Golfwetten in der Schweiz: Zwei Veranstalter, ein Katalog – und die Rechnung dahinter
Stand: 29. Oktober 2026. Geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, und die Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter.

Ein Turniersieger im Golf ist der schwerste Markt, den ein Buchmacher überhaupt anbieten kann. Hundertzwanzig Spieler am Abschlag, ein Cut nach zwei Runden, ein Winddreher am Sonntagnachmittag – und jeder einzelne dieser Spieler hat eine Quote. Wer in der Schweiz auf genau diesen Markt setzen will, landet zwangsläufig bei einem von zwei Unternehmen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Mehr Veranstalter gibt es hier nicht, und das ist keine Marktlücke, die jemand noch schliessen könnte, sondern eine Entscheidung der Kantone. Alles andere, was im Netz unter einem golffreundlichen Logo auftaucht, hat in der Schweiz keine Bewilligung. Ob das ein Nachteil ist, hängt davon ab, was man unter einer Quote versteht und was man von ihr erwartet.
Rechtslage: Warum die Auswahl in der Schweiz bei zwei Namen endet
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Das Geldspielgesetz regelt sie seit dem 1. Januar 2019, und die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, die auf dem Geldspielkonkordat beruht. Wer hier Verwirrung erwartet, sei beruhigt: die Eidgenössische Spielbankenkommission prüft die Casinos und nicht die Sportwetten. Zwei Behörden, zwei Zuständigkeiten, kein Überschneidungsbereich.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen, der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung, und sie gilt nur in der Schweiz. Ein ausländisches Papier ändert daran nichts. Eine Konzession aus Curaçao, Malta oder Deutschland entfaltet hier keine Wirkung; sie ist für den Schweizer Markt schlicht kein Titel. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und diese beiden sind Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport.
Der Grund für die enge Auswahl steht in der Rechtslogik selbst. Der Reingewinn fliesst in gemeinnützige Zwecke in den Kantonen, und wenn zwei Veranstalter den gesamten Markt bedienen, ist der Kanal dorthin kurz und nachvollziehbar. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten allein stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist der Preis, den der Markt für seine Geschlossenheit zahlt, und es ist gleichzeitig der Nutzen.
Online golf wetten in der Schweiz: Wo das Konto wirklich offensteht
Wer ein Konto eröffnen will, muss dort wohnen, wo der Veranstalter tätig sein darf. Swisslos betreibt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Zürcher kommt bei Jouez Sport nicht an ein Konto, eine Genferin nicht bei Sporttip. Für Zugezogene ist das die erste praktische Hürde, noch vor der Frage nach den Quoten, und sie lässt sich nicht umgehen.

Die Registrierung selbst ist strenger als bei den meisten Anbietern, die Schweizer Spielerinnen und Spieler im Netz antreffen. Verlangt werden mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, das Fehlen einer Spielsperre. Dazu die Regel, die jede Umgehung im Keim erstickt: eine Person, ein Konto. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer eine schnelle Anmeldung mit zwei Klicks gewohnt ist, sollte hier mit einer Viertelstunde rechnen.
Suchtprävention: Die Limiten, die eine Golfwoche teuer machen
Ein Golfturnier dauert vier Tage. Zwischen dem ersten Abschlag am Donnerstag und dem letzten Putt am Sonntag liegen bei einem Turnier mit Cut zwei Runden voller Bewegung, ein Cut, der das halbe Feld nach Hause schickt, und ein Sonntag, an dem die Führung dreimal wechselt. Ein Live-Wetten-Fenster in dieser Länge ist genau die Situation, für die es Limiten gibt.
Bei Swisslos steht die Verlustlimite nicht am Rand, sondern am Anfang. Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Dazu kommt optional eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Das ist die wichtigste Mechanik auf dieser ganzen Seite, und sie ist bewusst asymmetrisch gebaut: nach unten ist der Weg frei, nach oben versperrt eine Wartefrist.
Der Staat gibt hier übrigens keine Beträge vor. Das Geldspielgesetz verlangt, dass der Veranstalter vom Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt. Eine feste Einzahlungsgrenze, wie sie manche Länder kennen, existiert in der Schweiz nicht. Die Zahl kommt damit von der Person, die sie später einhalten muss, und nicht von einer Behörde, die sie verhängt. Wer sich beim ersten Aufsetzen querlegt und eine Limite einträgt, die er nie ausschöpfen wird, hat die günstigste Variante gewählt, die ein Konto kennt.
Spielsperre und Selbstsperre: Was der Zugang nicht zurückholt
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und diese Sperre wird ohne Aufhebung vor Fristablauf nicht angerührt. Eine unbefristete Spielsperre trägt der Veranstalter in ein schweizweites Register ein, das auch für Casinos einschliesslich der Online-Casinos und für das Fürstentum Liechtenstein gilt. Von Gesetzes wegen kann eine freiwillige Sperre erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.
Die Sperre ist ein Register und nicht ein Knopf. Sie folgt der Person über Anbieter hinweg, innerhalb des Systems, das sie führt. Wer sich sperrt, weil die Einsätze aus dem Rahmen gelaufen sind, bekommt damit eine Pause, die nicht davon abhängt, ob er am nächsten Morgen noch derselben Meinung ist.
