Süper Lig Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalterinnen, ein geschlossener Markt und was das den Wettenden kostet
29. Oktober 2026 · geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die veröffentlichten Spielregeln der beiden Veranstalterinnen.

Wer aus Zürich, Bern oder Lugano eine Wette auf Galatasaray oder Fenerbahçe platzieren möchte, stösst auf eine Situation, die es in kaum einem anderen europäischen Wettmarkt gibt: Es gibt nicht zu viele Anbieter, sondern zu wenige. Genau zwei Veranstalterinnen dürfen in der Schweiz Sportwetten organisieren, Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Jede deckt ihr eigenes Gebiet ab, und wer ausserhalb dieses Gebiets wohnt, bekommt dort kein Konto. Das ist die erste und grösste Kostenposition dieser Seite, und sie ist kein Geldbetrag, sondern eine Adresse.
Was folgt, ist eine Rechnung. Nicht die Rechnung, ob ein Tipp aufgeht — das kann niemand vorhersagen, und wer es verspricht, verkauft etwas. Sondern die Rechnung, was die Teilnahme am bewilligten Schweizer Markt die Wettenden tatsächlich kostet: an Einschränkungen, an Limiten, an Margen und an Steuern. Der Titel dieses Textes führt die Süper Lig, weil sie das Ereignis ist, um das sich alles dreht, doch das eigentliche Thema ist der Rahmen, in den jede einzelne Wette in diesem Land gesetzt wird.
Die Süper Lig als Wettsujet: was 306 Spiele für den Spielplan bedeuten
Die Süper Lig 2025/26 umfasste 18 Vereine und 306 Spiele in 34 Spieltagen. Sie begann am 8. August 2025, der letzte Spieltag war der 17. Mai 2026 — eine Saison, die im Spätsommer anfängt und im Frühling endet, mit einer Winterpause, die den Wettschein für einige Wochen dünn werden lässt. Wer den Kalender des türkischen Fussballs kennt, weiss, dass zwischen Dezember und Mitte Januar kaum Spiele anstehen. Für Wettende ist das keine Nebensache: Die Limiten, die man sich selbst setzt, laufen in Tagen und nicht in Spieltagen. Wer eine 30-Tage-Verlustlimite aufstellt, deckt damit eine Pause ab, in der gar nicht gesetzt werden kann.

Wie der Spielplan der Süper Lig aufgebaut ist
In der Süper Lig spielt jeder Verein gegen jeden zweimal, einmal zu Hause und einmal auswärts. Für einen Sieg gibt es seit der Saison 1987/88 drei Punkte, davor waren es zwei. Diese Umstellung ist weit über dreissig Jahre her, aber sie erklärt, warum ältere Statistiken zur Liga nicht mit heutigen Punktzahlen vergleichbar sind: Ein Meistertitel aus den Siebzigerjahren sammelte sich unter einem anderen Punktesystem.
Ganz unten ist die Liga ein geschlossener Trichter. Die letzten drei Vereine steigen in die TFF 1. Lig ab. Von dort steigen die beiden Besten direkt auf, und die Plätze 3 bis 6 spielen seit der Saison 2005/06 in Play-offs einen weiteren Aufstiegsplatz aus. Wer in der unteren Tabellenhälfte auf ein einzelnes Spiel setzt, setzt damit faktisch auf drei sehr unterschiedliche Motivationslagen: Der Tabellenvierzehnte kämpft gegen den Abstieg, der Tabellensiebte hat nichts mehr zu gewinnen, und der Dritte der zweiten Liga kämpft um den Relegationsplatz.

Die Vereine, die den Wettschein dominieren
Rekordmeister der Süper Lig ist Galatasaray Istanbul mit 26 Titeln, vor Fenerbahçe mit 19, Beşiktaş mit 16 und Trabzonspor mit 7. Das sind vier Namen, die über Jahrzehnte den Markt geprägt haben. Meister der Saison 2025/26 wurde Galatasaray Istanbul mit 77 Punkten aus 24 Siegen, 5 Unentschieden und 5 Niederlagen. Antalyaspor, Kayserispor und Fatih Karagümrük SK stiegen in die TFF 1. Lig ab.
Rekordtorschütze der Liga ist Hakan Şükür mit 249 Toren. Die meisten Tore in einer einzigen Saison erzielte Tanju Çolak mit 39 Treffern in der Saison 1987/88. Solche Zahlen tauchen in jedem Vorschauartikel auf und beeinflussen, wie der Markt die Torreichweite einzelner Begegnungen einschätzt.
Ein Detail, das den Wettschein betrifft: Die erste Saison der Süper Lig begann am 21. Februar 1959, nach einem Beschluss des türkischen Fussballverbands TFF, der die Liga bis heute organisiert. Die Liga ist also keine Erfindung des Fernsehzeitalters, sondern eine gewachsene Institution.
