart seine Grenzen mit den Hausregeln eines Unternehmens. Wer sich selbst bremsen will, muss das selbst tun — und die Sperre, die bis ins Casino wirkt, gibt es hier nicht.

bet-at-home: ein Name, der auf der Sperrliste auftaucht

bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung. Die Gespa nennt die Marke ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Domain-Hopping, also dem Muster, bei dem blockierte Adressen innerhalb von Stunden unter neuer Domain zurückkommen. Ende 2025 standen 671 Domains auf der Sperrliste, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; der erste Entwurf datiert vom 3. September 2019.

Man sieht daran zwei Dinge. Erstens: Der Zugang wird blockiert, das Angebot verschwindet nicht. Zweitens: Wer ein Konto bei einer solchen Marke hält, hält es ausserhalb des Schweizer Aufsichtssystems — ohne Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg. Ein Tipp, der dort landet, hat keinen Schweizer Anker.

1Bet: die Auszahlung ohne Namen

1Bet führt keine Schweizer Bewilligung. Die Schweizer Regel für Auszahlungen ist eindeutig: Gewinne und Guthaben gehen nur an ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Markt nicht, und Kredite an Spielende sind ausgeschlossen.

Die Frage, die ein Wettender bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung folglich zuerst stellen sollte, lautet nicht, welche Quote sie anbietet, sondern unter welchen Bedingungen sie auszahlt. Verbindlich nachprüfbar ist das nicht, weil die Schweizer Aufsicht hier nicht hinsieht. Wer dem Tipp eines anderen folgt, ohne diese Frage zu stellen, folgt dem Tipp in ein Regelwerk, das er nicht kennt.

Bahigo: der Anbieter ohne Schweizer Ansprechstelle

Bahigo hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt bei solchen Marken keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Beschwerdestelle und keinen Schweizer Rechtsweg. Im bewilligten System ist die Gespa die Adresse, und die Auszahlung erfolgt auf ein Konto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet.

Das ist der praktische Unterschied, wenn etwas schiefgeht. Bei einer bewilligten Veranstalterin gibt es einen Weg, und es gibt Fristen, die dieser Weg kennt. Bei Bahigo gibt es diesen Weg nicht. Ein Wettender, der sich bei einem Anbieter mit Schweizer Bewilligung registriert, akzeptiert mehr Formalitäten und bekommt dafür einen Ansprechpartner mit Amtscharakter. Bei diesem Anbieter entfällt beides — die Formalität und der Ansprechpartner.

Betclic: eine ausländische Konzession ohne Geltung in der Schweiz

Betclic führt keine Schweizer Bewilligung. Nach Art. 4 BGS gilt eine Schweizer Bewilligung nur in der Schweiz; umgekehrt entfaltet eine ausländische Konzession hier keine Wirkung. Die Marke kann auf der Gespa-Sperrliste landen.

Die Betreiberfrage ist hier strenger zu stellen als die Bewertungsfrage. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich nach Art. 130 BGS strafbar — bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu 5 Jahre. Der Wettende selbst wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Das ist die eine Zeile, die bei einem Tipp auf eine solche Marke mitschwingt.

PowBet: das Gratisangebot ohne Schweizer Grundlage

PowBet hat keine Schweizer Bewilligung. Für Gratisspiele und Gratisguthaben gilt in der Schweiz eine eigene Regel: Sie brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa nach Art. 75 Abs. 2 BGS. Im Jahr 2025 gab die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Beträge und Bedingungen eines Bonus ergeben sich im bewilligten Markt ausschliesslich aus den eigenen Bedingungen des Veranstalters.