Dass dieser Apparat nicht überall greift, wo Sportwetten verkauft werden, zeigt eine Zahl, die man kennen sollte. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist also keineswegs lückenlos, und niemand sollte ihn als streng darstellen. Am eigenen Konto ist die Kontrolle dagegen technisch verankert.
Wettarten und Quoten: Was eine Quote im Golf wirklich enthält
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Ein Golfturnier bringt hier seine eigene Frist mit: Es entscheidet, wann eine Langzeitwette fällt, und es macht die Regeln zur Spielzeit praktisch gegenstandslos. Das ist ein Vorteil des Golfs, denn der Ausgang eines Turniers ist eindeutig, auch wenn er vier Tage braucht.
Beim Golf gibt es Birdie, Eagle und Bogey – einen Schlag unter Par, zwei Schläge unter Par, einen Schlag über Par. In der Runde dürfen 14 Schläger mitgeführt werden. Diese Begriffe landen in den Wettarten wieder, bei Loch- und Turnierergebnissen etwa in Form von Schlagzahlen. Wer sie nicht kennt, liest einen Markt, den er nicht beurteilen kann.
Der praktische Kern ist die Rechnung, und sie ist einfacher als jedes Handicap. Bei einer Einzelwette gilt: der mögliche Rückzahlungsbetrag ist Einsatz mal Quote, der mögliche Nettogewinn ist Einsatz mal Quote minus eins. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem Preis. Aus CHF 20 auf Quote 4.50 werden also CHF 90 zurück, davon CHF 70 Gewinn. Der Mindesteinsatz bei Sporttip liegt bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000. Für eine Systemwette sind es CHF 10’000. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, und der Veranstalter kann diese Grenzen jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.
Die Marge: Was im Preis steckt, bevor der erste Ball rollt
Jede Quote trägt einen Anteil, der nie beim Wettenden ankommt. Rechnet man die Kehrwerte der Quoten aller Ausgänge eines Marktes zusammen, ergibt 1 geteilt durch diese Summe den Quotenschlüssel – den Anteil aller Einsätze, den der Markt zurückzahlt. Die Marge ist der Rest auf 100 %.
Nehmen wir einen illustrativen Zweiwegemarkt mit je Quote 1.90, ausdrücklich als Beispiel und nicht als tatsächlich gehandeltes Angebot. Bei 1.90 ist der Kehrwert jeder Seite rund 0.5263, die Summe liegt bei etwa 1.0526, der Quotenschlüssel reicht also bis etwa 95 %. Die Marge beträgt unter dieser Annahme rund 5 %. Bei einem Quotenpaar von 1.95 und 1.95 steigt der Quotenschlüssel auf etwa 97,5 %, die Marge sinkt auf rund 2,5 %. Das ist kein Zweiwegemarkt in Reinform, sondern eine Bandbreite: je nach Auszahlungsquote des Veranstalters liegt der Anteil, der im Markt bleibt, grob zwischen 2,5 % und 5 %. Erst unterhalb eines deutlichen Abstands nach oben wird eine Quote zu einem schlechten Geschäft, und die Zahlen zeigen, wie eng diese Zone ist.
Diese Marge ist der Grund, warum ein Favorit nie ein sicherer Sieger ist. Sie sitzt unsichtbar in jeder der drei Quoten des Marktes, sie wächst mit jedem zweiten Bein einer Kombiwette, weil sich die Margen dort multiplikativ verschachteln, und sie bleibt dem Wettenden egal, ob sein Spieler gewinnt oder nicht. Der Hausvorteil ist nicht das Ergebnis eines einzelnen Turniers, sondern die Eigenschaft des Marktes selbst. Wer Golfwetten als Einnahmequelle plant, plant gegen diese Zahl.
Der Blick gehört deshalb auf die Auszahlungsquote als Ganzes. Ein Anbieter mit tiefer Marge zahlt über viele Wetten hinweg mehr zurück, unabhängig davon, ob er die Quoten mit bunten Zahlen dekoriert. Und im Golf wiegt das schwerer als in den meisten Sportarten, weil die Bandbreite der Ausgänge so gross ist. Ein Feld mit vielen Spielern drückt die Quoten für einzelne Spieler, weil sich die Wahrscheinlichkeiten auf immer mehr Namen verteilen. Der Aussenseiter mit Quote 300 klingt nach Gelegenheit; er ist vor allem ein Ausdruck dafür, wie voll das Feld ist.
Einzelwette, Kombiwette, Cash-Out: Was die Funktionen kosten
Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Das ist eine Staffelung, die einen klar nach oben zieht, und die Bedingung der Mindestquote von 1.50 ist die eigentliche Bremse: im Golf ist ein Bein auf einen Favoriten über diese Schwelle häufig, ein ganzes Set daraus nicht.
Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Ein wichtiger Haken: bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer sein Bein also mit dem erhöhten Gewinn kalkuliert und dann vorzeitig aussteigt, verliert genau den Teil, auf den er gesetzt hat.
