Asiatische Wetten erklärt — Handicap, Vierteltore und der Preis, den niemand ausweist
Die asiatische Wette ist keine Wette. Sie ist eine Verpackung: ein Einsatz, der je nach Endstand ganz zurückkommt, halb zurückkommt oder zu zwei verschiedenen Bedingungen läuft, und die meisten Sportwetten-Programme in der Schweiz zeigen davon nur den nackten Bruch — 0:0,5, 2,25, minus eins. Wer die Mechanik nicht kennt, liest diese Zahl wie eine normale Quote und bekommt beim Auszahlen etwas anderes als erwartet. Genau darum geht es hier: nicht darum, welche Mannschaft gewinnt, sondern darum, was ein Einsatz auf eine geteilte Linie vor dem Anpfiff und danach tatsächlich zählt.

Datenstand: 29. Oktober 2026 · Bewilligungen geprüft gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen unter dem Geldspielgesetz und die Aufsichtsdokumente der Gespa.
Die Rechtslage: warum in der Schweiz zwei Veranstalter das ganze Angebot tragen
Was die Bewilligung erlaubt — und was nicht
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e), beaufsichtigt von der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht von der ESBK — die schaut den Casinos nach, und wer das verwechselt, landet beim falschen Ansprechpartner, wenn eine Auszahlung hängt. Für den Betrieb braucht es eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und diese Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Das ist kein Detail am Rand. Es ist der Satz, an dem sich entscheidet, ob hinter einer Wette ein Schweizer Rechtsweg steht oder gar nichts.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen und Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Daneben steht die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Zwei. Nicht zwei sichtbare Marken neben einem Dutzend anderer, sondern zwei, und es gibt keine Liste weiterer zugelassener Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa publiziert an dieser Stelle nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Wer das für ein Argument hält, mit dem sich ein schlechteres Quotenniveau rechtfertigen lässt, sollte trotzdem wissen, dass ein Gemeinnützigkeitszweck die Auszahlungsquote eines einzelnen Marktes nicht beeinflusst — dazu im Abschnitt «Die Marge in einem Markt mit zwei Ergebnissen» mehr.
Was überhaupt gewettet werden darf
Erlaubt sind ausschliesslich Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen gibt es in der Schweiz nicht, und das ist nicht Zurückhaltung, sondern eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Nie Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste führt keine Eckball- und keine Kartenmärkte, und eine Esport-Sektion hat sie nicht — wer in einem ausländischen Programm auf Maps oder Corners setzt, setzt auf Märkte, die der Schweizer Katalog nicht kennt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung in der Bewilligung hat. Eine gesetzliche Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Das ist die eine Stelle, an der die Schweiz liberaler ist, als viele vermuten.
Was ausländische Plattformen hier bedeuten
Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden nicht bestraft. Ihr Geld steht trotzdem schlechter: In Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Aufsicht, keine Fair-Play-Kontrolle, kein Beschwerderecht.
Die Sperrliste der Gespa ist das schärfste Werkzeug gegen solche Angebote — ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Gespa selbst Domain-Hopping nennt; sie nennt dabei Interwetten und Bet-at-Home, und sie nennt bet365 als auf der Liste stehend. Für Wettende heisst das: Ein gesperrtes Angebot ist kein geschlossenes Angebot. Es ist ein Angebot mit wechselnder Adresse und ohne Adresse für eine Beschwerde.
Nüchtern auf beiden Seiten: Das ausländische Angebot bedeutet keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und Gewinne daraus sind nach kantonaler Praxis steuerbar. Das bewilligte Angebot bedeutet vollen Schweizer Schutz — aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist die sichere Wahl von sich aus.
Was der Schweizer Weg den Zugang kostet
Zwei Hürden sind in der Schweiz nicht verhandelbar, und beide treffen die Bequemlichkeit, nicht die Quote. Zum einen braucht ein Online-Konto Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und faktisch im jeweiligen Verbandsgebiet: Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande bedient Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in Zürich wohnt, bekommt bei Jouez Sport kein Konto, und wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Kein Trick umgeht das, und die Wohnsitzangabe ist eine, bei der ein Versuch unangenehme Folgen hat.
Zum anderen: eine Person, ein Konto, verifizierte Identität (Art. 47–52 VGS). Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist Aufwand, den kein ausländisches Portal verlangt — und genau der Aufwand, der verhindert, dass jemand mit dem Ausweis eines anderen spielt.
Auszahlungen gehen ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht. Kredite an Spielende sind untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS) — niemand kann hier auf Kredit wetten, was die Verlustspirale kürzer hält als in Märkten, in denen Kreditlinien zum Standard gehören.
