Wettanbieter im Quotenvergleich: Was Schweizer Wettende aus einer Quote wirklich herauslesen
29. Oktober 2026 — Bewilligungen geprüft gegen die Angaben der Gespa sowie die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51).

Zwei Zahlensätze entscheiden jede Wette, und beide stehen schon fest, bevor der erste Ball rollt. Der eine ist die Quote selbst. Der andere ist das, was fehlt, wenn man alle Quoten eines Marktes zusammenzählt. Wer Quoten vergleicht, vergleicht in Wahrheit diese Lücke.
Nur ist der Vergleich in der Schweiz kurz. Das Geldspielgesetz lässt Sportwetten als Grossspiel ausschliesslich zwei Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und der Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Quotenvergleich über zehn Schweizer Buchmacher ist damit keine Recherchefrage, sondern eine Rechtsfrage mit bekannter Antwort. Was bleibt, ist ein Vergleich der beiden bewilligten Angebote untereinander — und die nüchterne Einordnung der ausländischen Seiten, die Schweizer Wettende trotzdem finden.
Genau dort liegt die Kostenfrage, um die es auf dieser Seite geht. Eine bessere Quote senkt den Preis, den der Buchmacher pro Wette nimmt. Sie senkt nicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Wette verloren geht. Eine Quote von 2.10 auf einen Ausgang mit 50 Prozent Chance ist kein besseres Geschäft als eine Quote von 2.00 — sie ist dasselbe Geschäft mit weniger Abzug. Ein Vergleich, der diesen Unterschied nicht macht, verkauft Quote als Prognose. Das ist die eine Sache, die er nie sein darf.
Was die Bewilligungspflicht für den Quotenvergleich bedeutet
Der Rahmen ist eng und geschlossen. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz; das Gesetz ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten und regelt die Materie in Art. 3 lit. c und e. Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, tätig auf Grundlage des Geldspielkonkordats, in Kraft seit dem 1. Januar 2021. Nicht von der ESBK — die Aufsicht über Casinos ist eine andere Baustelle, und wer seine Casino-Limiten auf die Sportwette überträgt, verwechselt zwei Bewilligungen.

Eine Bewilligung braucht es doppelt: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, geregelt in Art. 21 bis 25 BGS. Und sie gilt nur in der Schweiz, so steht es in Art. 4 BGS. Daraus folgt die Zahl, die jeden Quotenvergleich hierzulande prägt: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Die Gespa veröffentlicht keine Anbieterliste mit Bewilligungsnummern zum Durchblättern, sondern nur die Sperrliste gesperrter ausländischer Domains.
Wer nach einem grossen Quotenvergleich sucht, sucht damit etwas, das die Schweiz nicht hergibt. Zwei Anbieter sind ein Vergleich, aber einer mit zwei Zeilen.
Swisslos Sporttip: Basel, IKV 2020, deutsches Vertragsgebiet
Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, kurz IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Wer die Rechtsgrundlage einmal gelesen hat, versteht, warum der Anbieter so auftritt, wie er auftritt: Genossenschaft, Staatsnähe, kein Marketing mit Superlativen.

Das Vertragsgebiet ist geografisch definiert. Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Wer ausserhalb dieses Gebiets wohnt, bekommt kein Online-Konto — nicht aus Kulanzgründen, sondern weil das Geschäftsmodell diese Grenze nicht kennt.
Daraus folgt die erste praktische Einsicht dieses Vergleichs. Ein Wettender in Zürich hat genau einen bewilligten Anbieter mit Online-Zugang. Ein Wettender in Genf hat einen anderen. Die Westschweizer und die Deutschschweizer Angebote konkurrieren nicht um dieselben Kunden, und niemand in der Schweiz kann die Quoten beider Seite an Seite auf dem eigenen Bildschirm abwägen, ohne gegen eine Wohnsitzregel zu verstossen.
Loterie Romande Jouez Sport: sechs Kantone, eigene Regeln
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Zahl der Verkaufsstellen ist kein Detail am Rand — sie erklärt, warum ein erheblicher Teil des Wettvolumens dort weiterhin am Schalter und nicht im Browser entsteht.