Was zwei Istanbuler Vereine auf einem Schweizer Wettschein bedeuten
Wenn 306 Spiele auf dem Programm stehen, heisst das für Wettende in der Schweiz nicht, dass 306 Spiele verfügbar sind. Das bewilligte Angebot ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS, eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026. Was nicht darauf steht, wird hier nicht angeboten. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe gibt es nicht. Die Liste führt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion.
Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS gesperrt. Das klingt nach einem Nebensatz. Es ist der Grund, warum ein Teil des internationalen Junioren- und Nachwuchsfussballs auf dem Schweizer Wettschein schlicht nicht existiert.
Woran die Bewilligung hängt: Aufsicht, Geltungsbereich und die Grenzen des Angebots
Ein Blick in die Schweizer Wettlandschaft zeigt häufig die Buchstaben ESBK. Sie gehören nicht hierher. Die ESBK beaufsichtigt Casinos, für Sportwetten ist die Gespa zuständig, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Der Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft, das Geldspielgesetz, SR 935.51, seit dem 1. Januar 2019.
Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung: die zwei Papiere
Wer in der Schweiz Sportwetten anbieten will, braucht nach Art. 21 bis 25 BGS beides: eine Bewilligung als Veranstalterin und eine Bewilligung pro Spiel. Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz, so steht es in Art. 4 BGS. Wer einen ausländischen Bewilligungsnachweis in der Hand hält, hält damit kein Schweizer Papier in der Hand. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Mehr gibt es nicht, und es gibt auch keine Warteliste. Die Gespa veröffentlicht deshalb keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher. Sie veröffentlicht die Sperrliste.
Das Vertragsgebiet entscheidet, wer überhaupt ein Konto bekommt
Swisslos betreibt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende und nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne.
Für ein Onlinekonto braucht es nach Art. 47 Abs. 3 VGS Wohnsitz in der Schweiz, in der Praxis zusätzlich einen Wohnsitz im jeweiligen Gebiet der Veranstalterin. Die Registrierung bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Das ist der Punkt, an dem die Rechnung unangenehm wird. Wer in Basel wohnt und ursprünglich aus der Waadt stammt, hat kein Wahlrecht; das Konto richtet sich nach der aktuellen Adresse. Ein Umzug innerhalb der Schweiz kann also bedeuten, dass ein bestehendes Konto nicht mehr nutzbar ist.
Ob die Süper Lig auf der Gespa-Liste steht
Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten entscheidet, ob ein Turnier überhaupt angeboten werden darf. Sie ist eine geschlossene Aufzählung, und sie wird von der Gespa selbst geführt und ist dort einsehbar. Wer vor einem Saisonstart wissen will, ob eine bestimmte Liga oder ein bestimmter Wettbewerb im Angebot landet, prüft genau dort und nirgendwo sonst. Ein Veranstalter kann nur anbieten, was auf der Liste steht, und er kann weniger anbieten, aber nicht mehr.
Verlustlimiten, Spielsperre und Adressprüfung: was der Spielerschutz von Anfang an kostet
Die Schweiz setzt den Spielerschutz an einer Stelle an, an der viele andere Länder nicht ansetzen. Sie begrenzt nicht die Einzahlung von Staats wegen, sondern verlangt, dass die Spielenden selbst vor der ersten Wette eine Grenze setzen. Für Swisslos heisst das konkret: Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Warum die 72 Stunden der eigentliche Mechanismus sind
Die 72-Stunden-Frist ist keine Schikane, sie ist eine Bremse, und sie ist die einzige, die im richtigen Moment wirkt. Wer nachts um zwei nach drei verlorenen Wetten meint, die Limite hochsetzen zu müssen, kommt mit dieser Absicht nicht durch die Nacht. Nach unten korrigieren darf man jederzeit; nach oben dauert es drei Tage. Die gute Nachricht für on-the-fly-Änderungen lautet also: enger geht immer.
Nach Statut, genauer Art. 87 VGS, muss die Veranstalterin vom Spielenden selbst gesetzte Oberlimiten für den Tag, die Woche oder den Monat verlangen. Die Absenkung wirkt nach dem Statut sofort, die Erhöhung nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein festgelegter, staatlicher Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht. Die Limiten kommen also genau von drei Seiten: von dem, was die Veranstalterin ohnehin als Höchsteinsatz zulässt, von der selbst gesetzten Verlustlimite, und von der freiwilligen Einzahlungslimite für 30 Tage.
Was die Höchsteinsätze mit der Limitenlogik machen
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der jeweiligen Limite wird nicht angenommen.
