Wetten auf Unentschieden als Rechnung, nicht als Gefühl

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben zu den Schweizer Veranstaltern wurden gegen die Angaben der Gespa und des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51) geprüft.

Ein Schachbrett mit Figuren mitten in einer Partie, im Vordergrund eine Dame aus Holz, Seitenlicht von einem Fenster.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Ein Unentschieden ist der Ausgang, für den die wenigsten Wettenden eine Meinung haben. Es fällt nicht spektakulär aus, es hat keinen Star, über den man reden könnte, und in der Tabelle der Resultate sieht es aus wie ein Versehen. Genau darum steht dort oft eine Quote, die auf den ersten Blick grosszügig wirkt — 3.40, 3.60, manchmal mehr. Wer darauf setzt, hat eine Zahl gekauft und nicht eine Überzeugung. Und die Zahl ist das Einzige, was man an einer Wette wirklich kennt.

Es gibt keine sicheren Muster für Unentschieden-Wetten, weil der Zufall keine Statistik kennt. Was sich aber rechnen lässt, ist das Geschäft hinter der Quote: Was der Buchhalter einbehält und was dem Wetter bleibt. In der Schweiz ist die Auswahl dabei übersichtlich: zwei bewilligte Veranstalter, klare Regeln — und daneben eine Handvoll ausländischer Marken, die auf Schweizer Bildschirmen auftauchen, ohne hier bewilligt zu sein. Wer die Quote als mathematisches Modell versteht, sieht diesen Unterschied sofort.

Die Rechtslage: zwei Bewilligungen und keine dritte

In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und das Gesetz lässt dafür genau zwei Veranstalterinnen zu. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Beide brauchen eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, beide werden von der Gespa in Bern beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur die Casinos im Blick hat. Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz, und deshalb ist die entscheidende Frage nicht, welche Marke am lautesten wirbt, sondern welche Marke überhaupt darf.

Ein schmiedeeisernes Gartentor zwischen zwei Steinpfosten am Ende einer Kiesallee, dahinter ein Herrenhaus im Dunst.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Wer online mitspielen will, muss im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin wohnen. Swisslos bedient über Sporttip die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; Loterie Romande bedient über Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die beiden Gebiete überschneiden sich nicht. Wer in Zürich wohnt, kommt bei Jouez Sport nicht ins Spielerkonto, wer in Lausanne wohnt, nicht bei Sporttip. Das ist keine Kundenservice-Frage, das ist die Rechtslage.

Was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf

Die Bewilligung deckt nicht das ganze Sportuniversum. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, und was nicht darauf steht, existiert für den Schweizer Markt nicht. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Corner- und Kartenmärkte sucht man auf der Liste vergeblich, eine Esport-Sektion ebenfalls. Dass eine Spielart technisch möglich wäre, heisst hier nichts.

Ein ruhiger Bergsee mit Nebel am Ufer bei Sonnenaufgang, am Hang dahinter dunkle Tannen.
Wird ein Sporttip-Wettereignis nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig; Einzelwetten werden zurückbezahlt.

Wetten auf Wetter, Politik oder die Ausgänge von Fernsehshows sind nicht zugelassen. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Die «freie Auswahl», mit der ausländische Portale werben, ist in der Schweiz also buchstäblich verboten — und sie ist der Grund, warum sich ein Vergleich der Märkte zwischen einem bewilligten und einem nicht bewilligten Anbieter gar nicht ziehen lässt.

Der Rahmen, in dem ein Strategiegedanke überhaupt stattfindet

Ein Punkt, der in Werbetexten selten steht: Die Schweiz hat keine feste staatliche Einzahlungsgrenze, aber eine Pflicht für die Veranstalterin, von jedem Wettenden Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste zu verlangen. Ein Limit setzt also der Spielende selbst, nicht der Staat. Wer sich nicht festlegt, bekommt von der Plattform ein Formular und keine Freiheit. Senken wirkt sofort; Erhöhen wirkt nach Gesetz erst nach 24 Stunden, und Swisslos verlangt in den eigenen Bedingungen 72 Stunden. Wer sein Limit in einer schlechten Nacht hochsetzen will, wartet also bis übermorgen — und das ist der ganze Sinn der Regel.

Die Spielsperre ist der zweite Mechanismus. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, und vor Ablauf der Frist wird die Sperre nicht aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre landet in einem schweizweiten Register, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und für das Fürstentum Liechtenstein gilt. Freiwillig gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer gesperrt ist, ist draussen; die Sperre ist kein Wunsch, sondern eine Tatsache.

Wo die Auswahl endet und was das für die Rechnung bedeutet

Bewilligte Veranstalter gibt es genau diese zwei. Die Gespa publiziert keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt — sie publiziert die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains darauf, und geblockte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang unter anderem Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als betroffen oder auf der Liste geführt.