Für den Vergleich heisst das: Jouez Sport ist die einzige Schweizer Alternative zu Sporttip, und sie ist für die meisten Deutschschweizer unerreichbar. Zwei Anbieter, zwei Gebiete, keine Überschneidung. Der Quotenvergleich bleibt im Kopf dessen, was die jeweilige Bewilligung zulässt.
Was in der Schweiz überhaupt Gegenstand einer Wette sein darf
Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste. Massgeblich ist die Liste der Gespa der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie erscheinen; Rangierungswetten nur dann, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind nie möglich. Corner- und Kartenmärkte zeigt die Liste nicht, eine Esport-Sektion ebenso wenig. Bei Sportwetten geht es um Sportereignisse — wer auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen setzen will, findet in der Schweiz kein zugelassenes Produkt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt, das regelt Art. 25 Abs. 2 BGS.
Wer also bei einem ausländischen Anbieter eine Fülle exotischer Märkte sieht, sieht nicht mehr Auswahl innerhalb desselben Angebots, sondern ein anderes Angebot. Livewetten sind in der Schweiz erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht.
Ausländische Quoten sind nachschlagbar, aber ohne Schweizer Schutz
Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendwo sonst — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. So steht es in Art. 4 BGS, und der Satz ist keine Formalie, sondern der Kern der Sache. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre, Art. 130 BGS.
Der Wettende selbst wird nicht bestraft. Das Bundesamt für Justiz hat das klargestellt. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Einsatz und Gewinn können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, und es existiert weder ein Schutz noch eine Fair-Play-Kontrolle, auf die man sich berufen könnte. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren, gestützt auf Art. 86 bis 93 BGS. Die erste Liste erschien am 3. September 2019; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden binnen Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Die Gespa nennt als Beispiele Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste. Ein Vergleich mit einer Domain, die heute erreichbar ist, kann morgen eine Fehlermeldung sein.
Man muss das nicht moralisch aufladen, um es ernst zu nehmen. Die nüchterne Rechnung lautet: kein Schweizer Schutz, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, ausländische Gewinne nach kantonalem Steuerrecht. Und auf der anderen Seite: volle Schweizer Absicherung, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung.
Wettanbieter Quotenvergleich: Quoten richtig lesen
Der Vergleich beginnt nicht bei den Anbietern, sondern bei der Rechnung. Wer eine Quote betrachtet und nicht weiss, wie viel der Buchmacher darin behält, vergleicht Preisschilder, die niemand beschriftet hat.
Zuerst die Mechanik, die dahintersteht. Bei festen Quoten setzt der Buchmacher die Quote fest und tritt als Gegner des Wettenden auf. Die Quote gilt ab Wettabschluss und lässt sich nachträglich nicht ändern. Bei variablen Quoten, dem Totalisator, setzen die Wettenden untereinander, und die Quote steht erst nach dem Ereignis fest. Der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 Prozent und erreicht bei Pferderennen etwa 85 Prozent. Die beiden Modelle teilen sich nur den Namen «Wette»: beim ersten kauft man einen Preis, beim zweiten beteiligt man sich an einem Topf, dessen Wert erst hinterher feststeht.
Aus einer Dezimalquote wird die implizite Wahrscheinlichkeit einfach: Sie ist der Kehrwert der Quote. Die Quote 1.01 entspricht 99.01 Prozent, die Quote 2.00 entspricht 50.00 Prozent, die Quote 4.00 entspricht 25.00 Prozent. Eine Quote von 3.00 steht also für eine Chance von einem Drittel. Diese Umrechnung ist das erste Werkzeug im Kasten, weil sie vergleichbar macht: nicht Quoten gegen Quoten, sondern implizite Wahrscheinlichkeiten gegen die eigene Einschätzung.