Das führt zu einem Effekt, den man sich vor Augen halten sollte. Eine Verlustlimite von CHF 9’999 für 30 Tage ist theoretisch grosszügig, praktisch aber selten die bindende Grenze. Wer in einer Systemwette CHF 10’000 einsetzt, sprengt den Rahmen einer 30-Tage-Verlustlimite von CHF 9’999 mit einer einzigen Wette. Und wer eine Kombiwette in mehreren Schritten aufstockt, tastet sich an die Limite heran, ohne dass ein einzelner Einsatz besonders hoch aussieht.
Spielsperre: die eigene Pause und das gemeinsame Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Innerhalb dieser Frist gibt es keine Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Was das praktisch bedeutet: Die kurze Sperre ist eine persönliche Entscheidung mit Ablaufdatum. Die unbefristete Sperre ist ein Registereintrag, der einen mitunter ungewollt weit trägt. Nach Art. 84 VGS kann eine freiwillige Sperre erst nach drei Monaten aufgehoben werden, wobei eine Fachstelle nach Art. 81 BGS beteiligt ist. Nach Art. 89 VGS muss zudem eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten angeboten werden.
Ein Detail, das oft nicht bedacht wird: Nach Art. 45 BGS haben ausgeschlossene oder minderjährige Spielende keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer gesperrt ist und trotzdem setzt, verliert also nicht nur die Einsätze, sondern auch den Anspruch auf einen allfälligen Gewinn.
Wo der Spielerschutz an der Verkaufsstelle endet
Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt. An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl steht hier ohne Deutung. Wer in der Schweiz an der Verkaufsstelle eine Wette abgibt, sollte nicht annehmen, dass dort eine besonders scharfe Kontrolle stattfindet. Erwachsene, die an einem Kiosk eine Wette abgeben, spüren davon nichts; Minderjährige, die es versuchen, offenbar weit häufiger als der Ruf des Systems vermuten lässt.
Wie man Sporttip und Jouez Sport nach Wettangebot, Limiten, Quotenniveau und Auszahlung vergleicht
Der Vergleich zweier Veranstalterinnen ist ein Vergleich zweier Erscheinungsformen desselben Systems. Beide sind bewilligt, beide verlangen einen Wohnsitz, beide setzen auf denselben gesetzlichen Rahmen. Unterschiede entstehen dort, wo Produktgestaltung anfängt: in der Länge der Saisonwetten, in der Kombiboost-Logik, in der Menge der angebotenen Wettarten und in der Höhe der Einsätze.
Wer die beiden gegeneinander abwägen will, braucht vier Kennzahlen: das Wettangebot gemessen an der Zahl der tatsächlich abschliessbaren Wetten auf ein bestimmtes Spiel, die Limiten pro Wette, das Quotenniveau einer repräsentativen Fussballpartie und die Zeit von der Auszahlung bis zum Geldeingang.
Ein Wort dazu, was hier nicht eingerechnet werden darf: Die Werbebotschaft. Ein Veranstalter kann mit einem Boost, einem Boost auf einen Boost oder mit einer Bet-Builder-Grafik werben. In die Messung gehört das nicht. Es gehört in eine Fussnote, und genau dies ist eine der Versuchungen in diesem Markt. Ein Prozent Logenplatz bringt nichts, wenn die Limite den Weg dorthin verbaut.
Zwei Welten auf einem Markt: die bewilligten Veranstalter und die ausländischen Adressen
Der Schweizer Markt besteht aus zwei Teilen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und die wichtigste Trennlinie verläuft nicht zwischen besser und schlechter, sondern zwischen bewilligt und nicht bewilligt. Das ist der Rahmen, in dem die folgende Rangliste zu lesen ist. Wer die Namen liest, sollte wissen, wohin jeder von ihnen gehört.
Was die Bewilligung wirklich garantiert
Die Bewilligung sichert drei Dinge: Zugang zum Spielerschutz mit selbst gesetzten Limiten und Eintrag ins Sperrregister, Teilhabe am Schweizer Recht mit einem Ansprechpartner, und — was häufig übersehen wird — die Steuerfreiheit unterhalb des Steuerfreibetrags. Sportwetten sind als Grossspiel bis zum Freibetrag pro Einzelgewinn von der Einkommenssteuer befreit. Der Bundesfreibetrag ab dem 1. Januar 2026 liegt bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton» und keine einzelne Kantonszahl.
Wer über den Freibetrag kommt, zahlt 35 % Verrechnungssteuer, die die Veranstalterin einbehält und die mit der Steuererklärung zurückgeholt wird. Für einen üblichen Wetter mit einem Einsatz im zweistelligen Frankenbereich ist beides kein Thema. Auf Gewinne gibt es keine Sportwettensteuer.
Was die fehlende Bewilligung kostet
Ein ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung schliesst drei Dinge aus: Es ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, es untersteht keiner Schweizer Aufsicht, und es gibt hier keine Handhabe. Das geldspielgesetzliche Verbot ist nicht nur eine Ordnungsvorschrift. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat nach Art. 130 BGS: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Die Spielenden werden nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, aber in einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden.
