So funktionieren Wettquoten: Rechnung, Marge und Schweizer Regeln
Eine Quote ist kein Versprechen. Sie ist ein Preis, und in jedem Preis steckt eine Spanne.

Wer zum ersten Mal auf einen Wettschein schaut, sieht eine Zahl wie 2.10 und liest daraus entweder eine Chance oder eine Belehrung. Beides trifft daneben. Die Quote sagt, was ein Einsatz zurückbringt, wenn die Voraussage eintrifft — mehr nicht, und weniger auch nicht. Was sie nicht sagt, steht trotzdem drin: ein Anteil, der dem Veranstalter gehört, bevor der erste Franken ausgezahlt wird. In der Schweiz kommt eine Besonderheit hinzu. Sportwetten sind hier ein Grossspiel mit Bewilligungspflicht, und die Kantone haben für Lotterien und Sportwetten genau zwei Veranstalter zugelassen. Wer die Quotenlandschaft hier verstehen will, muss also nicht zehn Preislisten vergleichen, sondern zwei — und dann wissen, was diese zwei aus ihrer Stellung machen können.
Stand: 29. Oktober 2026. Geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) sowie gegen die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos (Sporttip) und der Loterie Romande (Jouez Sport).
Rechtslage: Was die Bewilligung mit der Quote zu tun hat
Die Quote ist die sichtbare Seite eines Geschäfts, das in der Schweiz eine Bewilligung braucht. Online-Sportwetten fallen unter das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur Casinos prüft. Eine Bewilligung zerfällt in zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS). Und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Ein ausländisches Papier — Curaçao, Malta, Deutschland, gleich welches — entfaltet hier keine Wirkung, so attraktiv die Quote auf dem Bildschirm auch aussieht.

Diese Rechtslage erklärt, warum der hiesige Quotenmarkt so eng ist. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Der eine ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 veranstaltet; ihr Wettangebot läuft unter dem Namen Sporttip. Die andere ist die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur eines: die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86-93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025).
Wer sich als Kunde registrieren will, stösst sofort auf die zweite Grenze. Der Online-Zugang verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Jouez Sport ist für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura da. Ein Wohnsitz in Zürich und ein Konto bei Jouez Sport passen nicht zusammen, und daran ändert die schönste Quote nichts.
Was überhaupt bewettet werden darf
Die Bewilligung regelt nicht nur, wer eine Quote stellen darf, sondern auch, worauf. Erlaubt sind ausschliesslich Sportwetten — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie gelistet sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet — Wetten auf Trainingsläufe gar nicht. Corner- oder Kartenmärkte fehlen auf der Liste, und eine Esport-Sektion gibt es nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out dagegen ist nicht geregelt; die Funktion gehört zum jeweiligen Veranstalter und ist nur nach dessen eigenen Bedingungen zu beurteilen.
Ein Konto, ein Name, kein Bargeld
Geld, das aus einer Wette zurückkommt, nimmt in der Schweiz keinen anonymen Weg. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS); Kredite an Spielende sind verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Ein Konto pro Person, mit geprüfter Identität (Art. 47-52 VGS). Das ist der Punkt, an dem die ausländischen Plattformen aus dem Rahmen fallen: Wer eine Quote auf einer Domain ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keinen Schweizer Rechtsschutz, keinen Anschluss an das hiesige Sperrregister — und im Verfahren gegen den Anbieter können Einsatz und Gewinn eingezogen werden. Wer ohne Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Bestraft wird nach Angaben des Bundesamts für Justiz der Spielende nicht. Der Satz beruhigt weniger, als er klingt, denn das Geld ist darum nicht weniger weg.
Steuern: Die Schwelle, die fast niemand erreicht
Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesschwelle liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Die kantonale Schwelle weicht ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne Kantonszahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird.
Wer eine gewöhnliche Wette gewinnt, bleibt meilenweit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer auf den Gewinn, keine Verrechnungssteuer. Ganz anders die zweite Gruppe. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Diese Unterscheidung ist keine Fussnote. Sie trifft dieselbe Person, die dieselbe Quote spielt. Eine Steuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht.
Das ist allgemeine Information und keine Steuerberatung. Wer über der Schwelle liegt oder bei einem ausländischen Veranstalter gewinnt, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Werbung, Gratisspielguthaben und die Grenze des Erlaubten
Werbung darf nicht aufdringlich, nicht irreführend und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen ausgerichtet sein (Art. 74 BGS). Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Das ist der Grund, warum eine Beschreibung hier eine Beschreibung bleibt.
Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; im Jahr 2025 erteilte sie deren 24 an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Beträge und Bedingungen stehen allein in den Bedingungen der Veranstalter. Ein Verbot der Werbung zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht — und was ein Bonus in Zahlen wert ist, ist deshalb eine Frage der Rechnung und nicht der Werbesprache.