Cash-Out ist überhaupt das Feature mit dem grössten Abstand zwischen Versprechen und Mechanik. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Garantiert ist er für keinen Markt. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Ein Ausstieg kostet also immer die Differenz zum vollen Gewinn, und in einem Turnier mit zwei Runden ist der Weg bis dorthin weit genug, dass diese Differenz dreistellig werden kann.
Der Spielplan der Touren: Wann gespielt wird und was überhaupt auf dem Programm steht
Die vier Herren-Majors bilden das Gerüst des Golfjahres. Das US Masters findet in Augusta, Georgia, statt, wird seit 1934 gespielt und liegt im April. Die PGA Championship läuft seit 1916 und fällt in den Mai. Die U.S. Open gibt es seit 1895, sie liegt im Juni. The Open Championship ist die älteste der vier, seit 1860, und wird im Juli im Vereinigten Königreich ausgetragen. Die Britische Offene ist damit traditionell das letzte Major des Jahres, und der Name, unter dem sie in deutschen Wettprogrammen häufig auftaucht, ist genau der, den die Quotensuche verwendet.
Ein Wettjahr setzt sich für Schweizer Interessierte aus Majors, Touren und dem Ryder Cup zusammen. Der Ryder Cup ist ein Teamwettbewerb zwischen den USA und Europa, ausgetragen alle zwei Jahre mit zwölf Spielern pro Team im Lochspiel. Das Format ist grundverschieden vom Rest der Saison, und mit ihm auch die Märkte.
Der Begriff Lochspiel steht im Gegensatz zum Zählspiel, wo die Schläge insgesamt gegen das gesamte Feld gezählt werden. Im Lochspiel gewinnt, wer mehr Löcher als der Gegner für sich entscheidet. Diese Unterscheidung ist für Wetten nicht kosmetisch. Sie verändert die Zahl der möglichen Ausgänge, die Länge des Ereignisses und die Frage, ob ein Name überhaupt ins Klassement kommt.
Der Cut: Warum die halbe Wette den Freitag nicht überlebt
Bei den meisten Turnieren mit Cut erreichen nur die Spieler Preisgeld, die ihn schaffen. Für die Wettabrechnung ist das ein Filter, der das Feld am Freitagabend halbiert. Eine Wette auf einen unbekannten Namen, der das Wochenende nicht sieht, verliert damit nicht wegen eines schlechten Sonntags, sondern wegen zweier durchschnittlicher Runden. Wer Prognosen auf Turniersieger liest, ohne die Cut-Wahrscheinlichkeit des jeweiligen Spielers zu kennen, liest eine halbe Zahl.
Der Wettkatalog der Schweiz ist geschlossen und wird von der Gespa geführt. Die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten entscheidet, was angeboten werden darf. Qualifikationsrunden stehen nur darin, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Eintritt in einen internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsrunden sind ausgeschlossen, und die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind untersagt. Dass Golfturniere überhaupt erlaubt sind, liegt also nicht daran, dass jemand dem Sport besonders zugeneigt wäre, sondern daran, dass sie im Katalog stehen.
Vergleich: Bewilligung, Betrieb und der offene Rest
| Veranstalter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalterin bzw. gemeldete Lizenz | Wettangebot |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | Offen, Limiten auf Marker-Ebene (CHF 1 bis CHF 1’000 Einzel und Kombination, CHF 10’000 Systemwette) |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande | Offen, Limiten auf Marker-Ebene |
| Alle übrigen untersuchten | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt | — |
Die letzte Zeile ist keine Verlegenheit, sondern das Ergebnis. Die Vergleichstabelle hat nur zwei Zeilen mit Substanz, weil die Rechtsordnung nur zwei Veranstalter kennt, und jede Spalte mit Zahlen für die übrigen Marken wäre erfunden. Was die Liste in der Gespa-Sperrliste nach sich zieht, ist eine Domain-Sperre, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS durchsetzen. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt. Dieses Domain-Hopping ist der Grund, warum eine technische Sperre den Zugang zu einer ausländischen Adresse verlangsamt, aber nicht dauerhaft verhindert.
Zwischen den beiden Gruppen liegt mehr als ein Rechtsstatus. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, dem fehlen drei Dinge gleichzeitig: kein Schweizer Bewilligungsschutz, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Dass Sperrregister ist dabei das praktisch schwerste, denn eine Spielsperre, die dort eingetragen ist, hat bei einem ausländischen Anbieter keine Wirkung. Der Schutz, den sich jemand selbst verordnet hat, endet an der Grenze des Systems, das ihn führt. Umgekehrt ist die Bewilligung kein Freibrief für unbegrenztes Angebot: der Katalog ist geschlossen, der Wohnsitz wird verlangt, die Identität wird geprüft. Keine der beiden Seiten ist die naheliegend sichere Wahl, und wer das eine als selbstverständlich besser darstellt als das andere, verkürzt die Sache.