Das ist eine Sperrliste, kein Sicherheitssiegel. Sie beschreibt, was Schweizer Nutzer technisch nicht erreichen — nicht, was sie nie erreichen. Diese Unterscheidung ist der Grund, warum die Angebote der ausländischen Marken in der folgenden Übersicht trotzdem ihren Platz haben: Schweizer Spielende treffen sie real, und wer sie beurteilen will, braucht die Kriterien.

Der Preis einer Wette ohne Schweizer Bewilligung

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst ein Land — hat in der Schweiz keine Kraft. Das ist keine Meinung, sondern Art. 4 BGS. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nach Angaben des Bundesamts für Justiz nicht bestraft — aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Es gibt keinen Zugang zum schweizerischen Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keinen Schweizer Rechtsweg. Eine Wette auf einer solchen Plattform ist nicht «mutiger» als eine bei Sporttip. Sie ist nur schlechter abgesichert.

Und die Bewilligung selbst ist der Punkt, an dem die beiden Gruppen auseinandergehen: voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog von Sportarten und Märkten, Wohnsitzpflicht und Identitätsprüfung auf der einen Seite; keine Spur davon auf der anderen. Das ist ein wirklicher Tausch und kein Marketing-Duell.

Verantwortung: das Budget ist die einzige Zahl, die man selbst schreibt

Jede Strategie für Unentschieden-Wetten beginnt nicht beim Spiel, sondern bei einem Betrag, der schon weg ist, bevor der erste Einsatz platziert wird. Wer diesen Betrag nicht vorher festlegt, hat ihn faktisch mit dem ersten Verlust festgelegt — nur später und zu einem Preis, der nicht mehr frei gewählt war. Budget ist keine Vorsichtsvokabel. Es ist die Grösse, gegen die sich alles andere überhaupt messen lässt.

Swisslos verlangt vor der ersten Teilnahme an Sporttip, dass Wettende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Wer sich hier 30 Tage und CHF 100 setzt, spielt 30 Tage mit CHF 100 — nicht mehr, und die Plattform hält sich daran.

Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte drei Dinge trennen, die gern in einen Topf geworfen werden. Das Gesamtbudget ist die Summe, die für ein Jahr oder einen Monat für Wetten bereitsteht und deren Verlust nichts verändert. Die Einsatzhöhe pro Wette ist ein Bruchteil davon — ein fester Prozentsatz, der sich nicht danach richtet, wie sicher sich jemand fühlt, sondern danach, wie oft er je Woche überhaupt setzt. Die Verlustlimite in Differenz zum Gesamtbudget ist das dritte: sie kann bei einer Pause helfen, ersetzt aber nicht die Entscheidung über die Summe.

Daraus folgt ein für viele unangenehmer Schluss. Wer eine Quote von 3.40 auf ein Unentschieden sieht und fühlt, wie der Einsatz wächst, hat nicht die Quote verbessert, sondern nur den Betrag erhöht, bei dem ein Fehler weh tut. Die Quote bleibt gleich; die Verantwortung für die Höhe liegt zu 100 Prozent beim Wettenden. Und es gibt keine Quote, die einen schlechten Einsatz rechtfertigt.

Wann eine Wette aufhört, Unterhaltung zu sein

Die Schweiz kennt ein schweizweites Sperrregister, in dem unbefristet gesperrte Personen eingetragen werden und das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und für Liechtenstein gilt. Ein befristeter selbstgewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Diese Werkzeuge sind nicht beleidigend gemeint, und sie sind erheblich einfacher zu benutzen als die Reparatur, die später nötig wird.

Betting und Casino sind in der Schweiz getrennte Bewilligungen mit getrennten Regeln. Wer sich Casino-Zugang sperrt, hat damit über Sportwetten nichts gesagt — die Spielsperre im Register wirkt dagegen breiter und erfasst auch Casinos einschliesslich Online-Casinos. Wer unsicher ist, welches Instrument im eigenen Fall greift, fragt bei seinem Kanton oder bei einer Beratungsstelle nach. Das ist keine Schwäche, das ist der Umgang mit einem Produkt, das Verluste schneller produziert als Gewinne.

Livewetten und Cash-Out: der teuerste Teil des Spiels

Bei einer Livewette passiert die Rechnung in Echtzeit. Die Quote bewegt sich mit dem Geschehen, weil jede Aktion eines Spielers die Einschätzung des Ausgangs verändert, und der Buchhalter aktualisiert schneller als der Wetter lesen kann. Wer eine Strategie für Livewetten baut, plant also nicht nur Märkte, sondern Verzögerung ein: die Zeit, bis das Tor im Datenfeed ankommt, die Zeit, bis die Plattform ihre Quote nachzieht, und die Zeit, die der eigene Finger braucht. In dieser Lücke liegt die Marge, und in dieser Lücke verlieren schnelle Entscheidungen.