Nüchtern betrachtet, ist das ein bemerkenswert geschlossenes System: zwei Veranstalter, eine Liste erlaubter Märkte, ein Kontozwang, ein Register. Wer aus einem Land mit fünfzig Buchmachern kommt, mag das für Rückständigkeit halten. Wer eine Quote abschliesst, merkt früher, dass es die Frage «welcher Anbieter betrügt mich» von vornherein wegdefiniert.
Verantwortung: Limiten setzen, die halten
Eine hohe Quote ist nicht grosszügig. Sie ist die Aussage, dass das Eintreffen der Voraussage unwahrscheinlicher eingeschätzt wird — die Kehrseite jeder Verlockung in der Preisliste. Genau hier liegt der teure Denkfehler: Wer sich an der Höhe der Quote orientiert, erhöht nicht seinen möglichen Ertrag, sondern die Wahrscheinlichkeit, den Einsatz zu verlieren. Der Einsatz dagegen bleibt derselbe. Deshalb ist die wichtigste Zahl auf dem Wettschein nicht die Quote, sondern der Betrag davor.
Die Limiten kommen von den Spielenden
In der Schweiz setzt nicht der Staat die Grenze, sondern der Kontoinhaber. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen (Art. 87 VGS). Eine feste gesetzliche Einzahlungsgrenze gibt es nicht. Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Diese 72 Stunden sind die interessanteste Zahl des ganzen Regelwerks. Das Gesetz verlangt 24 Stunden für die Erhöhung (Art. 87 VGS); die Veranstalter nehmen sich 72. Wo die eigene Regel strenger ist als das Gesetz, ist das beim Senken eine Formalie und beim Hochsetzen ein Bremsweg — und genau beim Hochsetzen zählt er. Wer nach drei Niederlagen die Limite anheben will, sitzt sie aus und schläft dreimal darüber. Nicht jede Bremse muss gross sein, um zu wirken.
Sperren und das Register
Swisslos kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register ist das eigentliche Sicherheitsnetz des Systems: es greift dort, wo Willenskraft zu spät kommt.
Was daraus folgt, ist ungemütlich, aber ehrlich. Ein Konto auf einer Domain ohne Schweizer Bewilligung hängt an keiner dieser Sperren. Wer sich dort selbst sperren lässt, sperrt sich in einem Haushaltsbuch und nicht in einem System. Die Sperrliste der Gespa blockiert zwar Domains per DNS, aber wer eine andere sucht, findet innert Stunden eine. Die Zugangssperre ist ein Hindernis, keine Mauer.
Swisslos kann den Zugang überdies jederzeit auch von sich aus verweigern. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Wo der Schutz an seine Grenze stösst
Die Gespa hat 2025 Testkäufe gemacht und 200 Fälle an Verkaufsstellen geprüft; in 47.5 % der Fälle wurde einer minderjährigen Person eine Sportwette verkauft. Diese Zahl gehört auf jede Seite, die über Schweizer Sportwetten schreibt, weil sie das bequeme Bild der strengen Aufsicht zurechtrückt. Die Regeln sind dicht, ihre Durchsetzung an der Theke ist es nicht.
Die Verkaufsstellen sind zugleich der Kanal, an dem die Limitenlogik ansetzt — dort gelten Einsatzgrenzen, aber die persönliche Verlustlimite aus dem Online-Konto wirkt nicht in die Filiale. Wer an der Theke spielt, verlässt den Rahmen, in dem die Selbstbegrenzung gebaut ist.
Zum Schluss ein Satz ohne Pointe, weil er keine verträgt: Wer beim Wetten die Kontrolle verliert, findet in der Schweiz Hilfe bei Fachstellen, bei der kantonalen Suchthilfe und über die Spielsperre. Das ist kein Werbetext, sondern die einzige Passage dieser Seite, die keine Zahl braucht.
Wettmärkte und Quoten: Von der Einzelwette bis zum Boost
Der Weg zum Verständnis führt über die Rechnung, nicht über die Liste. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Zwei Einsätze, zwei Quoten, ein Ergebnis; alles Weitere sind Varianten desselben Satzes.
Die Rundung ist keine Kleinigkeit. Wer CHF 20 auf Quote 2.10 setzt, rechnet 42 und bekommt 42 — wer CHF 15 auf Quote 2.07 setzt, rechnet 31.05 und bekommt 31.05. Sichtbar wird sie bei krummen Beträgen, und sie fällt immer zuungunsten des Spielenden aus, weil zuerst aufgerundet und erst dann abgerundet wird. An einem persönlichen Wettschein macht das Rappen aus; über ein Jahr mit vielen Wetten ist es die Gebühr, die niemand auf der Rechnung sieht.
Einzelwette, Kombi, System
Die Einzelwette ist der Massstab: eine Voraussage, eine Quote, ein Einsatz. Bei Jouez Sport muss die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen — eine Untergrenze, die überrascht, denn sie schliesst die fast sichere Voraussage aus. Die Begründung istdieselbe wie bei jedem Anbieter: eine Quote nahe 1.01 bringt bei grossem Einsatz fast nichts, bindet aber Kapital und den ganzen Aufwand der Organisation. Die Obergrenze von 100’000 dagegen ist die Bremse gegen Wetten, deren Auszahlung die Kasse sprengen würde.