Ob ein Karten- oder Kontoprodukt blockiert wird, ist Sache des jeweiligen Zahlungsdienstleisters; die Schweiz kennt kein Zahlungssperrwerkzeug gegen unbewilligte Wettangebote. Wer das Gegenteil behauptet, verkauft eine Beruhigung, die es nicht gibt.
Steuern: der Freibetrag, den fast niemand erreicht
Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab — je nach Kanton also, und keine einzelne kantonale Zahl gehört in diese Zeile. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung.
Der typische Wettende bleibt weit unter dieser Schwelle. Auf seinen Gewinn fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer — der ganze Steuerapparat ist für ihn eine Randnotiz. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Praxis im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Ein Schweizer Wettsteuersatz auf den Einsatz existiert nicht; wer einen solchen in eine Rechnung einbaut, baut ihn falsch ein. Für den eigenen Fall gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Werbung und Gratisspielguthaben: die Grenze, die den Ton setzt
Werbung darf nicht aufdringlich und nicht irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und mit einer Busse bis CHF 500’000 bedroht (Art. 131 BGS). Deshalb beschreibt dieser Text jeden ausländischen Anbieter und bewirbt keinen. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bonuskonditionen stammen ausschliesslich aus den eigenen Bedingungen des Veranstalters. Ein Werbeverbot nach Tageszeit kennt die Schweiz nicht.
Spielerschutz: die Limiten, die den Einsatz wirklich begrenzen
Wer die Limite setzt — nicht der Staat
In der Schweiz gibt es keine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze. Die Limiten setzen die Spielenden selbst: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden — Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Wer eine Limite senkt und sie zwei Stunden später zurückdrehen will, weil ein Spieltag verlockend aussieht, kommt nicht durch. Das ist der Zweck.
Bevor die erste Sporttip-Teilnahme möglich ist, müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten. Die Unter-21-Regel ist die einzige Stelle im Schweizer Wettrecht, an der das Alter den Betrag direkt stutzt: der junge Zugang startet bei einem Zehntel des Erwachsenenrahmens.
Wer die Limiten als lästige Formalität abtut, sollte sich einen Satz durchrechnen. Bei einer Viertellinie wird der Einsatz zweimal gewertet. Wer «nur 20» setzen wollte und die Linie 0:0,25 spielt, bindet unter Umständen 40. Kein System rechnet das falsch — aber kein Bestätigungsdialog rechnet es dem Wettenden vor.
Sperren, Register und was sie ausserhalb ihres Gebiets nicht können
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS); eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Personen, die gesperrt oder minderjährig sind, haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Die Kehrseite dieses Registers ist, dass es beim Schweizer Angebot endet. Wer sich hier sperren lässt, sperrt sich nicht bei einem ausländischen Portal, das keine Verbindung zum Register hat. Die Sperre ist damit kein Schutzschild gegen jede Seite, sondern gegen die zwei bewilligten — und wer sich einreden lässt, sie gelte überall, glaubt an eine Wand, wo ein Gartentor steht.
Was der Aufsichtsbehörde selbst zu denken gibt: Bei Testkäufen 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Verkaufsstellenkontrolle ist damit alles andere als streng, und wer einem 17-Jährigen den Wettschein mitnimmt, ist Teil dieses Befunds, nicht ausserhalb davon.
Der Schutz hat eine Grenze, die niemand in Prosa reparieren kann; wer verstehen will, wie sie sich in seiner Situation auswirkt, findet die Ansprechstellen bei der Gespa und die kantonalen Beratungsangebote.
Grundlagen: welche asiatischen Wettarten es gibt und wie ihre Quoten gebaut sind
Handicap, Gesamttore und die Linie dazwischen
Die asiatische Wette auf Tore und Handicaps, im Markt oft AHC genannt, gibt dem schwächeren Team einen Vorsprung, der nicht zu einem ganzen Tor gerundet wird. Der klassische Handicap-Markt kennt nur ganze Zahlen: minus 1 heisst, das Team muss mit zwei Toren Differenz gewinnen, sonst ist die Wette verloren. Der asiatische Markt schneidet die Linie feiner und nimmt damit eine Zwischenstufe weg, die sonst zu einem Totalverlust führt. Zwei Grundformen stehen am Anfang.

Beim asiatischen Handicap wird ein Vorsprung von halben Toren addiert, minus 0,5 zum Beispiel, und dann gibt es nur zwei Ergebnisse: gewonnen oder verloren. Beim asiatischen Gesamttor (Asian Over/Under) gilt dasselbe Prinzip für die Torzahl beider Mannschaften zusammen, und auch dort werden halbe Schwellen angeboten: über 2,5 Tore heisst drei oder mehr, unter 2,5 heisst zwei oder weniger, kein Rückzahlungsfall dazwischen.