Die Bewilligungsfrage in der Praxis: Zwei Wege, ein Konto
Die Entscheidung fällt meist nicht über die Marge, sondern über den Wohnsitz. In der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein führt der Weg zu Swisslos mit Sporttip, in der Westschweiz zur Loterie Romande mit Jouez Sport. Der Grenzgänger, der in Basel arbeitet und im Elsass wohnt, hat in beiden Systemen keinen Zugang, und für ihn ist die Frage nach dem bewilligten Veranstalter keine Wahl, sondern ein Ausschlusskriterium mit Ansage.
Bemerkenswert ist der Umfang, in dem die Loterie Romande verankert ist: 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, mit Kontaktadresse in Lausanne. Das ist kein Online-Start-up, sondern ein Verteilnetz, das seit Jahrzehnten in den Kantonen steht. Wer in Genf oder Neuenburg ohnehin am Kiosk vorbeikommt, findet dort eine Wettschein-Variante, die ganz ohne Konto existiert.
Das Sporttip-Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und Liechtenstein. Es sind zwei Gebiete, die sich nicht überschneiden, und die Nahtstelle verläuft dort, wo die Sprachgrenze verläuft. Für eine Leserin in Freiburg ist damit alles gesagt, was sie über die Anbieterauswahl wissen muss.
Steuern: Die Frage, die vor dem ersten Abschlag geklärt gehört
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden nur darüber besteuert. Die eidgenössische Schwelle liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Die kantonale Schwelle unterscheidet sich davon, weshalb es richtig ist, bei dieser Frage «je nach Kanton» zu schreiben und keine einzelne kantonale Zahl zu nennen.
Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender bleibt weit darunter: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Von der Sportwette selbst gibt es in der Schweiz keine Steuer auf dem Einsatz, und wer das Gegenteil gehört hat, sollte es nicht weitererzählen.
Anders liegt die Sache bei ausländischen Anbietern. Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis ist nicht einheitlich. Die Praxis im Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern ein Teil des Preises, den ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kostet. Wer dort gewinnt, gewinnt brutto. Für den eigenen Fall bleibt der Weg zum Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung, und dieser Weg ist kurz.
Wohin die Gewinne fliessen: Was die beiden Veranstalter mit dem Geld machen
Swisslos erwirtschaftete für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. und verteilte ihn auf CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, den Fussball, das Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Die Sportwetten steuerten CHF 109 Mio. bei, nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Dieser Rückgang ist das ehrlichste Mass dafür, wie sich das Sportwettengeschäft entwickelt: der Fussball bleibt die tragende Säule, und der Anteil, den eine einzelne Sportart wie Golf beiträgt, bewegt sich innerhalb dieses Betrags.
Weil die Bewilligung als Grossspiel konstruiert ist, wird ein Teil dessen, was am Wettmarkt verloren geht, in der Schweiz wieder eingesetzt, in Sportverbänden, in kantonalen Fonds, in der Kultur. Das ist keine Rechtfertigung für Wetten, und niemand sollte es als eine lesen. Es ist der Grund, warum der Markt so gebaut ist, wie er ist, und warum sich hinter die zwei Namen so schnell kein dritter gesellen wird.
Die geprüften Veranstalter im Einzelnen
Swisslos Sporttip: der Vollausbau mit Limiten vor dem ersten Klick
Sporttip ist eines der beiden Produkte, die in der Schweiz überhaupt auf Golfturniere anbieten dürfen, und es ist dasjenige mit dem ausführlichsten Regelwerk. Die Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung, beide nach dem Geldspielgesetz und unter Aufsicht der Gespa. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gegründet auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Der Zugang steht Personen ab 18 Jahren offen, und eingesetzt werden darf nur, wer nicht zugleich als Wettkämpfer am Ereignis beteiligt ist.
Die Zahlen, die bei Sporttip am meisten bewegen, sind die Einsatzgrenzen. Ein Mindesteinsatz von CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten bedeutet, dass sich auch Kleinstbeträge platzieren lassen, und im Golf ist das tatsächlich nützlich, weil sich ein Turniersiegermarkt mit vielen Beinen sehr günstig aufbauen lässt. Der Höchsteinsatz von CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 bei einer Systemwette ist dagegen die Grenze, an die ein ernsthaft arbeitender Spieler zuerst stösst. Er kann jederzeit ohne Angabe von Gründen geändert werden, und eine Wette über der Limite nimmt das System nicht an. Für langfristige Pläne ist das die wichtigste Unsicherheit: die Regeln, unter denen man eine Position aufbaut, können sich mitten in der Saison verschieben.
Die Spielerschutz-Mechanik ist der zweite Block, und hier ist Sporttip genauer als die meisten Anbieter auf dem Markt. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Teilnahme stehen, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Senken sofort, erhöhen nach 72 Stunden. Dazu optional eine Einzahlungslimite für 30 Tage. Wer sein Konto einrichtet, sollte die Limiten bewusst als Deckelung verstehen und nicht als Zahl, die man später bequem anhebt.
Beim Cash-Out ist Swisslos vorsichtig formuliert, und die Vorsicht ist verdient. Der Betrag liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, er hängt vom Stand der Sportereignisse ab, er kann jederzeit geändert werden, und ein Anspruch auf den Markt besteht nicht. Nur vollständig, nie in Teilen, nur online, nur vorwärts, nie zurück. In einem viertägigen Turnier ist das eine Funktion, die man dann nutzt, wenn eine Position aus dem Ruder läuft, und nicht eine, mit der sich ein Gewinn sichern lässt.