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre blockieren, gestützt auf Art. 86 bis 93 BGS. Die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 enthielt sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt — Domain-Hopping. Die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home, und bet365 steht auf der Liste.
Was das für die Steuerseite bedeutet: Gewinne ausländischer Anbieter sind nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständiges Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer im Ausland setzt, muss damit rechnen, dass der Kanton die Sache anders sieht als die Person am Wettschrein.
Die Tabelle: welche Adresse welche Bewilligung hat
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Art oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung als Grossspiel | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht: Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung als Grossspiel | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht: Gespa |
| Playzilla | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz |
| Betify | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz |
| 1xBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz |
| AmunRa | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz |
| DirectionBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz |
| Betclic | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz |
| GG.BET | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz |
| Roobet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz |
Die beiden Gruppen stehen hier untereinander, und sie dürfen nicht zusammengelesen werden. Eine Bewilligung nach BGS sagt, dass ein Konto dem Schweizer Schutzsystem unterliegt. Der Hinweis «keine Schweizer Bewilligung» sagt, dass dies nicht der Fall ist. Ein Zeichen, das eine ausländische Aufsicht oder ein Briefkasten auf irgendeiner Insel ausstellt, hat in der Schweiz nach Art. 4 BGS keine Kraft. Keine Zeile dieser Tabelle ist ein Urteil über die Qualität eines Produkts, aber jede Zeile ist ein Hinweis darauf, wo im Streitfall niemand zuständig ist.
Welchen Anteil der Buchmacher behält: das Quotenniveau einer 1X2-Partie
Die Marge lässt sich nur über die Summe aller drei Ausgänge einer Partie beurteilen. Ein 1X2-Markt mit den Quoten 2.10 für den Heimsieg, 3.40 für das Unentschieden und 3.60 für den Auswärtssieg dient hier als Beispiel, nicht als Zitat. Die Summe der Kehrwerte dieser drei Quoten liegt bei rund 1,035. Über alle drei Ausgänge zahlt der Markt also, unter der Annahme des Beispiels, rund 96,6 % der Einsätze zurück, und der Rest — etwa 3,4 % — ist die Marge. Das ist eine illustrative Rechnung. In der Realität hängt der Quotenschlüssel davon ab, wie gut eine Software die drei Ausgänge gleichmässig bepreisen kann.
Was daran mehr kostet, als der eine Prozentsatz vermuten lässt: Das Ergebnis gilt für einen 1X2-Markt. Sobald eine zweite Wette dazukommt, wird die Marge zweimal fällig. Bei einer Kombiwette aus zwei Einzelwetten multipliziert sich der Vorteil des Buchmachers. Gewinnt man einen einfachen 1X2-Markt mit 96,6 % Auszahlungsquote, so sinkt die Gesamtrendite bei zwei gekoppelten Märkten auf etwa 93 % — bei drei schon auf etwa 90 %. Bei vier Wetten mit Quoten um jeweils 2.10, 3.40 oder 3.60 setzt sich der Effekt fort. Die Zahl der Wett-Kombinationen ist damit ein Faktor mit dem Exponenten der Zahl der Wetten im Wettschein. Die Folge ist einfach: Kombiwetten sind nicht schwieriger, aber in der Erwartung kostspieliger als Einzelwetten. Die Marge steigt exponentiell mit der Anzahl der Beine.
Die Sporttip-Systemwette und die Kombiboost-Mechanik führen in dieselbe Richtung. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von jeweils mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Marketingformulierung «100 %» ist bequem — aber sie bezieht sich auf fünfzehn Wetten, nicht auf einen Einsatz. Umgekehrt: Je mehr Wetten, desto grösser ist die Summe der einzelnen Margen.
Der Vergleich mit den grössten türkischen Traditionsklubs: Quoten, Statistik und die Grenzen des Tipps
Die türkische Liga ist kein Selbstzweck. Wer auf ein Spiel in Istanbul setzt, will den Ausgang der Partie antizipieren. Genau dort beginnt das Problem. Keine Statistik der Welt kennt die Aufstellung, die am Sonntag tatsächlich aufläuft.
Dennoch gibt es Determinanten, die den Wettschein sinnvoll strukturieren. Die Rekordmeisterschaft, die Torjägerstatistik und der Spielplan liefern Kontext. Wichtiger als Prominenz ist, ob die Partie auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe steht. Wer sich nicht bei jedem Spiel neu informieren will, kann sich auf Regelmässigkeit konzentrieren: Der türkische Fussball kennt seine eigenen Zyklen.