Für ein Unentschieden ist das der unangenehmste Markt überhaupt. Der Ausgleichstreffer in der 88. Minute kippt die Quote für «X» nach oben, und wer die Nachricht zuerst sieht, hat einen Vorteil — deshalb ist die Quotenbewegung nach einem Tor oft schneller, als sie aussieht. Bei Swisslos gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis überhaupt live übertragen wird. Wichtig ist das nicht als Detail, sondern als Kostenpunkt: Wer ein Spiel «live» mitverfolgt, weil er glaubt, dort sei der schnellste Zugang, muss nicht dort sein, wo das Bild ist.

Die Regel, die eine späte Wette wertlos macht

Wetten, die bei Sporttip nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Ein Einsatz, der eine Sekunde zu spät kommt, ist also kein Verlust, aber auch kein Gewinn; er ist Nichts. Wer im Live-Bereich auf Unentschieden setzt, sollte diese Regel kennen, bevor er sie erlebt.

Die Sprachfalle dahinter ist die Rede von der «Live-Strategie». Wer eine Quote platziert, während eine Szene entschieden wird, wettet nicht auf ein Ereignis, sondern gegen eine Uhr. Das ist kein Können. Das ist Timing, und Timing hat einen Gegenspieler, der schneller ist.

Cash-Out: ein Preis für Ungeduld

Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Eine Garantie, dass ein bestimmter Markt Cash-Out anbietet, gibt es nicht — Swisslos muss den Ausstieg nicht überall anbieten und kann ihn jederzeit ändern.

Der Betrag selbst ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn und hängt vom Stand der Sportereignisse ab. Das ist die ganze Geschäftslogik in einem Satz: Wer aussteigt, verkauft den Rest seiner Chance und bezahlt dafür mit Rendite. Bei einem Unentschieden, das noch nicht gefallen ist, ist das besonders teuer, weil der späte Ausgleich — der Grund, warum die Quote so hoch war — nicht mehr im Cash-Out-Betrag steckt. Der Ausstieg schützt vor dem Verlust der letzten Minute. Er kostet das, wofür man überhaupt gesetzt hat.

Strategie: die Rechnung hinter dem Gefühl

Ein Value Bet ist der einzige Begriff unter den Wettbegriffen, der eine Zahl verlangt und keine Meinung. Er bedeutet: Die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs liegt über der Wahrscheinlichkeit, die in der angebotenen Quote steckt. Das ist alles. Wer «Wert» sagt, ohne diese beiden Zahlen zu nennen, sagt nichts.

Die Umrechnung ist einfach und sollte jedem Wettenden im Kopf zur Verfügung stehen. Bei einer Quote von 3.40 auf ein Unentschieden liegt die implizite Wahrscheinlichkeit bei rund 29 Prozent — die Formel ist eins geteilt durch die Quote, und das ergibt 1 ÷ 3.40 = 0,294. Eine Quote von 3.00 entspricht 33,3 Prozent, eine von 3.50 entspricht 28,6 Prozent. Wer diese Grösse ausrechnen kann, hört auf, Quoten als «hoch» oder «niedrig» zu erleben, und sieht stattdessen: Der Buchhalter sagt mir, was er für wahrscheinlich hält.

Warum die Summe über alle Ausgänge nicht 100 Prozent ergibt

Die drei Ausgänge eines Fussballspiels — Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg — sind erschöpfend: Einer tritt ein. Ihre impliziten Wahrscheinlichkeiten müssten sich also zu 100 Prozent addieren. Sie tun es nie. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Preis, den der Buchhalter nimmt.

Für einen illustrativen Zwei-Wege-Markt mit Quoten von 1.90 und 1.90 lässt sich die Rechnung sauber zeigen. Der Quotenschlüssel, also der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt insgesamt zurückzahlt, ergibt sich aus 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) — zwei Mal dieselbe Zahl. 1/1.90 ist rund 0,526; die Summe ist rund 1’053; der Kehrwert daraus liegt bei etwa 0,95. Der Markt zahlt also ungefähr 95 Prozent der Einsätze zurück, und die Marge — 100 Prozent minus diesen Quotenschlüssel — liegt bei rund 5 Prozent. Das gilt unter der Bedingung eines ausgeglichenen Zwei-Wege-Marktes mit gleichen Quoten; bei einem Markt mit drei Ausgängen oder asymmetrischen Quoten liegt die Marge anders, und bei derselben Zahl von zwei Ausgängen ist sie es, die den Ausschlag gibt.

Diese rund 5 Prozent sind keine Gebühr auf dem Wettschein. Sie sind in jeder Quote schon enthalten, sie sind unsichtbar, und sie fallen bei jedem Einsatz an, ob gewonnen oder verloren. Wer einen fairen Ausgang in einem Markt mit gleichen Quoten trifft, bekommt also nicht das, was er getroffen hätte — sondern rund 95 Prozent davon. Der Buchhalter muss nichts tun, um zu verdienen. Er muss nur die Quoten so setzen.