Die Ausschüttungsquote gibt an, welcher Anteil der Einsätze in Form von Gewinnen an die Spieler ausgeschüttet wird. Bei Sportwetten wird der Quotenschlüssel so errechnet, dass die Kehrwerte der Quoten aller möglichen Ausgänge addiert und 1 durch diese Summe geteilt wird. Bei den Quoten 1,25 / 5,00 / 10,00 ergibt das rund 90,91 Prozent. Die Buchmachermarge ist der Rest.
Zwei Ausgänge, viele Ausgänge: warum die Marge wandert
Die Anzahl der Ausgänge ist kein Nebenfeld, sondern die stärkste einzelne Erklärung für das Quotenniveau. Typisch sind bei Buchmacher-Quoten etwa 90 Prozent Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Tennis, und etwa 85 Prozent bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Fussball. Der Grund ist kein Geheimnis und keine Bosheit: Je mehr Ausgänge eine Wette hat, desto mehr Unsicherheit liegt in jedem einzelnen davon, und desto mehr Ausgleich verlangt der Buchmacher für die Fälle, in denen er selbst auf der falschen Seite steht.
Für den Wettenden bedeutet das eine einzige, harte Konsequenz: Wer zwei Ausgänge vergleicht, vergleicht nie denselben Preis wie bei drei. Ein «besserer» Fussball-Markt kann auf dem Papier attraktiv wirken, während der Tennis-Markt desselben Tages strukturell günstiger ist. Über hunderte Wetten wächst dieser Abstand zu einem Betrag, den man messen kann.
Was ein Zweiwegmarkt mit gleichen Quoten kostet
Der Blick auf einen sauberen Fall zeigt, was ein Preis enthalten kann — und was nicht. Zwei gleiche Quoten auf zwei Ausgänge sind der einfachste Test, den ein Wettender ohne Hilfsmittel durchführen kann.
Rechenbeispiel: Ein fiktiver Zweiwegmarkt mit der Quote 1.90 auf beiden Seiten. Das ist ein konstruiertes Beispiel, kein Angebot irgendeines Anbieters und kein heute abrufbarer Preis. Die Kehrwerte sind zweimal rund 0,5263, ihre Summe liegt bei rund 1,0526. Der Quotenschlüssel ergibt sich als 1 geteilt durch diese Summe — das Resultat liegt bei rund 95 statt 100. Auf den ersten Blick sieht die Quote also nach «fast fair» aus. Die Kehrprobe zeigt, dass der Buchmacher dennoch einen zweistelligen Anteil nimmt. Die exakte Bandbreite hängt an der Rundung der Anzeige: Fünf Prozent sind das grobe Mass, und ob die Marge bei einem konkreten Anbieter darüber oder darunter liegt, entscheidet über einen Betrag, der sich über ein Wettjahr aufsummiert. Auffällig ist auch, dass die Anzeige selbst Spielraum lässt — dieselbe Quote auf beiden Seiten zwei Nachkommastellen genau oder eine davon aufgerundet, und die Marge verschiebt sich bereits um Zehntelprozentpunkte. Wer den Abstand zwischen zwei Anbietern sekundengenau beurteilen will, rechnet deshalb nicht mit der Ziffer auf dem Wettschein, sondern mit ihrer Kehrzahl.
Für die Vergleichspraxis gibt das einen brauchbaren, aber unvollständigen Massstab. Der Vergleich am Vorabend eines Spiels ist eine Stichprobe, kein Urteil. Ein Tipp: Wer sich eine eigene Notiz führt, sollte möglichst dieselbe Partie zur selben Stunde bei beiden bewilligten Angeboten abrufen — die Margen schwanken zwischen Sportarten, zwischen Ligen und zwischen Vorabend und Live.
Feste Quoten, Kombinationen und die Grenzen des Vergleichs
Kombinationen verändern die Rechnung nicht, sie vervielfachen sie. Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote; bei Kombinationen wird der Einsatz mit der Gesamtquote multipliziert, dem Produkt der Einzelquoten. Die impliziten Wahrscheinlichkeiten der Einzellegs vervielfachen sich also zu einer sehr kleinen Zahl, während die Marge sich über alle Legs aufaddiert. Fünf Legs mit je rund fünf Prozent Abzug tragen in Summe einen deutlich grösseren Anteil des Einsatzes ab als eine Einzelwette. Das ist der Preis der grossen Zahl, und er ist mathematisch unvermeidlich.