Ein Hinweis zu den Livewetten, der in die Bewertung von Sporttip gehört: Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit der Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit 1.00 werten. Das ist eine technische Regel, die massiv an Bedeutung gewinnt, je näher man am Tor setzt. Wer live auf einen Elfmeter spekuliert, muss mit der 1.00 rechnen. Das ist kein Fehler des Systems, sondern die Preisfindung eines Anbieters, der riskante Livewetten nicht annehmen will.
Einzelveto, Kombiwette und Cash-Out: das Regelwerk der Sporttip-Wetten
Wetten bestehen aus mehr Regeln, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Manche sind formal, andere direkt kostenrelevant. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das klingt nach einer Formalie, aber es ist eine Rundung gegen den Wettenden, und sie ist die letzte Zeile der Rechnung. Bei einem Gewinn von rechnerisch CHF 12’387 kommt am Ende eine Zahl heraus, die auf fünf Rappen passt. Über viele Wetten summiert sich dieser Nachkommateil, und er liegt immer auf derselben Seite.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz erstatten. Erstattung ist nicht dasselbe wie Gewinn. Eine zurückerstattete Wette hat den möglichen Gewinn gekostet, ohne dass die Wette verloren hätte.
Cash-Out: warum der Preis tiefer liegt als der Gewinn
Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Onlinewetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitige Auflösung, er hängt vom Stand des Sportereignisses ab, und Swisslos kann ihn jederzeit ändern. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Das ist der Preis der Bequemlichkeit, und er ist der am schlechtesten sichtbare auf dieser Seite. Cash-Out ist kein Feature, das dem Wettenden geschenkt wird; es ist der Kauf eines Marktanteils zurück zum diskontierten Preis. Wer den Cash-Out-Betrag nimmt, zahlt die Sicherheit mit einem Abschlag. Wer ihn nicht nimmt, kann gewinnen oder verlieren. Beides ist legitim. Aber die Annahme, Cash-Out sei ein einfacher Ausstieg zum vollen Preis, ist falsch.
Quotenboosts, Kombiboost und die Bedingung, die den Wert frisst
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online, für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Cash-Out-Vorbehalt ist die Zeile, die den Boost in vielen Fällen abwertet. Wer den verbesserten Gewinn nur erhält, wenn er die Wette bis zum Ende durchhält, hat den Boost nicht auf dem Wettschein, sondern an eine Bedingung gebunden: Durchhalten. Wer den Boost verkaufen will, verliert ihn. Die Rechnung lautet also nicht «Boost gewinnt mehr», sondern «Boost und Cash-Out schliessen sich aus». Zwei Vorteile, von denen man einen wählen muss, sind am Ende entweder der eine oder der andere.
Bet-Builder, Livewette, Systemwette: was am Wettschalter tatsächlich abschliessbar ist
Der Wettschalter eines Schweizer Anbieters ist kein Katalog aller Sportwetten, die es auf der Welt gibt. Er ist eine Auswahl. Was auf diesem Wettschein stehen kann, hängt an der Gespa-Liste. Die praktisch relevante Frage lautet daher nicht, was ein Veranstalter veröffentlichen würde, sondern was er nach Liste veröffentlichen darf.
Für die Süper Lig heisst das: Spiele, die auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe stehen, erscheinen im Programm. Innerhalb eines solchen Spiels hängt die Zahl der Wettarten von der Entscheidung der Veranstalterin ab. Ein Wettanbieter könnte sechs oder sechzig Märkte anbieten; verpflichtet, einen bestimmten Umfang anzubieten, ist er nicht. Wer vor einem Spieltag in einer Vorschau liest, «es stehen acht Märkte zur Verfügung», sollte den Satz als Aussage über einen bestimmten Anbieter und einen bestimmten Zeitpunkt lesen und nicht als Eigenschaft der Liga.
Der Einzelwettschein und der Kombischein
Ein Einzelschein ist eine Wette auf einen Ausgang. Ein Kombischein ist eine Wette auf mehrere Ausgänge, die alle eintreten müssen. Bei einer Kombination multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einer Gesamtquote; das ist der Rechenweg, den Sporttip ausdrücklich so beschreibt. Eine Systemwette ist die Variante, bei der aus mehreren Voraussagen verschiedene Kombinationen gebildet werden. Der entscheidende Unterschied für die Kostenlage: Ein Einzelschein trägt eine einzige Marge, ein Kombischein trägt sie mehrfach. Wer vier Beine verbindet, zahlt vier Margen. Die Chance auf den grossen Treffer ist bei der Kombination kleiner als das Produkt der Einzelchancen suggeriert, weil jede Verbindung die Kosten erhöht.