Dutching: mehrere Ausgänge, ein Betrag

Dutching löst ein konkretes Problem: Wer mehr als einen Ausgang für möglich hält, aber nicht weiss welchen, kann den Einsatz auf mehrere verteilen, sodass der Rückfluss bei jedem Treffer gleich gross ist. Der Wetter gewinnt nicht mehr, sondern er gewinnt in jedem Fall der Abdeckung denselben Betrag — und bezahlt dafür aus der eigenen Tasche.

Die Verteilung ist ein Bruch: Auf jeden Ausgang kommt ein Anteil, der umgekehrt proportional zu seiner Quote ist, und multipliziert mit der Gesamtsumme. Wer in einem Markt mit gleichen Quoten zwei Ausgänge abdeckt, teilt also zwei gleiche Hälften. Wer ungleiche Quoten abdeckt — etwa ein Unentschieden zu 3.40 neben einem Favoriten zu 1.60 — verschiebt die Gewichte klar zum Favoriten.

Und hier zeigt sich der Kostenpunkt, der in keinem Dutching-Erklärtext steht: Die Marge wird nicht geteilt, sondern summiert. Wer auf zwei oder drei Ausgänge setzt, zahlt den Buchhalteranteil zwei oder drei Mal, und ein Institut, das über eine höhere Marge verfügt, verlangt bei jedem dieser Wege mehr. Dutching erhöht nicht die Zahl der Chancen. Es erhöht die Zahl der Positionen, an denen der Markt seinen Anteil nimmt.

Teilsysteme und Kombinationen: die Marge multipliziert sich mit

Ein Kombinationswette verlangt 2 bis 10 Voraussagen, und die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip gilt der Kombiboost nur online, in Prematch, Live und bei Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Jouez Sport deckelt den Gewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000 und alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000; der Mindestquotenschlüssel liegt bei 1.10, die Quote darf 100’000 nicht übersteigen.

Der Bonus ist kein Geschenk an den Wetter, sondern ein Signal an ihn. Wer vier Voraussagen verbindet, hat vier Mal die Marge bezahlt, und der Boost auf den Nettogewinn füllt einen Teil davon wieder auf — nicht die ganze Summe. Wer fünfzehn Voraussagen kombiniert, für 100 Prozent, hat fünfzehn Märkte durchlaufen und fünfzehn Buchhalteranteile entrichtet; dass der Bonus so absurd steigt, hat einen Grund. Das ist kein Köder, der unlauter ist. Es ist ein Köder, der die Sache richtig rechnet.

Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online und für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer aussteigt, verliert den Boost; wer den Boost will, verzichtet auf den Ausstieg. Beides zu haben, ist nicht vorgesehen.

Was eine Unentschieden-Strategie nicht leisten kann

Statistische Auswertungen zu Unentschieden-Quoten, Torschnitt und Form liefern eine Einschätzung und nicht eine Sicherheit. Sie helfen, eine Quote einzuordnen: Wenn eine Liga historisch häufig unentschieden endet, lässt sich prüfen, ob die angebotenen Quoten das widerspiegeln. Sie sagen nichts über das nächste Spiel. Die Marge sitzt in jeder Quote, und sie frisst jede Strategie, die die Wahrscheinlichkeit nicht besser trifft als der Markt.

Es gibt keinen Weg, aus einer hohen Quote eine Einnahmequelle zu machen, und eine Strategie, die zuverlässig Einkommen produziert, gibt es nicht. Was es gibt: eine Rechnung, die man selbst aufstellt, eine Bankroll, die man vorher begrenzt, und die Disziplin, nach dem Verlust nicht zu verdoppeln. Wer das als Verlust betrachtet, hat die falsche Erwartung an das Produkt.

Die Strategien und was jede den Wettenden kostet

Die Ansätze lassen sich nicht sauber ordnen, ohne den Preis zu nennen, den jeder von ihnen mitbringt.

Die Value-Strategie verlangt die ehrlichste Arbeit und den grössten Zeitaufwand. Wer den Wert einer Quote prüfen will, muss eine eigene Wahrscheinlichkeit schätzen — eine Zahl, die niemand kennt — und gegen die implizite Wahrscheinlichkeit des Marktes stellen. Der Aufwand ist hoch, das Risiko bleibt, und der Vorteil, wenn er existiert, ist klein. Die Marge wird hier in jeder Wette bezahlt, aber nicht umgangen.

Dutching verlangt weniger Arbeit und mehr Kapitaleinsatz. Es verteilt den Einsatz über mehrere Ausgänge, stabilisiert aber nur die Auszahlung bei Treffer und nicht das Ergebnis: Über zwei oder drei Positionen wird die Marge zwei oder drei Mal bezahlt, und wer kühnere Ausgänge mitabdeckt, findet schnell, dass der stabile Rückfluss unterm Strich trotzdem kleiner ist als der Einsatz mal eine gute Quote.