Genau hier liegt ein Punkt, den die Werbung verschweigt. Ein Kombinationsangebot mit einer hohen Gesamtquote verkauft ein grosses Ergebnis, nicht einen guten Preis. Je länger die Kette, desto geringer die Chance auf den vollen Durchlauf — und der einzige Teil der Gleichung, den der Wettende in der Hand hat, ist weiterhin der Abzug pro Leg.
Die Psychologie der Quote
Die implizite Wahrscheinlichkeit wird von Wettenden systematisch unterschätzt, und zwar nicht bei den offensichtlichen Fällen. Ein Ausgang mit der Quote 1.05 liest sich als «fast sicher»; der Kehrwert sagt 95 Prozent. Fünf Prozent Verlustwahrscheinlichkeit bei einer Quote knapp über eins — die Rechnung ist dieselbe wie bei jeder anderen Wette, nur die Optik ist freundlicher. Wer die Kehrwerte im Kopf hat, sieht diese Optik nicht mehr.
Verlustlimiten, Spielsperre und der Preis der Bequemlichkeit
Der zweite Teil der Vergleichsfrage wird selten gestellt: Für wen ist ein besseres Quotenverhältnis ein wirklicher Vorteil? Ein besseres Quotenverhältnis ändert die Gewinnchance jeder einzelnen Wette nicht. Eine Quote von 1.90 bezahlt mehr, verändert aber nichts daran, dass eine verlorene Wette den Einsatz kostet. Wer den Vergleich nutzt, um höhere Einsätze zu rechtfertigen, nutzt das falsche Ende des Hebels.
Limiten setzen, bevor man vergleicht
In der Schweiz gibt es keine staatliche Einzahlungsobergrenze für Sportwetten. Limiten setzt der Wettende selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss jedoch einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen, Art. 87 VGS. Eine Senkung wirkt sofort. Eine Erhöhung wäre von Gesetzes wegen nach 24 Stunden möglich, Swisslos und Loterie Romande verlangen in ihren eigenen Bestimmungen jedoch 72 Stunden. Die Differenz zwischen Norm und Praxis ist hier eine gute Nachricht für den Wettenden: Die zusätzliche Wartezeit nimmt den Druck aus dem Impuls.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese Grenzen sind ein Kontrast zu dem, was eine Quote verspricht. Eine Quote von 2.10 auf einen Aussenseiter liest sich wie ein Argument für einen grösseren Einsatz — die Limite entscheidet, wie gross dieser Einsatz überhaupt werden kann.
Die Spielsperre und das Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Spielsperre ist in Art. 80 bis 82 BGS geregelt und erfasst überschuldete oder suchtgefährdete Personen ebenso wie die Selbstsperre. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, Art. 84 VGS, und ein Fachorgan wird dabei beteiligt, Art. 81 BGS. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden, Art. 89 VGS. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn, Art. 45 BGS. Das klingt hart, und es ist hart — es ist der Preis dafür, dass eine Sperre tatsächlich eine Sperre ist.
Man muss das nicht «Verantwortung» nennen, um es zu sehen. Die Sperre ist die einzige Schranke, die eine bessere Quote nicht untergräbt.
Identitätsprüfung und Auszahlung auf das eigene Konto
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das Ein-Konto-Prinzip steht in Art. 47 bis 52 VGS, ein Konto pro Person mit geprüfter Identität. Minderjährige werden online nicht zugelassen, Art. 72 BGS.
Bei den Zahlungen ist die Schweiz strenger als viele ausländische Seiten. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt, Art. 50 Abs. 2 VGS; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettangebot nicht. Kredite an Spielende sind verboten, Art. 75 Abs. 1 BGS. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Ein Werkzeug, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an unerlaubte Wettseiten blockieren, kennt die Schweiz nicht.