Warum der Mindestsatz von CHF 1 kein Vorteil ist
Der Mindesteinsatz bei Sporttip liegt bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten. Wer in der Schweiz zum ersten Mal auf Fussball setzt, mag das als niedrige Hürde lesen. Genau genommen ist es eine Hürde, die nicht nach oben wirkt; die relevante Grenze ist der Höchsteinsatz. Zwischen CHF 1 und CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette spannt sich eine Skala, die für einen Freizeitwetter in der Mitte liegt und für einen professionellen Wetter sehr tief endet. Wer mehr als CHF 1’000 auf eine einzelne Partie legen will, findet bei Sporttip keinen Weg dafür, und bei Swisslos ändern sich Limiten im Übrigen jederzeit ohne Angabe von Gründen.
Die Rolle der regulären Spielzeit
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur dann, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das ist die wichtigste Definitionsfrage bei Fussballwetten und die am häufigsten missverstandene. Eine Wette auf den Sieger einer Partie, die in die Verlängerung geht, wird in vielen Fällen nach 90 Minuten plus Nachspielzeit abgerechnet. Die Verlängerung zählt nicht mit. Wer das nicht weiss, kann einen Wettschein sehen, der auf dem Platz richtig liegt und auf dem Schein verloren hat.
Wer darf hier anbieten: die Bewilligung entscheidet, nicht die Werbung
Die Frage klingt banal. Sie ist der Kern des Problems. Wer als Anbieter auftritt, ist nicht dadurch ein Anbieter, dass er eine Seite im Internet betreibt. Die Bewilligung ist der Unterschied zwischen einer Veranstalterin, die dem Schweizer System untersteht, und einem Dienstleister, der es nicht tut.
Die beiden Bewilligungen im Vergleich
Swisslos Sporttip ist eine der beiden Veranstalterinnen, die die interkantonale Vereinbarung für Sportwetten zulässt. Sitz der Genossenschaft ist Basel, gestützt wird die Tätigkeit auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, kurz IKV 2020. Die Bewilligung als Grossspiel trägt eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem BGS, SR 935.51, mit der Gespa als Aufsicht. Der Zugang zum Onlinekonto besteht nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet. Swisslos hat für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgewiesen: CHF 506 Mio. gingen an die kantonalen Fonds, CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., im Vorjahr CHF 122 Mio.
Diese Zahl ist der eigentliche Grund für die zwei Bewilligungen. Der Reingewinn geht an öffentliche Zwecke, das ist in Art. 125 BGS verankert. Wer bei Sporttip setzt, finanziert einen Teil des Schweizer Sports mit. Das ist kein Grund, mehr zu setzen, aber ein Grund zu wissen, wohin der Teil des Einsatzes wandert, der nicht zurückfliesst.
Loterie Romande Jouez Sport ist die zweite Veranstalterin, mit derselben Bewilligungsstruktur und derselben Aufsicht, dem Grossspiel nach BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa. Veranstalterin ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Das Produkt Jouez Sport steht den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis offen. Die Loterie Romande nennt ihren Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Jouez Sport einen Zugang, der mit Sporttip nicht erreichbar wäre, und umgekehrt. Der Frankreich-Anteil der Westschweizer Bevölkerung, die Frankreich vom Fernsehen bis zur Auslandbeziehung kennt, erklärt, warum Jouez Sport teilweise andere Wettbewerbe in den Fokus nimmt.
Die weiter entfernten Adressen im Vergleich
Playzilla, Betify, 1xBet, AmunRa, DirectionBet, Betclic, GG.BET und Roobet treten mit einem gemeinsamen Kennzeichen auf: Sie besitzen keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung ist für die Schweiz rechtlich nicht relevant. Soweit ein Bewilligungsstatus angegeben wird, ist er in der Schweiz ohne Wirkung. Wer bei diesen Anbietern spielt, nutzt eine Plattform ausserhalb des Schweizer Systems. Das bedeutet konkret: keine Anbindung an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht und keine Handhabe im Fall eines Streits. Das heisst nicht, dass jeder einzelne dieser Anbieter unseriös ist; es heisst, dass die Schweiz für ihn nicht zuständig ist. Wer diese Anbieter dennoch nutzen will, sollte das als bewusste Entscheidung tun und nicht als Nebensache.
Was die Gespa-Blockliste über den Marktzugang aussagt
Die Sperrliste der Gespa richtet sich gegen ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die Sperrliste ist damit eine Liste der Adressen, die ein Schweizer Anschluss nicht erreicht. Sie umfasst Ende 2025 insgesamt 671 Domains und wurde erstmals am 3. September 2019 veröffentlicht. Sie ist eine Momentaufnahme, keine endgültige Aussage. Wer den Zugang zu einem ausländischen Anbieter prüft, sollte darauf gefasst sein, dass die Liste sich verändert.