Der Kombiboost rundet das Bild ab, mit einer Staffel von 5 % bei vier Voraussagen bis 100 % bei fünfzehn, alle mit Mindestquote 1.50 und alle nur online. Die Erhöhung gilt nicht bei einem Cash-Out; wer aussteigt, verliert den Zuschlag. Das ist die Art Bedingung, die eine Kombiwette wirtschaftlich umdreht, weil der Ausstieg genau in der Situation erwogen wird, in der ein Bein wackelt.
Fazit: Sporttip ist der einzige Weg zu einem reglementierten Golfmarkt für Deutschschweizer, und die Einsatzgrenze von CHF 1’000 ist die Zahl, an der sich entscheidet, wie gross ein Plan überhaupt sein darf. Für Spielerinnen und Spieler mit kleinen und mittleren Beträgen ist der Zugang breit und die Limitenmechanik hilfreich; für grosse Positionen setzt dieselbe Mechanik eine Decke, die sich nicht verhandeln lässt.
Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Netz mit langer Tradition
Jouez Sport ist das zweite bewilligte Produkt für Schweizer Sportwetten und steht für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Veranstalterin ist die Loterie Romande, die Société de la Loterie de la Suisse Romande, mit Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne und 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Der Bewilligungsrahmen entspricht dem von Sporttip: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa.
Die Zahl der Verkaufsstellen ist der eigentliche Unterschied zu allen anderen Wegen, auf denen man in der Schweiz Golfturniere bespielen kann. Wer in Lausanne, Sitten oder Genf wohnt, kann einen Wettschein am Schalter abgeben, ohne je ein Online-Konto zu eröffnen, ohne Ausweishochladung, ohne Registrierungsverfahren. Für alle, die grundsätzlich nicht die Absicht haben, ein Spielerkonto zu unterhalten, ist das die einzige Variante, die überhaupt existiert.
Wie breit das Golfangebot bei Jouez Sport ausfällt, lässt sich von aussen nicht seriös beziffern, und an dieser Stelle bleibt nur der Hinweis auf das eigene Wettprogramm. Interessant ist ohnehin weniger die Zahl der Märkte als der Weg: die Identitätsprüfung am Schalter fällt anders aus als online, und eine Person, die an mehreren Kiosken spielt, sollte wissen, dass die Spielsperre ein Register ist und nicht eine Adresse. Wer gesperrt ist, bleibt gesperrt, unabhängig davon, an welchem Kiosk er steht.
Die Limitenmechanik folgt dem Gesetzesrahmen, den beide Veranstalter teilen: Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat sind verpflichtend, Senkungen wirken sofort, Erhöhungen erst nach Wartezeit. Dieser Rahmen ist der Grund, warum die Schweiz in dieser Frage kein Land fester Einzahlungsgrenzen ist, sondern eines selbst gesetzter Deckel – eine Konstruktion, die einem disziplinierten Spieler nützt und einem unentschlossenen nichts abnimmt.
Fazit: Jouez Sport ist weniger eine Alternative zu Sporttip als eine geografische Fortsetzung desselben Rechtsrahmens, und der Verkaufsschalter ist das Argument, das kein Online-Anbieter kopieren kann. Wer in der Westschweiz wohnt und ein Konto vermeiden will, findet hier die einzige Gelegenheit, überhaupt im bewilligten System zu bleiben.
WirWetten: bekanntes Logo, keine Schweizer Bewilligung
WirWetten gehört zu den Anbietern, auf die Schweizer Spieler im Netz stossen, ohne dass ihnen dabei eine Schweizer Bewilligung begegnet. Eine Veranstalter- oder Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz liegt nicht vor, und nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Eine im Ausland gemeldete Lizenz entfaltet hier keine Wirkung.
Daraus folgt eine ganze Kette von Folgen, und sie ist bei jedem der folgenden Anbieter dieselbe. Es besteht keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS gesperrt werden. Für einen Spieler heisst das vor allem eines: die Spielsperre, die er sich bei einem bewilligten Veranstalter gesetzt hat, wirkt hier nicht. Wer sich auf diese Weise schützen wollte, findet den Schutz nicht vor.
Was Golfturniere, Quoten, Limiten und Auszahlungen betrifft, ist über WirWetten nichts belegt. Der Katalog, die Mindesteinsätze, die Auszahlungsfristen – all das steht in den Bedingungen des Anbieters selbst und nirgends sonst, und wer dort spielen will, sollte diese Bedingungen vor dem ersten Einsatz lesen. Das ist keine Floskel, sondern der einzige Prüfpunkt, den es gibt, wenn keine Aufsichtsbehörde im Land die Angaben bestätigt.
Fazit: Was WirWetten von den beiden bewilligten Veranstaltern trennt, ist nicht ein Qualitätsurteil über die Software, sondern das Fehlen jeder Schweizer Rückholoption. Wer im Streitfall jemanden anrufen will, hat hier keine Nummer.