Ein Smartphone mit dunklem Bildschirm lehnt an einer Wasserflasche, daneben stehen Laufschuhe auf einer Bank am Sportplatz.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Man kann daraus zweierlei lesen. Erstens: Das Geschäft mit Gratisangeboten ist in der Schweiz nicht frei, sondern genehmigungspflichtig. Zweitens: Ein Bonusangebot ausserhalb dieses Rahmens unterliegt keiner Schweizer Prüfung. Was das Gratisguthaben bei PowBet wert ist, hängt an den dortigen Bedingungen. Ob diese Bedingungen dem entsprechen, was ein Schweizer Wettender von einem Gratisangebot erwartet, kann niemand hier verbindlich sagen. Das ist kein Werbeargument gegen die Marke, sondern eine Folgerung aus der Aufsichtslage.

Wie diese Liste zu lesen ist

Die vier obersten Kriterien sind bei allen zehn dieselben. Wer eine Wette abschliesst, entscheidet mit der Wahl des Anbieters darüber, ob Verlustlimiten Pflicht oder freiwillig sind, ob eine Sperre im Casino wirkt, ob eine Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen geht und ob es im Streitfall überhaupt eine Instanz gibt.

Die Werbung beantwortet keine dieser Fragen. Sie beantwortet die Frage nach der Quote, und die Quote ist in jedem Markt nur eine Quote. Die Rechnung mit den 1.90 zu 1.90 und der Marge von rund 5 % gilt überall, im bewilligten wie im unbewilligten Geschäft. Der Unterschied liegt nicht in der Marge. Er liegt darin, wer die Regeln schreibt, wenn etwas anders läuft als geplant.

Was ein Tipp für Anfänger bedeutet und wo er endet

Einsteiger lesen Tipps anders als erfahrene Wettende: Sie lesen das Ergebnis und überspringen die Begründung. Das ist die falsche Reihenfolge, und sie erklärt die meisten Enttäuschungen im ersten Jahr.

Der Weg von einer Gratiswette zur echten Wette

Wer mit einem Gratisangebot beginnt, geht drei Schritte. Erstens registriert er sich mit Identitätsprüfung und weist Wohnsitz im Gebiet des Veranstalters nach. Zweitens setzt er die Verlustlimiten und entscheidet damit, was er in den nächsten 30 Tagen verlieren darf. Drittens löst er das Gratisguthaben ein, indem er es auf einen Wettschein setzt.

Der dritte Schritt ist der, an dem die meisten stehenbleiben und ihn nicht bemerken. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Es wird also nicht ausbezahlt, sondern gespielt. Und wer sich mit dem Einlösen Zeit lässt, merkt vielleicht nie, dass die Grenze zwischen dem geschenkten Guthaben und seinem eigenen längst verschwommen ist.

Was ein Gratisguthaben in Wahrheit wert ist

Was ein Einsatz ohne eigenen Geldeinsatz typischerweise wert ist, lässt sich nur am konkreten Angebot ausrechnen, und die Rechnung braucht dieselben drei Zutaten wie jede andere: den Betrag, die Quote eines passenden Marktes und den Auszahlungsanteil dieses Marktes. Der Nettogewinn eines Wettscheins ergibt sich aus dem Einsatz mal der Quote minus eins — bei einem Gratisguthaben mit angenommener Quote von 1.90 auf einen Betrag von CHF 10 also ein möglicher Ertrag von rund CHF 9 bis CHF 10, abhängig davon, ob nur das Guthaben eingesetzt wird.

Das ist eine Schätzung, kein Versprechen. Sie gilt im Durchschnitt über viele solcher Wetten, unter der Annahme, dass nur der Gratisbetrag gesetzt wird, und sie sagt nichts über den Ausgang einer einzelnen Wette. Und sie verschiebt sich, sobald Bedingungen dazukommen — ein Mindestumsatz, eine Mindestquote, ein Zeitfenster. Diese Bedingungen stehen in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, und sie sind das, was man vor dem Einlösen liest.

Wo ein Tipp endet und die Quote beginnt

Ein Tipp beschreibt ein Ereignis. Er beschreibt nicht den Betrag, den ein Wettender einsetzt. Die zweite Zahl ist die, über die der Wettende allein entscheidet, und sie ist die einzige Grösse im ganzen Vorgang, die er vollständig kontrolliert.