Der Nutzen dieser Regeln liegt auf der Hand und der Aufwand auch. Wer sein Sportwetten-Konto mit einem Ausweis eröffnet und Auszahlungen nur auf das eigene Konto erhält, kann nicht anonym verlieren — und nicht anonym gewinnen. Ein Umweg über ausländische Angebote verspricht Bequemlichkeit und liefert sie auch. Man bezahlt sie mit dem Schutz, den das eigene Konto gerade herstellt.
Fällt das Ergebnis trotzdem aus dem Rahmen, ist eine qualifizierte Beratung die richtige Adresse — eine kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung. Was in solchen Gesprächen hilft, ist Klarheit über die eigenen Zahlen; die Limiten im Spielerkonto sind eine gute Quelle dafür.
Wer seine Limiten kennt, hat eine Vergleichsrechnung mit anderem Ergebnis
Ein harter Test: Man stelle sich zwei Wettende mit demselben Budget vor, der eine mit einer selbstgesetzten Monatslimite von CHF 200, der andere ohne. Der erste wird beim Quotenvergleich sofort handlungsfähig — bei zwanzig Wetten zu CHF 10 macht eine Marge von fünf statt zehn Prozent den Unterschied von rund CHF 10 aus. Der zweite rechnet in Aussicht, nicht in Abzug. Derselbe Vergleich führt bei beiden zu einem anderen Betrag.
Vergleich der bewilligten Anbieter in der Schweiz
Bei zwei Anbietern ist eine Rangliste eine Frage der Reihenfolge, nicht der Meinung. Und die Reihenfolge hängt an Voraussetzungen, die kein Wettender beeinflussen kann.
| Kriterium | Swisslos Sporttip | Loterie Romande Jouez Sport |
|---|---|---|
| Schweizer Bewilligung | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa |
| Veranstalterin | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Kontaktadresse Lausanne |
| Vertragsgebiet | AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin und Fürstentum Liechtenstein | FR, GE, JU, NE, VD, VS |
| Mindesteinsatz | CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten | CHF 2 online, CHF 3 in Verkaufsstellen, CHF 2 für Multiples |
| Höchsteinsatz | CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 je Systemwette | CHF 500 je Einzel- oder Kombiwette, Wettschein mit Multiples höchstens CHF 7’500 |
| Höchstgewinn | — | CHF 300’000 je Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples |
| Mindestquote | — | Einzelwette oder Gesamtquote der Kombi mindestens 1.10 |
| Verlustlimiten | Pflicht vor erster Teilnahme: 1, 7 und 30 Tage, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000 | — |
| Cash-Out | Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, nur online, nur vollständig | — |
| Limitenänderung | Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern | — |
Die Zeilen mit dem Gedankenstrich sind kein Versehen und keine Lücke in der Tabelle. Sie markieren die eine Sache, die für die beiden Angebote nicht zusammen veröffentlicht wird: Jeder Veranstalter regelt seine eigenen Bedingungen, und was in einem Reglement steht, steht damit noch nicht in dem anderen. Wer in der Westschweiz wohnt und Cash-Out nutzen will, prüft deshalb das Reglement von Jouez Sport selbst, statt aus dieser Gegenüberstellung einen Schluss zu ziehen.
Was die Tabelle zeigt, ist eine Asymmetrie. Bei Sporttip sind die Verlustlimiten ausformuliert, und sie sind streng — Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, Erhöhung erst nach 72 Stunden. Bei den Einsätzen ist der Schweizer Rahmen dagegen eng: CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette bei Sporttip, CHF 500 bei Jouez Sport. Wer über einen grösseren Betrag nachdenkt, stösst bei beiden an eine Wand, bevor die Quote überhaupt eine Rolle spielt.
Der Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen ist die deutlichste einzelne Zahl dieses Vergleichs — und die am wenigsten entscheidungsrelevante für fast jeden Wettenden. Ein Multiples umfasst bei Jouez Sport 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Obergrenze der Quote ist selbst ein Hinweis darauf, wie unrealistisch lange Ketten sind.