PowBet: offshore ohne registerfähige Spielsperre
Bei PowBet wiederholt sich dasselbe Bild: keine Schweizer Bewilligung, womit auch die gesamte Schutzarchitektur wegfällt, die an eine solche Bewilligung geknüpft ist. Eine im Ausland gemeldete Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung, und an das Sperrregister ist der Anbieter nicht angeschlossen.
Der praktische Unterschied zwischen den ausländischen Marken liegt für einen Schweizer Leser weniger in ihrem jeweiligen Auftritt als in der Frage, was er dort überhaupt prüfen kann. Über das Wettangebot, die Limiten und die Auszahlungspraxis von PowBet ist nichts belegt. Das bedeutet nicht, dass der Anbieter die eine oder andere Eigenschaft nicht hätte – es bedeutet, dass ein Leser sie selbst in den Bedingungen nachsehen muss, weil keine Schweizer Stelle sie für ihn prüft.
Bei einem Golfturnier mit Cut kommt ein Punkt hinzu, der nichts mit dem Anbieter zu tun hat und trotzdem jeden betrifft, der nicht im bewilligten System spielt: Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber kantonal unterschiedlich behandelt, und mindestens eine kantonale Praxis rechnet sie unabhängig von der Höhe voll als Einkommen. Dieser Punkt gehört in jede Rechnung, die jemand mit einem Offshore-Konto aufstellt.
Fazit: Ein Konto bei PowBet ist wesentlich eine Entscheidung darüber, auf welchen Rechtsweg man verzichtet. Wer sie trifft, sollte sie mit dieser Klarheit treffen und nicht mit dem Eindruck, ein besseres Wettprogramm erspare einem die Konsequenz.
Betwinner: Liveumfang ohne Schweizer Aufsicht
Betwinner ist eine der Adressen, die bei einer Suche nach Live-Wetten auf Golfturniere regelmässig auftauchen. Eine Schweizer Bewilligung besitzt sie nicht. Damit fehlt die Basis, auf der die Schweizer Spielerschutz-Mechanik aufsetzt: keine Anbindung an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht über die angebotenen Märkte, kein Schweizer Rechtsweg, dafür die Möglichkeit einer DNS-Sperre über die Sperrliste.
Für Live-Wetten auf ein Golfturnier ist das eine besonders sensible Konstellation. Ein Wettausgang wird live gesetzt, während das Ereignis läuft, und die Regeln dazu stehen ausschliesslich in den Bedingungen des Anbieters. Bei den bewilligten Veranstaltern ist immerhin verbindlich geregelt, dass eine Wette unabhängig davon gilt, ob das Ereignis übertragen wird, und wie mit Wetten umgegangen wird, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, und wann eine Quote von 1.00 gewertet werden kann. Welche Regeln bei Betwinner gelten, steht in dessen eigenen Bestimmungen und in keiner Schweizer Quelle.
Über Golfangebot, Limiten und Auszahlungen von Betwinner ist nichts belegt. Wer sich dort anmeldet, prüft diese Punkte selbst.
Fazit: Der Umfang eines Live-Programms ist bei Betwinner die einzige Frage, die werblich in den Vordergrund gestellt wird, und zugleich die, über die ein Schweizer Leser am wenigsten Verlässliches in Erfahrung bringen kann. Das Verhältnis zwischen beworbener Breite und belegbarer Verbindlichkeit ist hier am ungünstigsten.
Betovo: ein weiteres Konto ohne Schweizer Rückhalt
Bei Betovo liegt kein Schweizer Bewilligungstitel vor. Die Aufsicht der Gespa erstreckt sich nicht auf diesen Anbieter, das schweizerische Sperrregister kennt ihn nicht als angeschlossene Stelle, und ein Schweizer Gerichtsweg steht einem Spieler hier nicht offen. Eine ausländische Lizenz ändert daran nichts.
Was dieser Umstand in der Praxis kostet, lässt sich ohne Detailkenntnis des Anbieters sagen. Ein Spieler, der dort auf einen Turniersieger setzt, ist bei einer Streitigkeit über die Auslegung einer Wette, über eine stornierte Position oder über die Auszahlung auf die internen Verfahren des Anbieters angewiesen. Bei den bewilligten Veranstaltern endet dieselbe Streitigkeit bei einer Behörde im Land, die Regeln für die Teilnahme erlassen hat und sie prüft.
Über das konkrete Wettangebot, die Einsatzlimiten und die Auszahlungszeiten von Betovo ist nichts belegt. Diese Angaben sind den Bedingungen des Anbieters zu entnehmen, und nur dort.
Fazit: Betovo ist im Vergleichsfeld vor allem ein Beispiel dafür, dass eine ausländische Adresse die Wahl zwischen mehreren Anbietern vergrössert, ohne dass irgendeine dieser Optionen eine Schweizer Garantie mitbringt. Wer die Auswahl als Wert an sich betrachtet, sollte den Preis kennen.
Bahigo: der Katalog, den niemand im Land prüft
Bahigo verfügt über keine Schweizer Bewilligung für Sportwetten. Damit entfällt für dieses Angebot die Gespa-Aufsicht, es besteht keine Verbindung zum Sperrregister, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS durchsetzen.