Ein Tipp, der richtig ist, zahlt einen Wettschein aus, dessen Höhe der Wettende festgelegt hat. Ein Tipp, der falsch ist, kostet einen Betrag, den er ebenfalls festgelegt hat. Das macht die Einsatzhöhe zur wichtigsten Zahl im ganzen Geschäft — und zur einzigen, über die kein Tippgeber, keine App und kein Vergleich ein Wort verliert.

Wo man in der Schweiz selbst nachprüft

Wer wissen will, ob ein Tipp bei einem Schweizer Veranstalter überhaupt spielbar ist, findet die Antwort im Wettprogramm des Anbieters und auf der Gespa-Liste der autorisierten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Wer wissen will, welche Limiten für ihn gelten, liest die Verlustlimiten im eigenen Spielerkonto und die Einsatzgrenzen in den Spielregeln. Wer wissen will, was ein Bonus wert ist, liest die Bonusbedingungen des Veranstalters — Gratisguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar, und das steht dort. Und wer wissen will, ob ein Anbieter eine Schweizer Bewilligung hat, prüft die Angaben des Veranstalters und die Gespa-Sperrliste. Diese vier Blicke dauern ein paar Minuten und ersetzen jeden Tipp, der behauptet, man könne sie sich sparen.

Häufig gestellte Fragen zu kostenlosen Sportwetten-Tipps

Wo findet man kostenlose Sportwetten-Tipps, und wie verlässlich sind sie?

Gratis-Tipps finden sich in Foren, auf Tipp-Seiten und in Tipp-Apps, oft ohne Angabe der Methode. Verlässlich meint hier nicht die Trefferquote, sondern die Nachprüfbarkeit. Eine Quelle, die Datenherkunft, Quotenbewertung und Zeitstempel nennt und ihre Irrtümer auflistet, ist brauchbar. Eine Quelle, die vor allem wirbt, ist eine Anzeige.

Warum gilt kein Tipp, auch kein kostenloser, als sicher?

Ein Tipp ist eine Wahrscheinlichkeitseinschätzung über ein Ereignis, das noch nicht eingetreten ist. Er kann gut begründet und trotzdem falsch sein. Kostenlos ändert nichts am Ausgang, aber alles an der Erwartung. Der Einsatz ist ab dem Moment echt, in dem die Wette auf dem Wettschein steht, unabhängig davon, was der Tipp gekostet hat.

Woran lässt sich ein nachvollziehbarer Tipp von blossem Marketing unterscheiden?

Ein nachvollziehbarer Tipp nennt die Zahlen, die ihn stützen: Form, Ausfälle, Statistik, Quote, Zeitpunkt. Ein Marketing-Tipp nennt ein Ergebnis und ein Gefühl. Prüfbar ist auch, ob der Tipp einen Markt trifft, der in der Schweiz auf der Gespa-Liste steht. Ein Tipp auf einen nicht gelisteten Markt ist bereits am Anfang unbrauchbar.

Was ist ein Value-Bet, und wie unterscheidet er sich von einem Tipp auf den Favoriten?

Ein Value-Bet beruht darauf, dass die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit über der Wahrscheinlichkeit liegt, die in der Quote steckt. Ein Favorit kann ein Value-Bet sein, ein Aussenseiter genauso. Ein Tipp auf den Favoriten ist dagegen nur eine Aussage darüber, wer häufiger gewinnt — und die Quote entscheidet, ob sich die Wette überhaupt rechnet.

Dürfen Sportwetten in der Schweiz nur bei Swisslos und der Loterie Romande abgeschlossen werden?

Ja. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip, Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus, und die beiden Gebiete überschneiden sich nicht.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was bedeutet die Marge des Anbieters?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, und wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter behält. Bei einem Zweiwwegemarkt zu je 1.90 liegt der Auszahlungsanteil bei rund 95 %, die Marge also bei rund 5 %.

Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»