Die Kombiwette bündelt Voraussagen. Bei Jouez Sport umfasst sie 2 bis 10 Voraussagen. Mit jeder zusätzlichen Voraussage multipliziert sich die Quote, und mit ihr der mögliche Gewinn — aber auch die Zahl der Dinge, die eintreffen müssen. Das ist der ganze Trick und zugleich die ganze Falle: Die Gesamtquote wächst nämlich schneller als die Wahrscheinlichkeit, sie zu treffen. Wer sechs Voraussagen zu je 1.80 kombiniert, rechnet 34.01, hat aber eine Trefferquote, die mit jedem Bein weiter fällt. Die Kombi verkauft dem Spieler die Illusion, der Erfolg sei nur eine Frage der Menge.
Ein verwandter Fall, der viele überrascht: Abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die Rückerstattung klingt nach Kulanz; tatsächlich wird eine Wette storniert, die man mit einer festen Absicht abgeschlossen hat.
Die Systemwette schliesslich erlaubt den Höchsteinsatz von CHF 10’000 bei Sporttip, deutlich mehr als die CHF 1’000 einer Einzel- oder Kombinationswette. Der Grund ist struktureller Natur: Eine Systemwette teilt den Gesamteinsatz auf viele Teilkombinationen auf, das Einzelrisiko bleibt klein, und der Veranstalter kann sich ein grösseres Volumen leisten.
Die Marge: Was zwischen zwei Quoten verschwindet
Jede Quote enthält den Anteil, der dem Veranstalter bleibt. Grundsätzlich sind sich die beiden Schweizer Anbieter in dieser Frage verschlossen: Keiner veröffentlicht einen Quotenschlüssel, und ein Vergleich der Auszahlungsquote wäre nur über eine laufende Meldung möglich. 1.90 und 1.90 auf einem zweiseitigen Markt nennt ausdrücklich niemand.
Deutlich zu greifen ist sie dort, wo ein Markt sich rechnerisch schliessen lässt. Nehmen wir einen zweiseitigen Markt mit zwei Quoten von je 1.90 als Beispiel — nicht als Angebot. Die Summe der Kehrwerte ist 1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90 = 1.0526. Das heisst: Der Schlüssel, den Swisslos nicht mitteilt, gibt in diesem Beispiel 95 % der Einsätze zurück, und 5 % davon fallen ab. Genau in dieser Lücke liegt der ganze Anbieter-Erlös: nicht in einer Wette, an der er verdient, sondern in zehntausend Wetten, an denen er je ein Zwanzigstel behält.
Das ist die einzige Zahl auf dieser Seite, die den Anbieter nicht an erster Stelle betrifft.
Der Kombiboost und was er verlangt
Boosts sind in der Schweiz Werbung in Zahlenform. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Die Staffelung sieht grosszügig aus und verlangt eine Rechnung. Vier Voraussagen zu je 1.50 ergeben eine Gesamtquote von 5.06; fünfzehn zu je 1.50 ergeben rund 438. Der Unterschied zwischen 5 % und 100 % auf den Nettogewinn ist damit bescheiden gegen den Unterschied in der Eintrittswahrscheinlichkeit, die mit jedem Bein fällt. Die 100 % werden nicht besser, weil sie am unwahrscheinlichsten sind — sie sind am unwahrscheinlichsten, weil sie 100 % sind. Wer den Boost als Grund nimmt, einen fünfzehnten Tipp zu setzen, hat den Anreiz nicht durchschaut, sondern bedient.
Ein weiterer Punkt, der leicht untergeht: Der Boost fällt bei einem Cash-Out weg. Die vorzeitige Auszahlung und die Erhöhung schliessen sich gegenseitig aus — wer den Boost will, muss die Wette bis zum Ende laufen lassen.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Live: Wenn die Quote während des Spiels arbeitet
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist keine Willkür, sondern die Konsequenz daraus, dass eine Live-Quote schneller altert als der Klick, mit dem man sie annimmt. Die Regel schützt den Anbieter vor Wetten, die zu einem Zeitpunkt abgeschlossen werden, zu dem die Voraussage bereits entschieden ist.
Bei Swisslos hängt dieser Punkt ausdrücklich am eigenen Bewilligungsrahmen. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist an keine solche Wette mit Quote 1.00 gebunden. Seine Live-Märkte können mehr umfassen als die geschlossene Liste erlaubter Wettarten — und ob er eine nach dem Ausgang platzierte Wette überhaupt annulliert, steht in seinen Bedingungen. Das ist die konkrete Gestalt der Frage «Was bekomme ich für mein Geld». Auf einen Live-Markt in Zürich gibt es keine Antwort aus dem Gesetz; es gilt ausschliesslich das, was in den Bedingungen steht.