Der Katalog ist der springende Punkt. Bei den bewilligten Veranstaltern ist die Liste der erlaubten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten geschlossen und öffentlich: keine Corner- und Kartenmärkte, kein Esport-Bereich, keine Trainingsrunden, Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur bei bestimmter Bedeutung der Rangliste. Was ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung anbietet, unterliegt diesen Grenzen nicht – und damit auch nicht der Logik, die sie trägt.
Über die Golfmärkte, Limiten und Auszahlungen von Bahigo ist nichts belegt. Wer dort ein Konto eröffnet, stimmt den Bedingungen des Anbieters zu, und diese Bedingungen sind der einzige Ort, an dem die eigenen Rechte stehen.
Fazit: Bahigo steht sinnbildlich für den eigentlichen Unterschied zwischen den beiden Gruppen: nicht die Sportart und nicht das Design, sondern die Frage, wer die Spielregeln schreibt. Hier schreibt sie der Anbieter allein.
AmunRa: Casinoauftritt, Sportwetten ohne Bewilligung
AmunRa tritt vor allem als Casino-Marke auf, und für einen Schweizer Leser ist genau diese Einordnung wichtig. Ein Casinobetrieb und eine Sportwette sind zwei verschiedene Welten mit getrennten Regelwerken: Die Eidgenössische Spielbankenkommission überwacht die Casinos, die Gespa die Sportwetten und Lotterien. Eine Marke, die stark im Casino verankert ist, ist damit nicht automatisch für Sportwetten zuständig oder qualifiziert.
Eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten hat AmunRa nicht. Das bedeutet: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Aufsicht über die angebotenen Sportwetten, dafür die Möglichkeit einer Sperrlisten-Aufnahme. Der Verweis auf eine Casino-Lizenz aus einem anderen Land hilft hier nicht weiter, weil eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung entfaltet.
Über das Golfangebot, die Einsatzlimiten und die Auszahlungen von AmunRa ist nichts belegt. Wer das Casino-Produkt kennt und daraus auf das Sportangebot schliesst, schliesst ohne Grundlage.
Fazit: Bei AmunRa ist der aufmerksamkeitsstarke Teil des Angebots nicht der, um den es auf dieser Seite geht. Wer Golfwetten sucht, findet hier kein Anzeichen dafür, dass er an der richtigen Adresse ist – und die Kombination aus Casino-Auftritt und fehlender Schweizer Bewilligung macht die Prüfung eher dringlicher als einfacher.
FortuneJack: Krypto-Nähe und die Grenzen des Schweizer Systems
FortuneJack ist eine der Marken, die stark mit Kryptowährungen verbunden auftreten. Für Schweizer Sportwetten ist das an einer Stelle unmittelbar relevant: In der bewilligten Schweizer Sportwette werden Gewinne und Guthaben ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt, und eine Kreditvergabe an Spieler ist untersagt. Anonyme und Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht. Wer eine solche Auszahlungsform sucht, findet sie nur ausserhalb des Systems.
Eine Schweizer Bewilligung hat FortuneJack nicht. Auch hier fehlen Anbindung an das Sperrregister, Schweizer Aufsicht und Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann über die Sperrliste gesperrt werden. Die Auszahlungsart, die einen Teil der Attraktivität solcher Marken ausmacht, ist genau der Punkt, an dem sich das bewilligte System und das ausländische grundsätzlich trennen.
Über Golfmärkte, Limiten und Auszahlungszeiten von FortuneJack ist nichts belegt.
Fazit: Der Vorteil, den FortuneJack bei Auszahlungswegen anbietet, ist gleichzeitig die Ursache dafür, dass keine Schweizer Behörde die Angaben dieses Anbieters bestätigt. Es ist dieselbe Tür, von beiden Seiten betrachtet.
Rainbet: geprüfte Tatsache ist hier nur eines
Bei Rainbet endet die belegbare Aussage bei der Bewilligung: eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten liegt nicht vor. Damit verbunden sind die bekannten Folgen – keine Gespa-Aufsicht, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, dafür die Möglichkeit der Aufnahme in die Sperrliste und die DNS-Sperre durch die Telekommunikationsanbieter.
Alles Weitere zu Golfangebot, Einsatzgrenzen und Auszahlungen ist den Bedingungen des Anbieters zu entnehmen. Bei manchen Marken dieser Gruppe lässt sich immerhin der eine oder andere Punkt aus zuverlässigen Angaben belegen; hier gibt es keinen.
Fazit: Rainbet ist der klarste Fall im Feld: eine Bewilligung, die nicht existiert, und sonst wenig, worauf ein Leser eine Entscheidung stellen könnte. Wer das Whiskyglas der Auswahl schätzt, findet hier die schwächste Grundlage, um darauf zu stehen.