Systemwetten und Kombinationen verlangen die geringste Entscheidungsarbeit und tragen die höchsten Kosten. Jede zusätzliche Voraussage multipliziert die Quote und addiert einen weiteren Buchhalteranteil. Der Kombiboost zahlt einen Teil zurück, aber nur bei Einhaltung aller Bedingungen — mindestens vier Voraussagen zu je mindestens 1.50, Online-Platzierung, limitiert in Einsatz und Erhöhung, und hinfällig bei Cash-Out. Wer auf einen Boost spekuliert, investiert 100 Prozent der Kombination und bekommt einen Bruchteil zurück.

Livewetten verlangen den schnellsten Entschluss und haben den schlechtesten Aufwand-Ertrag für einen Anfänger. Die Quote bewegt sich, während man entscheidet; ein Ereignis kann mit Quote 1.00 gewertet werden, wenn es nach dem Eintreffen des Ausgangs platziert wurde. Wer Live als Gelegenheit sieht, sollte zuerst prüfen, wie viel Verzögerung zwischen ihm und dem Feed liegt.

Cash-Out schliesslich ist keine Strategie, sondern ein Preis für Ungeduld. Er ist eine Dienstleistung und kein Werkzeug: Der Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn, hängt vom Stand des Spiels ab, ist von der Veranstalterin jederzeit änderbar und nicht für jeden Markt garantiert.

Die Schweizer Veranstalter und die ausländischen Marken im Vergleich

Die folgende Übersicht ordnet die geprüften Marken nach dem entscheidenden Merkmal: Wer darf in der Schweiz Sportwetten anbieten und auf wen man sich in einem Streitfall berufen kann. Die ausländischen Marken sind nicht als Empfehlung aufgeführt, und keine von ihnen erhält hier eine Empfehlung.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Grossspiel-Bewilligung: Veranstalter- und Spielbewilligung nach SR 935.51 unter Aufsicht der Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Grossspiel-Bewilligung: Veranstalter- und Spielbewilligung nach SR 935.51 unter Aufsicht der Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande
Betovo ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung festgestellt
BetPanda ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung festgestellt
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung festgestellt
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung festgestellt
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung festgestellt
BC.Game ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung festgestellt
myBet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung festgestellt
Sportaza ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung festgestellt

Die Tabelle lässt die Spalten weg, die sie nicht tragen kann. Über Zwillingsgebühren, Auszahlungsfristen oder Einschränkungen der Kontoführung bei den acht ausländischen Marken wäre nichts Belastbares zu schreiben; wo nichts steht, steht hier nichts, und wer dort spielt, findet die Bedingungen nur in den Geschäftsbedingungen der Anbieter selbst.

Der erste und zweite Eintrag sind der Grund, warum die Liste so kurz ist. Art. 4 BGS lässt eine Bewilligung nur in der Schweiz gelten, und das Gesetz hat die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten in den Kantonen auf zwei begrenzt. Es gibt keine dritte bewilligte Marke, weil das Gesetz keine vorsieht.

Beim ersten Eintrag der Liste schliesst die Marge eine Lücke

Art. 4 BGS sagt, was eine Bewilligung wert ist: Sie gilt nur in der Schweiz. Die Kehrseite — dass ein ausländischer Anbieter keine Schutzfunktion auslöst — ist der Preis, den ein Wetter bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung trägt, und der ist höher als bei Sporttip. Das ist die eigentliche Vergleichsgrösse, nicht die Willkommensprämie.

Wie die zwei Schweizer Veranstalter aufgestellt sind

Swisslos Sporttip steht deshalb zuerst in jeder Liste, weil es der erste von zwei Anbietern ist, die ein Schweizer Sportwetten-Publikum überhaupt bedienen dürfen. Die Bewilligung ist ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz — eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, beide unter Aufsicht der Gespa. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel; sie organisiert Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, und Sporttip ist der Name des Sportwetten-Produkts. Ein Online-Konto gibt es nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet: die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Für die Praxis wichtiger als die Bewilligungsform sind die Zahlen, an denen ein Unentschieden-Spieler hängen bleibt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Ein Einsatz von CHF 1’000 auf eine Quote von 3.40 auf ein Unentschieden liegt also genau am Rand dessen, was angenommen wird.

Und die Rechnung dahinter ist nüchtern: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Arithmetisch dürfte das kaum auffallen. Auf viele Wetten gerechnet ist die Rundung ein systematischer Abzug zugunsten des Veranstalters, weil sie nach unten geht.