Cash-Out: Bequemlichkeit mit Preis
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Der Mechanismus ist der eigentliche Punkt. Wer auscasht, verkauft seine Chance zurück an den Veranstalter — zu dessen Preis, nicht zum eigenen. Die Funktion löst ein reales Problem: eine Wette, die man bereut. Sie ist aber keine gegen den Verlust, sondern nur gegen die Nervosität beim Zuschauen. Wer sie nutzt, um Kursschwankungen auszusitzen, zahlt für dieses Aussitzen und lässt dafür einen Teil des möglichen Gewinns liegen.
Einordnung der zehn Plattformen: Wofür die Bewilligung steht
Der Vergleich sortiert nicht nach Geschmack, sondern nach einem Tatbestand. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten. Die acht ausländischen Plattformen stehen hier zur Orientierung, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen — bewertet nach denselben Kriterien, aber jede von ihnen trägt den Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung».
| Veranstalter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung | Gebiet bzw. Sitz |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja, Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; IKV vom 20. Mai 2019 | AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, TI und Fürstentum Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja, Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne | FR, GE, JU, NE, VD, VS |
| Rabona | nein, ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Geltung nach Art. 4 BGS | ohne Schweizer Bewilligung |
| GG.BET | nein, ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Geltung nach Art. 4 BGS | ohne Schweizer Bewilligung |
| N1 Bet | nein, ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Geltung nach Art. 4 BGS | ohne Schweizer Bewilligung |
| Betclic | nein, ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Geltung nach Art. 4 BGS | ohne Schweizer Bewilligung |
| BillyBets | nein, ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Geltung nach Art. 4 BGS | ohne Schweizer Bewilligung |
| Boomerang Bet | nein, ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Geltung nach Art. 4 BGS | ohne Schweizer Bewilligung |
| Betscore | nein, ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Geltung nach Art. 4 BGS | ohne Schweizer Bewilligung |
| Sportuna | nein, ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Geltung nach Art. 4 BGS | ohne Schweizer Bewilligung |
Die Tabelle endet dort, wo die Vergleichbarkeit endet. Zwei Zeilen tragen ein Bewilligungsdatum und einen Sitz, acht tragen einen Vermerk. Das ist kein Datenloch, sondern der Befund: Ein Quotenvergleich über die Schweizer Grenze hinweg ist ein Vergleich zwischen einem geregelten und einem ungeregelten Markt, und die Quote sagt davon nichts. Eine Domain, die auf der Sperrliste steht, wird per DNS blockiert; die Liste umfasst Ende 2025 671 Domains, und blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt. Wer eine Quote dort abschliesst, bekommt kein Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz und keinen Anschluss an eine Aufsicht — nur ein Preisschild.
Und trotzdem ist die Rechnung breiter als das. In einem Markt mit zwei Preisen sagt eine Marge von 5 % mehr, wo der günstigere Veranstalter steht, als in einem Markt mit fünfzig.
Grundlagen: Warum die Zahl nie 100 % ist und was den Preis bewegt
Eine Quote beschreibt, wie wahrscheinlich ein Ereignis aus Sicht des Veranstalters ist, und sie beschreibt, was er sich dafür nimmt. Zwei Voraussagen, nichts weiter. Wer diese Sätze nicht auseinanderhält, wird bei jeder Gewinnserie glauben, er habe den Preis geschlagen, und bei jeder Pechsträhne glauben, der Preis sei manipuliert worden.

Im deutschen Sprachraum rechnet Wetten in Dezimalzahlen, und die Umrechnung in Wahrscheinlichkeit ist ein einziger Rechenschritt: 1 geteilt durch die Quote. Bei Quote 2.10 sind das rund 48 %; bei Quote 1.50 sind es zwei Drittel; bei Quote 5.00 sind es 20 %. Der Schweizer Markt schreibt diese Dezimalzahlen mit einem Punkt, während Beträge mit Apostroph stehen — CHF 1’000, aber Quote 2.10. Kein Ort der Welt rechnet im Wettschein in Prozent; die Zahl ist die kürzere Schreibweise und die einzige, in der ein Preis sofort lesbar ist.
Die Summe der Kehrwerte
Der eigentliche Test ist die Addition. Wer alle Ausgänge eines Marktes zusammenzählt und die Kehrwerte der Quoten addiert, landet immer über 100 %. Über einem fairen Markt liegt ein Aufschlag — und dieser Aufschlag ist die Marge. Der sichtbarste aller Fälle ist der Zweiwetter: Bei einem Beispiel von 1.90 und 1.90 summiert sich das zu 1.0526, also rund 5 % Aufschlag.