Das Viertel ist die eigentliche Erfindung. Eine Linie wie 0:0,25 oder 2,25 ist keine eigene Wette, sondern die gleichmässige Aufteilung des Einsatzes auf zwei unmittelbar benachbarte Linien derselben Richtung. Von aussen sieht das wie eine einzige Position mit einem einzigen Bruch aus; intern sind es zwei Wetten mit zwei Quoten. Wann welcher Teil der Wette stirbt und wann er zurückkommt, gehört zur Auswertung — im nächsten Abschnitt steht der Rechenweg.
Die Begriffe, die in einem Wettprogramm auftauchen, sind nicht einheitlich. «Asian Handicap», «AHC», «Handicap asiatique», «asiatische Torwette» — dieselbe Sache unter drei Namen, und wer im Programm nach dem einen sucht, findet manchmal nur den anderen. Ein Blick auf die Linienzahl verrät mehr als die Bezeichnung: Alles, was auf ,25 oder ,75 endet, ist geteilt. Alles auf ,5 ist eine Hälfte. Alles auf einer ganzen Zahl kann zurückzahlen.
Warum ein Viertel selten das bringt, was es verspricht
Ein Viertel-Vorsprung klingt nach Präzision. Bezahlt wird es nicht wie Präzision. Die zwei Teilquoten einer Viertellinie liegen regelmässig niedriger als die Quote auf die reine Hälfte daneben, und in der Summe fällt die Auszahlung des Einsatzes hinter das zurück, was ein Laie aus der «besseren» Linie herausrechnet. Die Linie ist kein Geschenk, sie ist ein Kompromiss zwischen zwei Ergebnisfällen, und der Preis für den Kompromiss steht in der Quote, nicht im Text.
Wer eine Viertellinie auf besonders attraktive Weise verpackt sieht — «mehr Sicherheit», «halb gewonnen ist auch gewonnen» —, sollte die beiden Teilquoten getrennt betrachten und beide in Dezimaldarstellung nebeneinanderlegen. Liegt die obere Teilquote unter der Quote auf die nächstniedrigere volle Linie und die untere ebenfalls unter der Quote auf die nächste, ist der Vorteil schon im Preis verschwunden.
Und die Live-Linie verdient einen eigenen Satz. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Ein Handicap-Tipp, der eine Sekunde zu spät ankommt, bringt nicht den Gewinn, sondern den Einsatz zurück. Im Live-Handel mit Handicap ist die Tippgeschwindigkeit damit eine Kostenfrage, nicht eine Geschmacksfrage.
Vorgehensweise: wie eine asiatische Wette ausgewertet wird
Der Rechenweg in fünf Zügen
Die Auswertung folgt einer festen Reihenfolge, und wer sie einmal nachvollzieht, kann jede Linie im Programm selbst beurteilen.
Zuerst wird der Endstand genommen, den die reguläre Spielzeit hergibt. Bei Sporttip umfasst sie die reguläre Spieldauer — im Fussball 90 Minuten — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tor in der Verlängerung kann eine Handicap-Wette also kippen oder gar nicht berühren, je nachdem, was ausgeschrieben war.
Dann wird das Handicap auf die gewählte Seite addiert. Aus 2:1 mit Handicap minus 0,5 wird nicht 2:1, sondern die Frage, ob ein Tor Vorsprung für ein halbes Tor Abzug reicht. Aus 1:1 mit Handicap plus 0,25 wird eine Zwei-Wege-Frage mit zwei Teilbeträgen.
Beim Vergleich mit dem Endstand entscheidet sich pro Linie genau eines von drei Dingen: gewonnen, verloren, oder zurückgezahlt. Die Rückzahlung ist der Fall, den der klassische Handicap-Markt nicht kennt und der bei der asiatischen Linie regelmässig vorkommt.
Bei der Viertellinie wird dieser Dreischritt zweimal durchlaufen, weil zwei Linien bespielt sind. Beide Ergebnisse werden getrennt notiert, danach zusammengeführt.
Zuletzt entsteht der Gewinnbetrag. Bei Sporttip ergibt er sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Rundung greift zuungunsten des Wettenden und ist im Programm nirgends sichtbar; bei grossen Einsätzen bleibt davon trotzdem nur ein Betrag im Rappenbereich.
Ein geteilter Einsatz in Zahlen
Der Fall, an dem die Viertellinie greifbar wird, ist ein Match, das mit einem Tor Differenz endet, während auf der Viertellinie gespielt wurde.