Zur Auszahlung gehören zwei Zahlen, die man vorher kennen sollte. Spielguthaben zahlt Swisslos innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen. Aufgeladen wird das Guthaben über eine Online-Zahlungsmöglichkeit oder einen Einzahlungsschein ab CHF 20, wobei in 30 Tagen höchstens CHF 10’000 möglich sind und ein Kauf nur erlaubt ist, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zur Verfügung, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Auch die Regeln für abgesagte Spiele gehören ins Kalkül. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Für einen Strategieplaner ist das die relevante Frage bei einem Unentschieden in einer Kombination: Das Spiel fällt aus, der Markt verschwindet, und die Kombination rechnet mit einer toten Position weiter.

Der Umgang mit Verlängerung und Penaltyschiessen entscheidet bei Pokalspielen über alles. Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer — im Fussball 90 Minuten — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein «Unentschieden» in einem Cupspiel ist damit am Ende der Verlängerung nicht mehr dasselbe Unentschieden wie nach 90 Minuten. Diese Frage ist die häufigste Ursache für einen Streit am Wettschalter, und sie lässt sich vor dem Einsatz klären und danach nicht mehr.

Ein weiterer Punkt, der bei Kombinationen greift: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer «Unentschieden» und «kein Tor in der ersten Halbzeit» verbindet, hat es mit zwei abhängigen Aussagen zu tun, nicht mit zwei unabhängigen.

Anmeldung schliesslich verlangt volle Angaben. Für das Online-Konto braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer an einem Wettereignis als Wettkämpfer teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Die Bewertung: Sporttip ist das Angebot mit der engsten Auswahl und der vollständigen Schutzarchitektur — Verlustlimiten, Sperrregister, Rechtsweg, Steuerfreiheit unterhalb des Freibetrags. Der Preis für diesen Schutz ist der engste Marktkatalog des Vergleichs. Wer eine bestimmte, exotische Wette sucht, wird sie hier nicht finden. Wer die Wette, die er suchen würde, ohnehin nicht hätte setzen dürfen, findet hier den Grund dafür.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweiz mit eigenen Grenzen

Jouez Sport ist das Pendant für die andere Sprachregion und teilt sich mit Sporttip dieselbe Bewilligungsarchitektur, aber nicht dasselbe Publikum. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Das ist keine Kleinigkeit für einen Strategiespieler: Ein Netz dieser Grösse bedeutet, dass der Gang zum Schalter für viele Westschweizer näher liegt als der Weg zum Bildschirm.

Die harten Grenzen des Produkts stehen im Reglement. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die Obergrenze von CHF 300’000 pro Wette ist in einer Region ohne exotischen Marktkatalog selten ein praktisches Problem — und doch eine Zahl, die man kennen sollte, bevor man eine Kombination aus dreizehn unwahrscheinlichen Ausgängen baut, deren Gesamtquote rechnerisch in einen Bereich läuft, in dem der Gewinn gedeckelt wird. Der Deckel ist keine Bosheit. Er ist die Antwort des Veranstalters auf ein Risiko, das er selbst nicht tragen will.

Der Mindestquotenschlüssel von 1.10 erinnert daran, dass auch sehr kleine Quoten als Einzelwette gelten und in eine Kombination eingehen können. Wer in der Westschweiz wohnt, kann sich also nicht aussuchen, ob er bei Swisslos oder bei Loterie Romande spielt — das entscheidet der Wohnort, und die Bedingungen des jeweiligen Produkts sind die, die man bekommt.

Die Bewertung: Jouez Sport liest sich wie Sporttip mit einem Gewinndeckel und einem dichten Verkaufsstellennetz. Der Deckel ist der Punkt, an dem sich Kombinationsträume von der Realität verabschieden; das Netz ist der Punkt, an dem Beratung noch physisch stattfindet. Wer in der Westschweiz wohnt, hat hier sein Produkt — mit allen Grenzen, die das Reglement zieht.

Warum die ausländischen Marken in derselben Liste stehen

Die folgenden acht Marken sind nicht aufgeführt, um sie zu bewerben. Wer in der Schweiz Sportwetten sucht, trifft sie real — über Werbung, über Foren, über Sponsoring — und wer sie beurteilen will, braucht Kriterien. Die Kriterien sind hier dieselben wie oben, und das erste davon lautet: keine Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft; die Schweizer Aufsicht kennt diese Anbieter nicht, und Art. 4 BGS sagt das ausdrücklich.

Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Bewilligung, ohne Zugang zum schweizerischen Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg. Dazu kommt die Steuerwelt: Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis kann sie als vollständiges Einkommen erfassen — die Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze, und wer diese Fragen konkret hat, wendet sich an einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung. Das ist allgemeine Information und keine Steuerauskunft.

Eine Besonderheit, die alle acht betrifft: Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blocken; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains, und gesperrte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt. Eine Marke auf dieser Liste ist für einen Schweizer Internetanschluss nicht erreichbar — bis sie es über eine neue Domain wieder wäre. Wer die Verfügbarkeit eines Anbieters als Verlässlichkeit liest, verwechselt ein technisches Hindernis mit einer Erlaubnis.