Das ist die einzige Zahl auf dieser Seite, die keinen Anbieter nennt, und das ist Absicht. Wichtiger als die letzte Stelle hinterm Komma ist die Reihenfolge der Grössen, um die es überhaupt geht. Die Marge eines Buchmachers liegt typischerweise zwischen diesem Wert und zwei Ziffern mehr, je nach Sportart, Markt und Beliebtheit. Der Sommerfavorit im Volkssport trägt weniger Aufschlag als ein Viertligaspiel und viel weniger als eine Wette auf eine Teamsportart, die niemand anschaut. Wer die Marge als Betrug liest, verwechselt sie mit einer Gebühr; wer sie als Quantität behandelt, kann wenigstens dorthin gehen, wo sie dünner ist.
Woher die Schwankung kommt
Die Quote ändert sich nicht wegen neuer Erkenntnisse der Buchmacher. Sie ändert sich, weil Geld fliesst. Ein Marktmanager erhält Wetten, die eine Seite seines Buchs schwerer machen als die andere, und reagiert, indem er den Preis senkt. Die Bewegung eines Live-Markts folgt dem Spiel; die Bewegung eines Prematch-Markts folgt der Nachfrage. Aus der Sicht des Spielenden bedeutet das: Die beste Quote auf einen bestimmten Markt erwischt man selten und nur zum richtigen Zeitpunkt — nicht weil der Anbieter grosszügig wäre, sondern weil er auf der anderen Seite schon Geld hat.
Auch die Quoten selbst haben eine Eigenschaft, die der besonders sicher erscheinenden Voraussage Konkurrenz macht. Eine Quote unter 1.10 ist in der Schweiz bei Jouez Sport gar nicht erlaubt; bei Sporttip dagegen gibt es diese Grenze nicht, obwohl die Rundung auf 5 Rappen jeden Gewinn unter dieser Marke ohnehin zu einem Scherz macht. Wer CHF 100 auf 1.02 setzt, rechnet 102 und bekommt 102 — für zwei Franken Risiko tragen die meisten ein Portemonnaie nicht herum.
Wann die Quote verschwindet
Nicht jeder Markt bleibt bis zum Ende offen. Bei Sporttip kann ein Wettbewerb, der abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn neu angesetzt wird — im Rahmen eines Turniers gilt eine andere Regelung — die ganze Wette entfallen lassen: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Das ist eine Verteuerung der Wette, die auf keinem Preisschild steht: Aus einer Kombination mit vier Beinen wird eine mit drei, während die Absicht des Spielers unverändert bleibt.
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (im Fussball etwa 90 Minuten) plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Wer auf ein Turnierspiel setzt, den Einzug ins Elfmeterschiessen aber nicht mitwettet, verliert nicht — er gewinnt nur ohne das Tor, das da noch fiel.
Und das Ende bleibt nicht offen. Ein Gewinn, der nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht wird, verfällt zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Kein Skandal, aber eine Frist, die auf einem Wettschein nicht steht.
Was die Quote mit den Rappen macht
Am Ende steht eine Rechnung mit vier Stellen und zwei Kürzungen. Der Gewinn aus Einsatz und Quote wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Sporttip ist das der letzte Schritt jedes Gewinns; bei der Loterie Romande gelten eigene Höchstgewinngrenzen, oberhalb derer ohnehin nichts mehr zu rechnen ist. Wer sein Geld in einem Hauswettbüro kennt, kennt die Verkürzung am Schalter: Der Betrag kommt in Fünferli an, nie in Rappen.
Die zehn Plattformen im Vergleich: Von Basel über Lausanne zur Sperrliste
Swisslos Sporttip: Der Preis beginnt bei CHF 1
Sporttip ist das Wettangebot der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Angebot läuft in 19 Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; wer anderswo wohnt, bekommt kein Konto. Die Bewilligung zerfällt in Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa.
Die Einsatzlimiten sind tief angesetzt und für den Anlass passend: CHF 1 Minimum für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Maximum für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird gar nicht angenommen. Wer in CHF 1’000 einen Deckel sieht, findet ihn dort auch, wo es wehtut: Ein Kombiboost über viele Beine lässt sich nicht beliebig vergrössern, und die Verknüpfung aus Limite und Gesamtquote ist die Bremse, die den Reiz des Boosts zügelt.
Ein zweiter Punkt betrifft die Auszahlung enger als die Quote. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Auszahlungen von Spielguthaben sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Eine Kommission von 3 % ist keine Nebensache, wenn der Gewinn aus vielen kleinen Wetten zusammengelaufen ist.
Dasselbe Konto kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein aufgeladen werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zur Verfügung, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.
Unterm Strich ist der Basler das ehrlichste Angebot des Landes und das langsamste im Kleingedruckten. Wer CHF 1 setzt, um die Sache auszuprobieren, findet hier die passende Treppe — wer schnelle, grosse Auszahlungen sucht, stolpert über die Gratisüberweisungen und die Verrechnung von 3 % ab der dritten.
Loterie Romande Jouez Sport: Sechs Kantone, harte Obergrenzen
Jouez Sport ist das Wettangebot der Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer ausserhalb dieser Kantone wohnt, kann online nicht teilnehmen, und an dieser Grenze ändert auch ein Umzug nichts, der nicht stattgefunden hat.