Ein Einsatz von CHF 100 auf eine Viertellinie plus 0,25 heisst: CHF 50 auf plus 0, und CHF 50 auf plus 0,5. Endet das Spiel unentschieden, gewinnt die Hälfte auf plus 0, die zweite auf plus 0,5 — die Wette ist voll gewonnen. Endet es mit einem Tor Differenz gegen die gespielte Mannschaft, kommt die Hälfte auf plus 0 zurück und die Hälfte auf plus 0,5 ist verloren: von den CHF 100 bleiben CHF 50, ein halber Verlust, kein halber Gewinn. Wer nur die Hauptlinie liest und «plus 0,25» als «Vorsprung» verbucht, erwartet in dieser Lage eine Rückzahlung und bekommt eine Halbzahlung.
Genau das ist der Kern des Themas. Die asiatische Wette ist nicht deshalb feiner, weil sie mehr Gewinn bringt, sondern weil sie zwischen gewinnen und verlieren einen Teilrückzahlungsbereich einzieht — und dieser Bereich ist mit Geld bezahlt.
Abgesagte Spiele, ungültige Wetten und die Zwei-Stunden-Regel
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Diese Regel klingt nach einem Sicherheitsnetz für den Wettenden und ist praktisch eine Kappung: In einer Kombination zählt der abgesagte Teil als Nichts, und die Gesamtquote der verbliebenen Teile wird plötzlich zur ganzen Wette. Wer aus sieben Voraussagen eine grosse Gesamtquote zusammengebaut hat, hält dann sechs davon in der Hand.
Dieselbe Quote 1.00 taucht an einer zweiten Stelle auf, und sie ist dort die teurere: bei Live-Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, sowie in spielentscheidenden Situationen, in denen Swisslos Wetten so wertet. Die Summe aller Sätze zu Livehandicap und Timing passt in einen Satz: Wer live auf eine Linie setzt, kauft Geschwindigkeit mit, und wenn die fehlt, kostet der Tipp den Ertrag und nicht nur die Bequemlichkeit.
Cash-Out: verfügbar, aber kein Rettungsanker
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Für asiatische Linien heisst das: Die Funktion, die einen drohenden Verlust abfedern könnte, wird gerade dort dünn, wo die Linie ohnehin geteilt ist. Der angebotene Betrag enthält den Anteil des Buchmachers und die bereits eingetretene Entwicklung, nicht den ursprünglich möglichen Gewinn. Ein Cash-Out ist ein Verkauf, kein Ausgang. Wer ihn als Plan B gegen einen fehlerhaften Einsatz betrachtet, verwechselt eine Notausstiegstür mit einer Versicherung.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Eine erhöhte Quote und ein vorzeitiger Ausstieg schliessen sich also aus — das ist keine Kleinigkeit, sondern der Preis der Erhöhung.
Die zehn Adressen im Vergleich: bewilligt oder nicht
Was die Einordnung zeigt — und was sie nicht misst
Die Tabelle ordnet die zehn Anbieter nach ihrem Bewilligungsstatus in der Schweiz und danach, wer hinter ihnen steht. Sie misst kein Quotenniveau. Für die acht ausländischen Namen liegen keine geprüften Preise vor, und eine Spalte mit erfundenen Zahlen wäre wertlos; der Vergleich läuft deshalb über das, was nachprüfbar ist: wer die Bewilligung hat, welcher Veranstalter dahinter steht, und was fehlt.
| Anbieterin | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) |
| Boomerang Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung nachgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung nachgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung nachgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| X3Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldet: Tobique (Kanada), ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| IviBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung nachgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Bettilt | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung nachgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| FortuneJack | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung nachgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betclic | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung nachgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Was die Zweiteilung für den Vergleich bedeutet
Die Tabelle hat zwei Gruppen, und zwischen ihnen verläuft keine Rangordnung, sondern eine Zuständigkeitsgrenze. Ein Vergleich, der beide Gruppen nach derselben Skala ordnet, erfindet eine Gemeinsamkeit, die nicht existiert: Für die acht ausländischen Namen sind die Bewilligungen «ohne Wirkung in der Schweiz», und das ist keine Qualitätsaussage über ihre internen Regeln, sondern eine Aussage über den Schweizer Rechtsweg. Wo kein Schweizer Rechtsweg besteht, hilft die beste interne Regelung nicht, wenn eine Auszahlung hängt.