Die acht Marken werden hier nicht mit eigenen Bedingungen beschrieben, weil keine belastbaren Angaben zu ihren Konten, Auszahlungen oder Einsätzen vorliegen. Wo nichts steht, steht nichts — und genau das ist bei einem Anbieter ohne Schweizer Aufsicht die Information.

Betovo

Betovo ist eine der Marken ohne Schweizer Bewilligung, und die Bewertung fällt damit an der einzigen Stelle aus, an der eine Bewertung hier etwas wert wäre: Es gibt keine Veranstalterbewilligung und keine Spielbewilligung nach Schweizer Recht, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz keine Kraft, und eine solche ist für Betovo nicht festgestellt. Erreichbar ist die Seite nur, solange sie nicht auf der Sperrliste steht.

BetPanda

Bei BetPanda wiederholt sich dasselbe Bild, und es ist das Bild, das die ganze Gruppe teilt: keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister-Zugang, kein Schweizer Anspruch, wenn eine Auszahlung hängt. Die Gespa kann Domains solcher Anbieter auf die Sperrliste setzen und über DNS blockieren lassen. Wer sein Konto dort führt, führt es ausserhalb jeder Schweizer Kontrolle, und die Bedingungen, unter denen Geld hin und her geht, stehen nur in den Bedingungen des Anbieters.

Wettigo

Wettigo bedient Schweizer Spielende, darf es aber nicht. Diese Feststellung ist keine Wertung seiner Software, sondern eine Feststellung über den Rahmen: Die Schweiz hat für Sportwetten genau zwei Veranstalterinnen vorgesehen, und Wettigo ist keine davon. Damit fehlt jede Instanz, an die man sich wenden könnte, und Gewinne fallen unter die kantonale Steuerpraxis für ausländische Grossspiele. Für einen Unentschieden-Spieler, der eine Strategie über Monate durchzieht, ist das der Unterschied, der die ganze Rechnung verschiebt.

Rainbet

Rainbet steht in derselben Reihe. Die Bewilligung nach Schweizer Recht fehlt, eine in der Schweiz gültige ausländische Bewilligung existiert nicht, und die Aufsicht kennt die Marke nicht. Bemerkenswert ist bei solchen Anbietern nicht, was sie anbieten, sondern was sie nicht auslösen: keine Limitenpflicht nach Schweizer Vorgaben, keine Sperrregister-Wirkung, keinen Rechtsweg. Wer dort mit einer Bankroll arbeitet, arbeitet mit Werkzeugen, die er selbst mitbringen muss.

Sportuna

Auch für Sportuna gilt: keine Schweizer Bewilligung und keine in der Schweiz wirkende Bewilligung. Der Blockierungsmechanismus der Gespa ist der einzige Weg, auf dem ein solcher Anbieter vom Schweizer Markt ferngehalten wird — und er funktioniert technisch, nicht rechtlich für den einzelnen Spielenden. Das heisst: Solange die Seite erreichbar ist, entscheidet allein der Nutzer, ob er das Risiko eines Kontos ohne Schweizer Anspruch tragen will. Ein Kontrollgremium gibt es nicht.

BC.Game

BC.Game ist die Marke der Gruppe, bei der der Name am ehesten ein Casino-Publikum anspricht. Für das Sportwetten-Publikum bleibt die Lage dieselbe: kein Schweizer Veranstalter, keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Rechtsweg. Auffällig ist an der Bewilligungsfrage vor allem die Leerstelle — eine Bewilligung, die in der Schweiz gelten würde, ist nicht festgestellt. Wer ein Konto eröffnet, trägt jeden Schritt davon selbst. Das ist bei einem Produkt, bei dem 5 Prozent Marge in jedem Preis stecken, eine teure Ausgangslage.

myBet

myBet gehört zum selben Typ. Ohne Schweizer Bewilligung gibt es keinen Anspruch auf die Schutzmechanismen, die hier im Kapitel über Spielerschutz beschrieben sind, und keinen Weg, das Sperrregister zu nutzen, das bei einer unbefristeten Sperre auch Casinos einschliesslich Online-Casinos und Liechtenstein erfasst. Wer sich dort selbst eine Grenze setzen will, muss es mit den Mitteln des Anbieters oder mit eigener Disziplin tun.

Sportaza

Sportaza schliesst die Reihe mit dem gleichen Befund: keine Schweizer Bewilligung, keine festgestellte ausländische Bewilligung mit Kraft in der Schweiz, keine Aufsicht, kein Rechtsweg. Der einzige Schweizer Mechanismus, der greift, ist die Sperrliste mit DNS-Block von Telekom-Anbietern. Wer vor einer Anmeldung steht, hat damit alles, was er wissen muss, um die Entscheidung selbst zu treffen.