Und dann ist da noch der praktische Punkt, den keine Tabelle einfängt. Ein Wettender in Basel kann Jouez Sport nicht nutzen. Ein Wettender in Lausanne kann Sporttip nicht nutzen. Die Rangfolge dieser Seite hat damit für jeden Leser genau eine anwendbare Zeile, und die andere ist Kontext.
Die Reihenfolge in diesem Vergleich ist deswegen keine Bewertung. Beide Anbieter stehen unter derselben Bewilligung, derselben Aufsicht und denselben Regeln für Limiten, Sperre und Auszahlung. Der Unterschied liegt in Sporttip, dessen Bedingungen detailliert veröffentlicht sind und dessen Cash-Out und Kombiboost konkret beschrieben werden, gegenüber Jouez Sport, dessen Reglement in seiner 17. Ausgabe von September 2024 vorliegt. Für die allermeisten Schweizer Wettenden ist die Wahl ohnehin keine Wahl, und wer in einem Grenzfall die eine Zeile durch die andere ersetzen will, wird an der Wohnsitzregel scheitern. Diejenigen, die tatsächlich wählen könnten, sind Menschen, die zwischen zwei Vertragsgebieten pendeln — und auch für sie bleibt das Konto an einen registrierten Wohnsitz gebunden.
Als Einstiegspunkt bleiben zwei Dinge nützlich. Sporttip hat die dichtere Dokumentation und die klar ausformulierten Limiten. Jouez Sport hat die höhere Mindestquote-Grenze und das tiefere Zeitfenster beim Reglement. Beides hilft einem Wettenden nicht dabei, ein Spiel zu gewinnen. Beides hilft dabei, vorher zu wissen, was man unterschreibt.
Einordnung: Quoten sind keine Versprechen
Was macht man nun mit einer Quote? Man nimmt sie auseinander, bevor man sie annimmt. Die Reihenfolge ist immer dieselbe und dauert keine Minute.
Aus einer Dezimalquote wird die implizite Wahrscheinlichkeit als Kehrwert. 1.01 entspricht 99.01 Prozent, 2.00 entspricht 50.00 Prozent, 4.00 entspricht 25.00 Prozent. Addiert man die Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes und teilt 1 durch diese Summe, erhält man den Quotenschlüssel — bei den Quoten 1,25 / 5,00 / 10,00 rund 90,91 Prozent. Die Marge ist der Rest bis 100. Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 Prozent ergeben; der Überschuss heisst Overround und ist der Gewinn des Buchmachers bei ausgeglichenem Buch. Nichts an dieser Rechnung ist verdächtig, und nichts daran ist ein Fehler. Es ist der Preis des Geschäfts, und er ist bei festen Quoten einer Person zuzuordnen — beim Totalisator dagegen wandert der Anteil typischerweise noch von den Wettenden zu den Veranstaltern.
Diese Unterscheidung ist praktisch nützlicher, als sie klingt. Der Overround wird in der Werbung gern als «Nullsummenspiel mit Auszahlung» umschrieben; die impliziten Wahrscheinlichkeiten streichen die Formulierung. Eine Quote von 1.95 auf beiden Seiten einer Zweiwegwette ergibt einen Quotenschlüssel von etwa 97,5 Prozent und eine Buchmachermarge von etwa 2,5 Prozent. Bei der Quote 1.80 auf beiden Seiten beträgt die Marge etwa 10 Prozent. Beide Anbieter könnten «hohe Quoten» schreiben — nur einer davon nimmt den grösseren Anteil. Und der zweite Punkt: dasselbe Zahlenpaar 1.90 auf beiden Seiten eines fiktiven Zweiwegmarktes macht rund fünf Prozent Marge, aber diese Zahl ist ein Rechenweg, kein Tarif — zwischen Anbietern, Sportarten und Märkten schwankt sie, und bei Live-Quoten ist sie erfahrungsgemäss am höchsten, weil der Buchmacher in kürzeren Zeitfenstern kalkulieren muss.
Der Overround ist kein Skandal. Er ist eine Gebühr, und Gebühren sind bei Anbietern unterschiedlich. Der Irrtum beginnt dort, wo eine Quote wie eine Vorhersage behandelt wird. 2.50 bedeutet nicht «gute Chance». Es bedeutet: Der Buchmacher schätzt diesen Ausgang auf ungefähr vierzig Prozent (ohne Marge), und er verlangt für das Risiko diesen Preis.