Wo die Sperrliste endet und die Spielsperre anfängt
Die Spielsperre und die Sperrliste sind verschiedene Dinge, obwohl beide «Sperre» heissen. Die Spielsperre richtet sich an die Person und trägt sich in das schweizweite Register ein; sie gilt auch im Fürstentum Liechtenstein. Die Sperrliste richtet sich an die Domain und wird von den Telekom-Anbietern umgesetzt. Ein Anbieter, der nicht auf der Sperrliste steht, ist damit nicht bewilligt, und ein Anbieter auf der Liste ist nicht zwingend ohne ausländische Bewilligung. Die beiden Listen haben verschiedene Verfasser, verschiedene Zwecke und verschiedene Rechtsfolgen. Wer sie verwechselt, kann eine falsche Sicherheit daraus ableiten.
Was ein bewilligter Anbieter dem Wettenden kostet
Der Reingewinn ist nicht die einzige Grösse, die aus den Einsätzen gezogen wird. Die zweite ist der Quotenschlüssel. Der Quotenschlüssel ist der Anteil aller Einsätze, der in einem Markt an die Wettenden zurückfliesst; er lässt sich aus den Quoten der Ausgänge berechnen, und die Marge ist 100 % minus diesem Schlüssel. Ein Markt mit einem Quotenschlüssel von 96,6 % kostet im Durchschnitt 3,4 % des Einsatzes. Diese Zahl ist keine Kritik an einem bestimmten Haus, sondern eine Konstante jedes Buchmachers: Kein Anbieter arbeitet ohne sie, und der mit der höchsten Quote arbeitet mit der tiefsten. Nur selten wird sie ausgewiesen. Die Quoten werden auf zwei Nachkommastellen dargestellt; die Marge steckt darin und wird selten danebengeschrieben.
Bei einer Kombination potenziert sich der Effekt. Ein Wettschein mit vier Beinen zieht vier Margen. Bei einer Erfolgsquote, die in der Schweizer Tradition oft mit «sechs Richtige» verwechselt wird, sind Wetten keine Lotterie; aber die Summe der Kosten wächst mit jedem Bein. Wer Kombinationen grundsätzlich als «mehr Chancen» liest, liest die Kosten falsch.
Hinzu kommen die steuerlichen und rechtlichen Kosten. Der Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn beträgt ab dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000, im Jahr 2025 CHF 1’070’400, wobei der kantonale Freibetrag abweicht und deshalb «je nach Kanton» gilt. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die mit der Steuererklärung zurückgeholt wird. Für die weit überwiegende Zahl der Wetten fällt nichts an. Eine Sportwettensteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht. Wer im Ausland setzt, muss dagegen mit einer kantonalen Steuerpraxis rechnen, die Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständiges Einkommen behandelt — in Thurgau unabhängig von der Höhe.
Nicht zuletzt kostet die Teilnahme am bewilligten Markt Zeit. Ein Konto wird nach Wohnsitz und Ausweis vergeben. Wer nicht im Vertragsgebiet wohnt, wartet nicht auf eine Warteliste, sondern auf eine Antwort, die es nicht gibt.
Was ein Freiwettguthaben tatsächlich wert ist
Freiwettguthaben brauchen nach Art. 75 Abs. 2 BGS die vorherige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die Modalitäten eines solchen Guthabens ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Ein Freiwettguthaben ist keine Gutschrift im Portemonnaie. Es ist eine Wette, die man nicht selbst bezahlt, deren Gewinn aber nicht dem Gewinn einer bezahlten Wette gleichwertig ist, weil der Einsatz nicht zurückfliesst. Wer eine solche Wette erhält, sollte prüfen, ob und in welcher Höhe der Einsatz angerechnet wird.
Die Rechnung für einen durchschnittlichen Wetter
Wer mit CHF 50 im Monat spielt, kommt mit einer 30-Tage-Verlustlimite von CHF 9’999 nie in Berührung. Die bindende Grenze ist für diesen Wetter die eigene Disziplin, nicht das System. Interessant ist das für Wetter, die mehr setzen. Bei einem Einsatz von CHF 1’000 pro Wette und einem Markt mit einem Quotenschlüssel von 96,6 % liegt die rechnerische Erwartung des Buchmachers bei rund CHF 34 pro Wette, und die Kosten wachsen mit jedem weiteren Bein einer Kombination. Das ist der Punkt, an dem der Unterschied zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern und einer beliebigen ausländischen Adresse in der Rechnung sichtbar wird: Bei Sporttip und Jouez Sport ist der Rahmen geschützt, klein und überprüfbar. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung ist er weder das eine noch das andere.
Die zehn Adressen im Vergleich: Bewilligung, Produkt und die Frage, die bleibt
Swisslos Sporttip: der bewilligte Platzhirsch mit dem Vertragsgebiet
Swisslos betreibt Sporttip als eine der beiden bewilligten Veranstalterinnen, mit einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und stützt sich auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die Online-Registrierung bei Sporttip erfordert eine Identitätsprüfung, bei der die Daten aus dem Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft werden. Dies ist der Grund, warum das Konto an den Wohnsitz im Vertragsgebiet gebunden ist und bei einem Umzug ins Ausland nicht weiterläuft. Für die Süper Lig heisst das: Wer im Vertragsgebiet wohnt, kann auf die türkische Liga setzen, sofern der Wettbewerb auf der Gespa-Liste steht. Wer in Genf wohnt, kann es aufgrund der kantonalen Zuständigkeiten nicht. Dies ist keine Frage der Qualität des Wettangebots, sondern eine Frage des Wohnsitzes.
Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Alternative mit demselben Regelwerk
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport als zweite bewilligte Veranstalterin, mit derselben Bewilligungsstruktur nach BGS, SR 935.51, und derselben Aufsicht durch die Gespa. Veranstalterin ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Das Einzugsgebiet sind die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Die Loterie Romande nennt ihren Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Für Wettende in der Westschweiz ist Jouez Sport keine schlechtere Wahl als Sporttip, und für Wettende ausserhalb der Westschweiz ist sie keine Wahl. Die beiden Produkte unterscheiden sich im Detail, nicht im Rahmen. Wer in Lausanne wohnt und sich für Sporttip entscheidet, kann das nicht, und wer in Zürich wohnt und sich für Jouez Sport entscheidet, ebenfalls nicht.
Playzilla, Betify, 1xBet, AmunRa, DirectionBet, Betclic, GG.BET und Roobet: was die acht ausländischen Adressen gemeinsam haben
Diese acht Anbieter tragen dasselbe Kennzeichen: keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung ändert daran nichts, weil sie nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung hat. Ein Konto bei einem von ihnen liegt ausserhalb des Schweizer Systems; es gibt keine Anbindung an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domains dieser Anbieter können auf die Sperrliste der Gespa kommen und dann von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden. Wer sie nutzt, tut das bewusst ausserhalb des Schutzsystems. Die Schweiz hat kein Zahlungsblocksystem, das unerlaubte Wettanbieter über Banken oder Kartenherausgeber ausschaltet.
Was am Ende auf dem Wettschein steht
Die Rechnung für einen Wetter in der Schweiz ist einfach aufzustellen. Der Zugang ist auf ein Gebiet begrenzt, und dieses Gebiet ergibt sich aus dem Wohnsitz. Die Limiten sind selbst gesetzt und werden von der Veranstalterin nicht nach oben korrigiert. Die Marge liegt in jeder Quote und wird nirgends ausgewiesen. Der Steuerfreibetrag liegt so hoch, dass er die Praxis der meisten Wetter nicht berührt.
Wer auf die Süper Lig setzen will, sollte zuerst die eigene Adresse prüfen. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, findet sein Konto bei Sporttip. Wer in der Westschweiz wohnt, findet es bei Jouez Sport. Wer in beiden Fällen nichts findet, hat keine dritte bewilligte Option. Die acht ausländischen Adressen sind keine Alternative im rechtlichen Sinn, sondern eine Entscheidung gegen das Schweizer System. Das ist die Kostenlage, und sie ändert sich nicht dadurch, dass die Werbung anderes verspricht.
Häufig gestellte Fragen
Wer darf in der Schweiz Wetten auf die türkische Liga anbieten?
Ausschliesslich die beiden bewilligten Veranstalterinnen. Swisslos bietet mit Sporttip Sportwetten für die Deutschschweizer Kantone, den Tessin und Liechtenstein an, die Loterie Romande mit Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Die Bewilligung gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz. Ausländische Anbieter haben hier keine Zulassung.
Steht die Süper Lig auf der Gespa-Liste der zugelassenen Wettbewerbe?
Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Was nicht auf dieser Liste steht, darf nicht angeboten werden. Wer wissen will, ob ein bestimmtes Spiel oder ein bestimmter Markt verfügbar ist, prüft diese Liste und das Wettprogramm des Veranstalters.
Was bedeutet die reguläre Spielzeit bei Fussballwetten auf die Süper Lig?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball rund 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf ein Spiel setzt, das in die Verlängerung geht, sollte diese Definition kennen.
Warum ist die Marge bei Meister- oder Abstiegswetten ein eigenes Thema?
Weil Langzeitwetten eine lange Laufzeit haben und das Geld binden. Die Marge steckt im Quotenschlüssel, der sich aus den Quoten aller Ausgänge ergibt. Ein 1X2-Beispiel mit den Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 entspricht einem Quotenschlüssel von rund 96,6 % und einer Marge von etwa 3,4 %. Bei Kombinationen wird die Marge mehrfach fällig.
Welche Verlustlimiten sind vor der ersten Wette zu setzen?
Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Wie sind Wettgewinne steuerlich zu behandeln?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Ab dem 1. Januar 2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400; der kantonale Freibetrag weicht ab. Darüber behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein. Für Fragen empfiehlt sich der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Fussball – dartstippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»