Die Limiten sind anders gesetzt als in Basel: Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2) und Höchsteinsatz CHF 500 für Einzel- und Kombiwetten; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die Klammer aus CHF 500 Höchsteinsatz und CHF 300’000 Höchstgewinn erzählt mehr als jede Werbebroschüre. Sie erlaubt eine Einzelwette auf eine mittlere Quote, aber nicht die Wette auf den Aussenseiter, die aus CHF 500 plötzlich ein Vermögen machen soll. Wer in der Westschweiz wetten will, sollte die Untergrenze von Quote 1.10 und die Obergrenze von 100’000 als denselben Gedanken lesen: kein Kapital, das ein einzelnes Ereignis tragen müsste.
Die zwei Papiere sind damit kein Duo, das sich angleicht, sondern ein Markt mit einer inneren Grenze. Wer von Zürich nach Genf zieht, wechselt nicht nur den Veranstalter, sondern das Regelwerk — mit anderen Beträgen, anderer Rundung und einer anderen Obergrenze auf das, was ein Gewinn überhaupt zurückbringt.
Rabona: Bewilligung nicht vorhanden, Quote trotzdem da
Rabona ist eine der ausländischen Plattformen, die einem in der Schweiz begegnen, ohne eine Schweizer Bewilligung zu haben. Ausser Swisslos und der Loterie Romande darf niemand hier Sportwetten anbieten; eine ausländische Lizenz — gleich welcher Herkunft — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Plattform hat damit in diesem Land keine Aufsicht, keinen Anschluss an das hiesige Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Ihre Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen und per DNS blockiert werden.
Das heisst nicht, dass die Seite leer wäre. Ausländische Anbieter locken auf ein Publikum, das sich für Quoten über die Grenze hinaus interessiert, und sie können mehr Märkte führen als die geschlossene Liste, die in der Schweiz gilt — Corner, Karten, Esport. Ob sie es tun, steht in ihren Bedingungen. Wer dort eine Wette abschliesst, schliesst sie mit der dortigen Firma ab: Bei Streit gibt es keine schweizerische Anfechtungsstelle, und bei einem Gewinn gilt die kantonale Steuerpraxis. Die in Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe.
Bleibt die Frage, wofür die Quote hier steht. Für einen Spieler ausserhalb des Vertragsgebiets, der sich in einem internationalen Markt bewegen will, ist Rabona eine von mehreren Türen derselben Art; eine davon zu nennen und die anderen trotzdem offen zu lassen, wäre unredlich. Wer die Schweizer Spielsperre schätzt oder die Aussicht auf einen Schweizer Rechtsweg, hat hier nichts zu suchen. Und wer in Basel oder Lausanne ein Konto eröffnen könnte, tauscht einen geschützten Rahmen gegen ein breiteres Angebot — nicht gegen einen besseren Preis.
GG.BET: Ohne Schweizer Bewilligung
GG.BET gehört zu den internationalen Plattformen ohne Schweizer Bewilligung, und damit gilt für sie dasselbe wie für jede Domain, die Sportwetten draussen anbietet: kein Schweizer Rechtsweg, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Aufsicht durch die Gespa. Eine Lizenz aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS), und die eigene Domain kann per DNS auf die Sperrliste gesetzt werden.
Für Schweizer Spielende ist die praktische Folge unspektakulär und unangenehm zugleich. Wer verliert, hat keine Stelle hier, an die er sich wenden könnte. Wer gewinnt, findet den Gewinn in der Steuererklärung wieder. Und wer sich sperren lassen will, sperrt sich in einem Haushalt, nicht im System.
Nüchtern bleibt die Feststellung, dass keine der acht Plattformen ohne Bewilligung einen Grund liefert, den beiden Schweizer Veranstaltern den Rücken zu kehren. Sie sind der zweite Preis in einem Markt, der zwei Preise kennt — und der Preisvorteil eines Marktes mit bringt, was ein Markt mit bringt: weniger Schutz als ohne ihn.
N1 Bet: Ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet gehört in dieselbe Gruppe und unterscheidet sich in der Bewilligungsfrage nicht: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Rechtsweg, kein Anschluss an das Sperrregister. Eine ausländische Lizenz entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Domain kann per DNS blockiert werden, und blockierte Domains werden erfahrungsgemäss innert Stunden ersetzt, weil derselbe Betreiber andere Adressen bereithält.
Wer sich für eine Plattform dieser Art entscheidet, sollte den Preis der Entscheidung kennen, und er liegt nicht in der Quote. Er liegt darin, dass eine Wette auf einer solchen Domain auch dann verloren bleibt, wenn der Anbieter sie nie hätte annehmen dürfen. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, doch die kantonale Steuerpraxis etwa von Thurgau behandelt sie als voll steuerbares Einkommen. Auf der Habenseite steht ein grösseres Wettangebot.