Der Vergleich, den die Tabelle trägt, ist deshalb ein anderer als der übliche: nicht «welcher ist besser», sondern «welcher ist zuständig». Bei Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport gibt es eine Schweizer Aufsicht, ein Beschwerderecht, das Sperrregister und eine Stelle, die eine Verletzung der Wettregeln prüft. Bei den acht übrigen gibt es diese Dinge nicht. Das ist die ganze Rangordnung, und sie lässt sich nicht mit einem Bonus aufrechnen.
Bleibt der Preis. Für die acht ausländischen Angebote liegen keine geprüften Quoten vor, und die Erfahrung sagt nur, dass ein ausländisches Programm meist mehr Märkte zeigt — ob es dafür besser bezahlt, entscheidet jeder Markt für sich. Wer vergleichen will, nimmt zwei Programme mit identischem Ereignis und identischer Linie und rechnet die Dezimalquoten nach. Die Zahl, die herauskommt, ist der einzige belastbare Vergleich, den es gibt.
Was eine asiatische Wette bei den Schweizer Veranstaltern kostet
Die Marge in einem Markt mit zwei Ergebnissen
Jede Quote hat einen eingebauten Anteil, der nie ausgeschüttet wird. Er steckt nicht in einer Zeile des Wettprogramms. Er steckt in der Differenz zwischen dem, was eine Quote verspricht, und dem, was ein Markt über alle seine Ausgänge zusammen zurückzahlt.
Der Rechenweg ist kurz. Eine Zwei-Wege-Linie steht bei Quoten von 1,90 und 1,90 — ein Beispiel, kein zitierter Preis. Über beide Ausgänge zusammen beträgt die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also rund 97,5 %. Der Anteil des Buchmachers liegt damit bei etwa 2,5 %. Das ist die Faustregel: eine Zwei-Wege-Linie mit gleichen Quoten um 1,90 behält rund 2,5 % ein, eine um 1,85 rund 5,1 %, eine um 1,80 rund 6,4 %. Je weiter ein Markt unter 1,90 fällt, desto breiter die Marge — der Sprung von 1,90 auf 1,80 verdoppelt sie nahezu.
Die Angabe gehört zusammen mit ihrer Bedingung in den Satz: Es handelt sich um einen Zwei-Wege-Markt, in dem beide Ausgänge dieselbe Quote tragen. Sobald die Quoten ungleich stehen — 2,10 auf der einen, 2,10 auf der anderen Seite —, oder die Linie über mehrere Drittausgänge läuft, verschiebt sich die Rechnung, und der Wert bewegt sich. Aus einer glatten Zahl wird dann eine Bandbreite.
Warum eine Handicap-Wette trotzdem mehr kostet als eine Eins-zu-eins-Wette
Eine asiatische Linie ist kein Rabatt, sondern eine Prämienschraube. Ein Buchmacher, der ein Handicap auf eine Halblinie anbietet, trägt dabei kein Rückzahlungsrisiko — es gibt keinen Fall, in dem der Einsatz zurückkommt. Deshalb liegen die Quoten auf Halblinien oft näher an 1,90 als auf ganzen Linien, wo die Rückzahlung möglich ist und in den Preis eingerechnet wird. Bei Viertellinien kommen zwei Teilquoten zusammen, die beide die Marge tragen. Der zusätzliche Komfort der Rückzahlung ist mit einer zweiten Marge bezahlt.
So wird die Sache greifbar. Wer eine Woche lang nur Viertellinien spielt und dabei im Schnitt auf einen Markt mit einer Marge von 2,5 % setzt, hat nach zwanzig Wetten eine Erwartung von rund dem halben Doppelten dieser Marge weniger auf seinem Konto, als dieselben Wetten auf reine Halblinien getragen hätten — bei gleichem Ergebnisverlauf. Das ist keine Prognose über einen einzelnen Wettschein. Es ist ein Durchschnitt über viele, und genau so sollte man den Wert lesen.
Wer eine Quote als «Sicherheit» verkauft bekommt, zahlt dafür zweimal: einmal beim Abschluss über die niedrigere Teilquote, und einmal bei jeder Folgewette über die erneut anfallende Marge. Klingt nach einem miesen Geschäft. Ist es auch — nur kein Betrug, sondern der Preis einer Linienform.
Limiten, Rundung und die kleinen Beträge, die wirklich verschwinden
Ein weiterer Posten, der in keiner Quotentabelle steht, ist die Obergrenze. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn bei Jouez Sport beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die Kombination aus Mindestquote und Höchstquote ist die eigentliche Kostenschraube im Kombinationsspiel: Bei Jouez Sport muss die Gesamtquote mindestens 1.10 betragen, sodass eine lange Kette von Quoten kaum unterhalb dieses Bereichs endet, und die Obergrenze von 100’000 setzt der Fantasie ein Ende, die ein reines Multiplikationsgefühl sonst erzeugen würde. Addiert man die Höchstgewinn-Grenze von CHF 300’000 hinzu, sieht man, dass eine sehr lange Kombination mit hohen Einzelquoten rechnerisch weit mehr versprechen kann, als auszahlbar ist. Das ist kein Fehler der Kette. Es ist die Decke.
Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Sprung von vier auf fünfzehn Voraussagen klingt verlockend, und er verlangt genau das, was eine Kombination ohnehin teuer macht: mehr Beine, von denen jedes einzelne die Marge ein zweites Mal trägt. Und jede dieser Voraussagen muss die Mindestquote von 1.50 erfüllen, was bei asiatischen Linien mit ihren oft niedrigeren Dezimalquoten enger wird, als es beim reinen Kombinationsbau aussieht.
Der Weg vom Einsatz zum Auszahlungsbetrag
Der Rundungsweg verdient einen eigenen Absatz, weil er die einzige Stelle ist, an der der Wettende den Betrag exakt vorhersagen kann. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote berechnet und zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Gewinn von CHF 1’234,567 wird also zuerst zu CHF 1’234,57 und dann zu CHF 1’234,55. Wer um ein Vielfaches mehr setzt, verliert beim Abrunden tendenziell mehr, weil die Basis grösser ist; wer mit kleinen Beträgen spielt, für den ist es eine Randnotiz im Rappenbereich.
Interessanter ist der Punkt, an dem die Auszahlung aufhört, Verhandlungssache zu sein. Bei Swisslos werden Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Bei Jouez Sport können Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 in jeder Jouez-Sport-Verkaufsstelle eingelöst werden; bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2’000 auszahlen. Für alles darüber läuft der Weg über das Konto, und genau dort greifen die Auszahlungsregeln der Veranstalter.
Bei Swisslos zahlt der Veranstalter Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer einen asiatischen Handicap-Gewinn also in kleinen Tranchen abzieht, zahlt ab dem dritten Mal dafür, und wer sein Konto über ein Gratisguthaben aufgefüllt hat, kann diesen Teil nicht als Bargeld abziehen. Drei Prozent auf einen abgezogenen Betrag ist kein Weltuntergang — aber es ist genau die Art Kosten, die in keiner Beschreibung eines Wettangebots steht.
Wie die Marge in den Beispielen tatsächlich wirkt
Setzt man eine Handicap-Wette mit einer erwarteten Marge von rund 2,5 % gegen eine Wette auf einen Markt mit einer Marge von rund 5 %, so kostet dieselbe Handlungsweise über hundert Wetten in beiden Fällen Geld, aber unterschiedlich viel. Bei einem Einsatz von CHF 100 pro Wette und einer Marge von 2,5 % liegt die Erwartung bei etwa CHF 2,50 pro Wette, die der Markt einbehält; bei 5 % sind es etwa CHF 5. Über zwanzig Wetten summiert sich der Unterschied auf rund CHF 50, ohne dass dabei eine einzige Wette schlechter ausgegangen wäre. Die Marge war einfach bei jedem der zwanzig Abschlüsse unterschiedlich gross.
Diese Rechnung ist eine Durchschnittserwartung über viele Wetten. Sie sagt nichts darüber, wie eine einzelne Wette endet, und sie verspricht keinen Ausgang. Sie beschreibt lediglich, was der Markt von jedem platzierten Franken einbehält, bevor irgendein Ergebnis gezogen ist.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Swisslos Sporttip — der Veranstalter mit dem vollen Regelwerk
Swisslos betreibt Sporttip im Gebiet der Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bekommt nur, wer in diesem Gebiet wohnt oder sich dort gewöhnlich aufhält, mindestens 18 Jahre alt ist, keiner Spielsperre unterliegt und sich noch nie registriert hat; die Daten werden aus dem Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Der Einsatzrahmen ist für Schweizer Verhältnisse breit: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette, wobei Swisslos die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern kann. Die Verlustlimiten von 1, 7 und 30 Tagen müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden.
Der Sporttip-Kombiboost und die Quoten- und Profitboosts sind beide an Bedingungen gebunden: Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, die Boosts gelten nur für Prematch-Einzelwetten und verfallen bei einem Cash-Out. Der Cash-Out selbst gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out; der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Gewinn.
Das Urteil: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und den Schweizer Rechtsweg will, bekommt hier das maximal abgesicherte Angebot — mit der Einschränkung, dass die Limiten und die Wohnsitzprüfung den Zugang spürbar langsamer machen als bei jedem ausländischen Portal. Der Nachteil dieses Hauses ist nicht seine Sorgfalt, sondern die Decke: ein geschlossener Marktkatalog ohne Eckball- und Kartenmärkte, und die Quote auf die Schweizer Linie, die nicht mit einer Offshore-Linie konkurriert.