Was ein Golfwetter wirklich bezahlt: mehrere Kosten in einem Preis
Die Marge ist nicht die einzige Zahl, die auf dem Weg vom Klick bis zur Auszahlung anfällt, und in ihrer Summe ist das der eigentliche Befund dieser Seite. In einem Zweiwegemarkt mit Quoten von 1.90 zu 1.90 liegt der Anteil, den der Markt zurückzahlt, bei reichlich 95 %, und die Marge damit nahe 5 %. Bei 1.95 zu 1.95 sind es rund 2,5 %. Das ist der Preis, den jeder bezahlt, der überhaupt eine Wette platziert, unabhängig vom Ergebnis.
Dazu kommt der Preis der Limiten. Bei einer Wette auf einen Aussenseiter mit hoher Quote in einem voll besetzten Feld ist die Kombination aus unvermeidlichem Hausvorteil und geringer Trefferwahrscheinlichkeit der eigentliche Aufwand des Vorhabens, und kein noch so günstiger Auszahlungsschlüssel dreht daran etwas. Bei einer Limite von CHF 1’000 je Einzelwette ist der Hebel dagegen von vornherein begrenzt. Wer denkt, er könne mit einer hohen Quote einen grossen Betrag in einen noch grösseren verwandeln, rechnet ohne diese Decke.
Und dann ist da der Preis der Entscheidung für oder gegen das bewilligte System. Innerhalb der Bewilligung gibt es Limiten, eine geschlossene Liste der Märkte, eine Ausweispflicht und einen Rechtsweg. Ausserhalb gibt es keine dieser vier, dafür eine mögliche steuerliche Behandlung, die in mindestens einem Kanton unabhängig von der Höhe voll auf das Einkommen durchschlägt. Diesen Vergleich kann niemand für einen anderen auflösen. Wer aber ohnehin schon eine Spielsperre eingetragen hat, hat ihn für sich schon entschieden, weil es in der Schweiz nur ein Register gibt und an dieses nur die bewilligten Veranstalter angeschlossen sind.
Was von den Golfquoten am Ende beim Leser ankommt, ist damit kleiner als die Zahl auf dem Bildschirm, und zwar auf drei Arten gleichzeitig. Der offene Markt nimmt seinen Anteil, der Markt im Golf mit seinem grossen Teilnehmerfeld nimmt seinen Anteil an Sicherheit, und die Regeln des Systems nehmen ihren Anteil an Bewegungsfreiheit. Wer das vorher weiss, setzt bewusster.
Häufige Fragen zu Online-Golfwetten in der Schweiz
Dürfen Schweizer Veranstalter überhaupt Wetten auf Golfturniere anbieten?
Nur die zwei Inhaber einer Bewilligung dürfen das, und nur im Rahmen der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Steht ein Golfturnier darin, darf darauf gewettet werden. Qualifikationsrunden, Frauenwettkämpfe und Ranglistenwetten sind nur erlaubt, wenn die Liste sie ausdrücklich aufführt. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist an diese Liste nicht gebunden – und entzieht sich damit auch jeder Schweizer Kontrolle.
Wie liest man eine Quote auf den Turniersieger bei einem grossen Teilnehmerfeld?
Eine Quote spiegelt nicht die Stärke eines Spielers allein, sondern das Verhältnis zwischen seinem Können und der Zahl der Konkurrenten. Ein Feld mit vielen Spielern verteilt die Wahrscheinlichkeiten auf immer mehr Namen, und deshalb steht selbst ein Mitfavorit selten tief. Eine hohe Quote ist in diesem Markt kein Hinweis auf eine übersehene Chance, sondern zuerst ein Ausdruck breiter Konkurrenz. Zusätzlich filtert der Cut einen Teil des Feldes schon nach zwei Runden aus.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?
Bei einer Einzelwette ergibt der Einsatz mal die Quote den Rückzahlungsbetrag, und Einsatz mal Quote minus eins den Nettogewinn. Aus CHF 20 auf Quote 4.50 werden CHF 90 zurück, davon CHF 70 Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zuerst zu einem Preis, mit dem dann gerechnet wird. Die Grenzen sind CHF 1 Mindesteinsatz und CHF 1’000 Höchsteinsatz bei Sporttip für eine Einzel- oder Kombinationswette.
Was bedeutet die Marge, und warum ist ein Favorit kein sicherer Sieger?
Die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, ins Verhältnis zu eins gesetzt, ergibt den Quotenschlüssel; die Marge ist der Rest bis 100 %. In einem illustrativen Zweiwegemarkt mit 1.90 zu 1.90 liegt sie nahe 5 %, bei 1.95 zu 1.95 nahe 2,5 %. Diese Marge sitzt in jeder Quote, unabhängig vom Ausgang. Sie macht ein einzelnes Ergebnis unsicher und jede Wette langfristig teurer als der Nettogewinn vermuten lässt.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und wie beantragt man eine Spielsperre?
Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren. Senkungen wirken sofort, Erhöhungen nach 72 Stunden. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren; eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und ist erst nach drei Monaten aufhebbar.
Wie werden Gewinne besteuert, und was gilt beim Steuerfreibetrag je nach Kanton?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Die eidgenössische Schwelle liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025; oberhalb davon behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Die kantonale Schwelle weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Für den eigenen Fall berät die kantonale Steuerverwaltung.
Sportarten – dartstippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»