Damit bleibt N1 Bet in der Reihe derer, die keinen Schweizer Weg anbieten. Wer nach einer Ergänzung für die WM sucht, findet bei den beiden bewilligten Veranstaltern die begrenzte, aber saubere Fassung.
Betclic: Ohne Schweizer Bewilligung
Betclic ist eine weitere internationale Marke ohne Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten veranstalten, und eine ausländische Lizenz gilt hier nicht (Art. 4 BGS). Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine hiesige Aufsicht — dafür eine Domain, die auf der Sperrliste der Gespa stehen kann.
Für den Vergleich mit den zwei bewilligten Veranstaltern heisst das: Die Bewilligung lässt sich nicht gegenrechnen. Kein Prozentsatz, kein Bonus und keine Markttiefe gleicht aus, was ein fehlender Schweizer Rechtsweg bedeutet, falls einmal gestritten wird. Das ist die unspektakuläre und einzige Antwort auf die Frage, ob Betclic in dieser Liste konkurrenzfähig ist.
Wer trotzdem bei einem ausländischen Anbieter spielt, tut das nicht, weil er auf eine freundliche Aufsicht hofft. Die Risikotragung bleibt beim Einzelnen.
BillyBets: Ohne Schweizer Bewilligung
BillyBets trägt ebenfalls keine Schweizer Bewilligung. Für hiesige Spielende bedeutet das keine Schweizer Aufsicht, keinen Zugang zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Geltung (Art. 4 BGS), und die Seite kann per DNS gesperrt werden.
Der interessante Teil ist der Steuerpunkt und nicht das Marketing. Wer bei einem internationalen Anbieter gewinnt, dessen Sitz in der Schweiz kaum greifbar ist, deklariert den Gewinn nach der kantonalen Praxis — in Kantonen wie Thurgau vollständig. Eine Quote von 2.10 sieht anders aus, wenn der Gewinn am Ende durch die Steuererklärung geht.
Als Ergänzung zum Schweizer Angebot taugt BillyBets deshalb nur unter einer Bedingung, die kaum jemand erfüllt: dass der Spieler die Steuerfolge kennt und sich über den fehlenden Rechtsweg im Klaren ist.
Boomerang Bet: Ohne Schweizer Bewilligung
Boomerang Bet steht in derselben Reihe: keine Schweizer Bewilligung, keine Aufsicht durch die Gespa, kein Anschluss an das Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS), und die Domain kann per DNS auf die Sperrliste gesetzt werden.
Was für Schweizer Spielende bleibt, ist der Blick in die eigenen Bedingungen. Ob ein Anbieter eine nach dem Ausgang platzierte Live-Wette mit Quote 1.00 wertet, ob er Cash-Out ohne Teilauszahlung anbietet oder gar nicht — nichts davon ist hierzulande geregelt, und nichts davon lässt sich aus einer Quote ableiten. Der Massstab bleibt der Text des Anbieters.
Die Auswahl reduziert sich damit auf eine einzige Frage. Wer in einem nicht überwachten Markt spielt, muss seinen Anspruch selbst prüfen — es gibt niemanden, der es für ihn tut.
Betscore: Ohne Schweizer Bewilligung
Betscore gehört zu den acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung und teilt mit den übrigen die Rechtsfolge: Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS), es besteht kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Aufsicht durch die Gespa. Die Domain kann per DNS blockiert werden.
Auf der anderen Seite der Rechnung steht der Umfang: Ein internationaler Anbieter kann Märkte führen, die in der Schweiz nicht erlaubt sind. Corner-Märkte oder Esport-Wetten finden sich auf der geschlossenen Liste nicht. Ob Betscore sie tatsächlich anbietet, steht in seinen Bedingungen und nicht in einer Schweizer Verordnung.
Der Vergleich bleibt damit ein Vergleich zwischen einer Erweiterung des Angebots und der Aufgabe eines Rechtswegs. Wer den Rechtsweg nie braucht, verliert nichts; wer ihn braucht, hat genau dann keine andere Adresse mehr.
Sportuna: Ohne Schweizer Bewilligung
Sportuna ist die letzte der acht ausländischen Plattformen in dieser Übersicht und trägt ebenfalls keine Schweizer Bewilligung. Kein Schweizer Rechtsweg, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Aufsicht durch die Gespa; eine ausländische Lizenz hat hier keine Geltung (Art. 4 BGS). Die Domain kann per DNS blockiert werden.
Bemerkenswert ist weniger der einzelne Anbieter als die Zahl. Der Gespa-Bericht zur Sperrliste nennt 671 Domains Ende 2025, und zu den ersetzten Adressen gehören Namen, die jedem einfallen, der live schaut, wie Wetten beworben werden. Die Sperrliste ist ein Flicken, und der Flickenteppich wächst.