2026: Was sich in diesem Jahr steuerlich und beim Limit ändert

Zwei Zahlen aus diesem Jahr gehören in jede Budgetrechnung. Der Steuerfreibetrag für Gewinne aus Schweizer Grossspielen liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Bis zu diesem Betrag ist ein einzelner Gewinn einkommenssteuerfrei, und bei Sportwetten wird diese Schwelle praktisch nie erreicht. Wer darüber kommt, zahlt 35 Prozent Verrechnungssteuer, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Der kantonale Freibetrag weicht davon je nach Kanton ab, deshalb lässt sich hier keine einzelne Kantonszahl nennen.

Die zweite Zahl betrifft die Spielerschutzseite. Die Oberlimite für selbst gesetzte Verlustlimiten liegt bei Sporttip bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Wer die volle Oberlimite setzt, hat faktisch kein Limit gesetzt. Wer sie auch nur in die Nähe dieser Zahl bringt, hat eine Grenze gezogen, die er nicht mehr überblickt. Der eigentliche Wert der Limite liegt nicht in ihrem Maximum, sondern darin, dass sie unter der Summe liegt, die bei einem Verlust das Leben verändert.

Wie eine Wette abgerechnet wird, bevor man sie überhaupt platziert

Vier Rechenregeln, die auf dieser Seite mehrfach vorkommen, in der Reihenfolge, in der ein Wetter sie braucht.

Zuerst die implizite Wahrscheinlichkeit: eins geteilt durch die Quote. Bei 3.40 auf ein Unentschieden sind das 29,4 Prozent; bei 1.90 sind es 52,6 Prozent. Diese Zahl ist der Vergleichswert, nicht die eigene Meinung.

Dann der Quotenschlüssel über alle Ausgänge eines Marktes, also eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 ergibt das rund 0,95 — ein Auszahlungsanteil von ungefähr 95 Prozent und eine Marge von etwa 5 Prozent, unter der Bedingung ausgeglichener Quoten.

Dann der Rückfluss: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal dem Produkt der Einzelquoten. Aus CHF 100 und Quote 3.40 werden CHF 340, davon CHF 240 Nettogewinn — und bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Schliesslich die Grösse, die am wenigsten besprochen und am meisten gespürt wird: die Marge, mehrfach bezahlt. Wer drei Ausgänge im Dutching abdeckt oder vier Voraussagen kombiniert, entrichtet den Anteil des Veranstalters nicht einmal, sondern drei- oder viermal. Eine Strategie ist nur dann besser als eine andere, wenn sie diese mehrfachen Anteile ausdrücklich einrechnet.

Häufige Fragen zu Wetten auf Unentschieden

Welche implizite Wahrscheinlichkeit steckt in einer Quote von 3.40 auf ein Unentschieden?

Die Rechnung ist eins geteilt durch die Quote: 1 ÷ 3.40 ergibt rund 0,294, also etwa 29 Prozent. Der Buchhalter sagt damit, dass er diesen Ausgang mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp unter einem Drittel einordnet. Wer den Wert einer solchen Quote beurteilen will, braucht eine eigene Schätzung und nichts sonst.

Kann eine Strategie für Unentschieden-Wetten dauerhaft Gewinn bringen?

Nein, und die Marge ist der Grund. In einem Zwei-Wege-Markt mit gleichen Quoten von 1.90 liegt der Auszahlungsanteil bei rund 95 Prozent und die Marge bei etwa 5 Prozent — diese Kosten fallen bei jedem Einsatz an. Eine Strategie kann die eigene Einschätzung verbessern. Sie kann den Buchhalteranteil in den Quoten nicht beseitigen.

Was bedeutet ein Value Bet, und wie wird er bei einem Unentschieden erkannt?

Ein Value Bet liegt vor, wenn die eigene geschätzte Wahrscheinlichkeit über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt. Bei einer Quote von 3.40 liegt diese Schwelle bei rund 29 Prozent. Wer meint, ein Unentschieden trete häufiger ein als in 29 von 100 vergleichbaren Fällen, sieht dort einen Wert. Die Schätzung bleibt seine.

Was ist Dutching, und wie werden die Einsätze verteilt?

Beim Dutching wird ein Betrag auf mehrere Ausgänge eines Marktes verteilt, sodass der Rückfluss bei jedem abgedeckten Ausgang gleich gross ist. Die Anteile stehen im umgekehrten Verhältnis zu den Quoten. Der Preis dafür: Die Marge wird nicht geteilt, sondern für jede abgedeckte Position einzeln bezahlt.

Wie zählt eine Wette auf Unentschieden bei Sporttip, wenn es Verlängerung oder Penaltyschiessen gibt?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf ein Unentschieden nach 90 Minuten setzt, sollte das vor dem Einsatz auf dem Wettschein prüfen.

Wie lässt sich ein festes Budget mit Verlust- und Einsatzlimiten bei Swisslos und Loterie Romande umsetzen?

Swisslos verlangt vor der ersten Teilnahme an Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Darauf lässt sich ein fester Einsatzanteil pro Wette aufbauen.

Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»