Loterie Romande Jouez Sport — das Pendant für die Westschweiz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, und ihre Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne. Ein Online-Konto ist entsprechend nur für Personen mit Wohnsitz in diesen Kantonen möglich. Wer in Zürich sitzt, hat hier nichts zu suchen — und umgekehrt gilt dasselbe für einen Genfer bei Sporttip.
Der Einsatzrahmen unterscheidet sich von Sporttip in zwei Punkten, die den Alltag prägen: Mindesteinsatz CHF 2 online, CHF 3 in Verkaufsstellen und CHF 2 für Multiples; Höchsteinsatz CHF 500 für Einzel- und Kombiwetten, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 enthalten. Der Gewinn ist auf CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen begrenzt; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen.
Für die Auszahlung im Detail: Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 können in jeder Jouez-Sport-Verkaufsstelle eingelöst werden; bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2’000 auszahlen.
Das Urteil: Die Obergrenze von CHF 500 pro Wette ist der eigentliche Charakterzug dieses Angebots. Für die typische Wette in der Westschweiz ist sie irrelevant. Für einen Spieler, der mit vierstelligen Einsätzen arbeitet, ist sie eine Wand, und dort wird der Ausweg zu dem, was im Abschnitt «Die acht ausländischen Programme im Vergleich» beschrieben ist. Wer dagegen klein bis mittel spielt, merkt davon nichts.
Die acht ausländischen Programme im Vergleich
Alle acht — Boomerang Bet, BDMBet, 22Bet, X3Bet, IviBet, Bettilt, FortuneJack und Betclic — stehen ohne Schweizer Bewilligung da. Für sieben von ihnen ist keine Bewilligung nachgewiesen; für X3Bet wird gemeldet, dass die Lizenz bei Tobique in Kanada liegt. Beides hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Keines der acht ist an das Schweizer Sperrregister angebunden; wer sich bei Swisslos sperren lässt, ist bei diesen Anbietern nicht gesperrt. Ein Schweizer Rechtsweg besteht bei keinem, und jedes dieser Angebote kann per DNS auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Was die acht mit Blick auf asiatische Linien interessant macht: Ihre Programme enthalten in der Regel deutlich mehr Märkte als der Schweizer Katalog, einschliesslich der Wettarten, die die Gespa-Liste nicht führt. Ein Fussballspiel, das bei Swisslos mit einer Handvoll Handicap-Linien steht, zeigt offshore ein Vielfaches davon, und die Quoten auf dieselbe Linie liegen nicht selten höher, weil die Kostenstruktur eine andere ist. Der Vorteil ist also real, und er ist nicht der einzige: Wer sich bisher nur bei Swisslos oder Jouez Sport bewegt hat, sieht bei diesen Anbietern zum ersten Mal, wie viele Spielarten es überhaupt gibt.
Das ist die eine Seite. Die andere ist die, an der die Liste aufhört. Das Spielen bei einem ausländischen Portal bedeutet, dass die Schweizer Aufsicht nicht zuständig ist, dass die Verlustlimiten keinen Standard haben, den jemand durchsetzen würde, und dass bei einem Streit über eine Auszahlung kein Schweizer Gericht als selbstverständliche Anlaufstelle zur Verfügung steht. Bei einem asiatischen Handicap, bei dem der Einsatz in der Auswertung zerlegt wird, ist eine unabhängige Beschwerdestelle nichts Abstraktes: Sie ist die Stelle, die den Endstand und die zurückgezahlte Hälfte nachrechnet, wenn der Anbieter es nicht tut.
Ein weiteres Detail, das in der Diskussion um «bessere Quoten» regelmässig untergeht: Ausländische Gewinne sind steuerlich anders. Eine Verrechnungssteuer fällt nicht an, dafür behandelt die kantonale Praxis im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Das ist eine kantonale Praxis, nicht ein bundesweiter Satz — je nach Kanton kann die Behandlung anders aussehen —, aber sie zeigt, dass der steuerliche Vorteil nicht automatisch bei der ausländischen Adresse liegt.
Bleiben die acht untereinander. Wer sie nach den üblichen Kriterien ordnen will, ordnet sie nach dem Angebot. Die relevante Frage für jeden dieser Namen ist, ob der Preis, den ein Markt einbehält, einen Ausgleich für das Fehlen jeder Schweizer Anlaufstelle bietet. Diese Bewertung nimmt jeder für sich vor, und sie fällt sehr unterschiedlich aus.