Wer die Reihenfolge sucht, nimmt die zwei Schweizer Veranstalter zuerst. Sportuna und die übrigen acht stehen für die Frage, ob ein grösseres Angebot den Verlust eines Rechtswegs aufwiegt — und bei einem Einsatz von CHF 1’000 ist diese Frage schnell beantwortet.
Rechenbeispiel: Was die Marge aus einem Markt macht
Ein zweiseitiger Markt mit zwei Quoten von je 1.90 ist ein Beispiel und kein abgeschriebener Kurs. Kein Schweizer Veranstalter veröffentlicht einen Quotenschlüssel, und keiner nennt 1.90 für beide Seiten. Genau deshalb eignet sich die Zahl: Sie zeigt den Mechanismus, ohne eine bestimmte Preisliste zu behaupten.
Die Rechnung nimmt alle Ausgänge eines Marktes zusammen. Der Kehrwert der ersten Quote ist 1 ÷ 1.90 = 0.5263, der Kehrwert der zweiten ebenfalls 0.5263, die Summe also 1.0526. Der Auszahlungsschlüssel liegt damit bei rund 95 %, und der Rest — etwa 5 % — bleibt beim Veranstalter, weil der Markt 105.26 Rappen je 100 Rappen Einsatz an Preisen verlangt. Die Bedingung für dieses Resultat ist, dass es wirklich nur zwei Ausgänge gibt und beide Seiten mit 1.90 bepreist sind; drei Ausgänge und der Aufschlag sieht anders aus.
Was in diesem Satz steht, ist die einzige Stelle, an der die Seite einem Anbieter beim Kalkulieren zusieht. Die Auszahlungsquote gilt für einen einzigen Markt und nicht für die Summe, die ein Spieler über ein Wochenende umsetzt. Bei einer Kombiwette ist die Rechnung anders, denn die Quoten der Voraussagen multiplizieren sich zu einem Preis, und über einen fairen Aufschlag hinaus addiert sich dort nichts nachträglich hinzu.
Die praktische Folge ist wenig dramatisch und trotzdem entscheidend: Auf einem Markt mit 5 % Aufschlag verliert der Spieler im Durchschnitt 5 Franken je 100 Franken, wenn er auf alle Ausgänge gleichzeitig setzt und nicht auf einen. Wer in einem anderen Markt auf einem Aufschlag von 8 % sitzt, verliert 8 Franken. Das ist die Kostenseite jeder Quote, und sie ist die einzige, die der Anbieter beeinflusst und der Spieler nicht.
Häufig gestellte Fragen
Wie funktionieren Dezimalquoten, und was bedeutet eine Quote von 2.10?
Eine Dezimalquote gibt an, wie viel der Einsatz bei einem Treffer zurückbringt. Bei 2.10 zahlt jeder Einsatz von CHF 100 einen Betrag von CHF 210: den Einsatz zurück und CHF 110 zusätzlich. Aus der Quote lässt sich die implizite Wahrscheinlichkeit als Kehrwert ablesen — 1 geteilt durch 2.10 sind rund 48 %.
Wie werden Quoten berechnet, und welche Rolle spielt die Marge des Anbieters?
Der Veranstalter preist eine Voraussage aus seiner Einschätzung und schlägt einen Betrag auf, der ihm bleibt. Addiert man die Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes, kommt über 100 % heraus; die Summe darüber ist die Marge. Bei einem Beispiel von 1.90 und 1.90 sind das rund 5 %, und nur zwei Ausgänge vorausgesetzt.
Wie wird aus Einsatz und Quote der Gewinn berechnet, und wie wird er gerundet?
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und er wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Rundung fällt immer zugunsten des Veranstalters aus, weil die Aufrundung vor der Kürzung auf Fünferli steht.
Wie entsteht bei einer Kombiwette die Gesamtquote?
Die Quoten der Voraussagen werden miteinander multipliziert. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombi 2 bis 10 Voraussagen, bei Sporttip hängen abhängige Ereignisse derselben Veranstaltung an der Bet-Builder-Funktion. Die Gesamtquote wächst schnell, die Wahrscheinlichkeit aller Treffer fällt aber mit jedem zusätzlichen Bein.
Welche Plattform hat die besten Quoten, und warum lässt sich das nicht allgemein sagen?
In der Schweiz bieten nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten an, und beide veröffentlichen keinen Quotenschlüssel. Ohne einen solchen Schlüssel lässt sich die bessere Preisliste nicht aus einer Zahl ablesen. Bei einem Beispiel von 1.90 und 1.90 liegt der Aufschlag bei rund 5 %, wenn zwei Ausgänge vorausgesetzt sind.
Was ändert sich bei Livewetten, und welche Quote gilt beim Abschluss?
Die Live-Quote bewegt sich mit dem Spielverlauf und mit dem Geld, das auf den Markt kommt. Gültig ist die Quote, die im Moment des Abschlusses bestätigt wird. Bei Sporttip zählen Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs mit 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann dort ebenfalls 1.00 gewertet werden.
Quoten – dartstippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»