Die Auswahl zwischen den acht reduziert sich damit auf Nebensachen, die ernst zu nehmen sind: auf die Frage, wer überhaupt an Schweizer auszahlt und auf welches Konto, auf die Frage, ob die Seite in deutscher Sprache erreichbar ist, und auf die Frage, wie viele Linien ein einzelner Markt zeigt. Wer bei einem Anbieter nur eine einzige Handicap-Linie findet, wo ein anderer acht anbietet, hat seine Wahl bereits getroffen.
Wo dieser Vergleich an seine Grenzen kommt
Zwei Dinge sind mit Schweizer Geld schlicht nicht zu kaufen: Die Vielfalt der Linien und die Anbindung an ein Sperrsystem, das über die Landesgrenze hinausreicht. Beides lässt sich nicht gegeneinander aufrechnen wie zwei Quoten. Wer die eingeschränkte Schweizer Auswahl nutzt, weiss dafür, wo er sich beschweren kann. Wer die ausländische Vielfalt nutzt, weiss, dass die Beschwerde an ihn selbst zurückfällt.
Für asiatische Linien heisst das konkret: Die Schweizer Kataloge führen Handicaps und Gesamttore, die Gespa-Liste setzt den Rahmen und führt keine Eckball- oder Kartenmärkte, und in diesem Rahmen ist Swisslos oder Jouez Sport die vollständige Antwort. Wer Viertellinien auf Spezialmärkte sucht, wird bei einem Programm mit grösserem Katalog fündig — weiss aber auch, dass die Aufsicht, die gegen eine fehlerhafte Auswertung einschreiten könnte, nicht zuständig ist und dass der Ausgang vom guten Willen eines Anbieters abhängt, dessen Domains mit der Sperrliste wandern können.
Wer eine asiatische Linie nur einmal ausprobieren will, sollte es deshalb dort tun, wo die Auswertung im Zweifel nachrechenbar ist. Wer die Linie als Teil einer Routine spielt, wird den grösseren Katalog wollen. Beide Wege haben einen Preis, und nur einer von ihnen kennt eine Schweizer Adresse, an die man sich wenden kann.
Häufig gestellte Fragen
Was sind asiatische Wetten?
Es sind Wetten, bei denen ein Vorsprung oder eine Torschwelle nicht als ganze Zahl, sondern auch als halbe, viertel oder gebrochene Linie ausgeschrieben wird. Dadurch entstehen Ergebnisse, die weder Sieg noch Niederlage sind: Ein Teil des Einsatzes kommt zurück. Der Einsatz wird bei bestimmten Linien auf zwei benachbarte Schwellen aufgeteilt und getrennt gewertet.
Was bedeutet eine asiatische Wette bei Torwetten?
Sie verschiebt das Ergebnis, das für die Wette zählt, um die Handicap-Linie — bei einem Vorsprung addiert, bei einem Rückstand abgezogen, bei Gesamttoren als Schwelle über oder unter einer Zahl. Aus dem Endstand wird dadurch ein verglichener Wert, und je nach dessen Verhältnis zur Linie wird der Einsatz ganz gewonnen, ganz verloren, ganz zurückgezahlt oder hälftig geteilt.
Wie unterscheiden sich asiatische Torwetten von der klassischen Über-Unter-Wette?
Die klassische Über-Unter-Wette kennt nur ganze oder halbe Schwellen. Bei einer Halbschwelle gibt es kein Unentschieden, aber auch keine Rückzahlung — nur gewonnen oder verloren. Die asiatische Form fügt Viertellinien hinzu, bei denen der Einsatz auf zwei Schwellen verteilt wird. Der Preis dafür ist eine zweite Marge auf dem geteilten Teil.
Wie wird der Spielstand bei Live-Wetten mit Handicap gewertet?
Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Die Wette ist dann gültig, aber ohne Ertrag.
Welche Anbieter dürfen solche Wetten in der Schweiz anbieten?
Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide halten eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt. Weitere Schweizer Bewilligungen für Sportwetten gibt es nicht; die Gespa veröffentlicht lediglich eine Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Welche Rolle spielen Verlustlimiten, wenn der Einsatz auf mehrere Handicaps aufgeteilt wird?
Eine Viertellinie bindet den doppelten Betrag des angezeigten Einsatzes, solange beide Teile offen sind. Verlustlimiten werden auf den tatsächlich platzierten Betrag gerechnet, nicht auf die Anzahl der Linien. Eine Limite von CHF 100 kann daher durch eine einzige Viertellinie mit CHF 50 pro Teil vollständig ausgeschöpft sein, obwohl nur eine Wette im Programm steht.
Wettarten – dartstippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»