Wer das einmal verinnerlicht hat, liest jede Wettleiste anders. Er sieht nicht mehr «Tipps», sondern Preise. Er sieht, dass die Marge bei einem Markt mit 2 Ausgängen typischerweise bei rund 10 Prozent liegt und damit kleiner ist als bei einem Markt mit 3 Ausgängen, wo sie um 15 Prozent liegt. Er sieht, dass ein Kombinationsangebot mit vier Voraussagen nicht gut ist, sondern für den Buchmacher. Das ist die eigentliche Einordnung, um die es auf dieser Seite geht: nicht welcher Anbieter heute eine bessere Quote auf ein bestimmtes Spiel schreibt — das ändert sich innerhalb von Stunden —, sondern welcher Preis in dieser Quote steckt.
Die Anbieter im Vergleich
Bei den nachfolgenden Anbietern gilt eine klare Rechtslage: Nur Swisslos und Loterie Romande sind für Sportwetten in der Schweiz zugelassen. Alle weiteren Plattformen verfügen über keine schweizerische Erlaubnis und haben keinen Zugang zum hiesigen Sperrregister. Die folgende Beschreibung ist sachlich und dient nicht der Werbung; diese ist für unbewilligte Angebote gemäss Art. 74 und Art. 131 BGS streng untersagt.
Für beide Gruppen gilt dasselbe Bewertungsschema. Ein ausländischer Anbieter kann unter diesen Massstab eine schöne Oberfläche bieten.
1. Swisslos Sporttip — dokumentiert bis zur letzten Limite
Swisslos Sporttip ist einer der beiden Veranstalter, die die interkantonale Regelung zulässt, und einer der wenigen Anbieter auf dem Schweizer Markt, dessen Bedingungen sich ohne Rätselraten lesen lassen. Der Sitz liegt in Basel, die Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft; Bewilligungen nach BGS, Aufsicht durch die Gespa. Der Spielername steht in den Regeln: Sporttip, Version 4.2 der Spielregeln und Teilnahmebedingungen.
Das Wichtigste beim Quotenvergleich lässt sich bei diesem Anbieter am klarsten prüfen, weil er es klar regelt. Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten; das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese Rundung ist der einzige Punkt, an dem Swisslos die eigene Rechnung zu Lasten des Wettenden korrigiert — aber sie steht in den Regeln und ist damit nachprüfbar, statt im Kleingedruckten zu verschwinden. Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz CHF 1’000; für eine Systemwette sind es CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Beim Cash-Out ist der Anbieter zurückhaltend und beschreibt es selbst so: verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Das ist eine ehrliche Beschreibung eines Werkzeugs, das viele Konkurrenten als Selbstverständlichkeit hinstellen. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Auch das ist unangenehm zu lesen und sauber aufgeschrieben.
Bei den Boni ist Sporttip zurückhaltend. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost mitnimmt und dann aussteigt, verliert ihn. Das ist eine Bedingung, die man kennen sollte, bevor man den Ausstieg für eine kluge Entscheidung hält.
Was passiert, wenn ein Ereignis nicht stattfindet, regelt ebenfalls das Reglement. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei voneinander abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung ist die Bet-Builder-Funktion der vorgesehene Weg; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Satz ist unbequem. Er zeigt aber, wie sorgfältig Kombinationen abhängiger Märkte behandelt werden — ein Bereich, in dem viele Anbieter schweigen.
Bemerkenswert ist die Bandbreite der Dokumentation. Von der Rundung auf 5 Rappen bis zur Quote 1.00 in spielentscheidenden Situationen steht alles in einem Reglement, das sich finden lässt. Bei einem Anbieter, dessen Quoten staatlich mitgetragen werden, ist das die richtige Haltung. Der Eindruck: hierarchisch, korrekt, nicht sonderlich schnell.
Urteil: Was die Verlässlichkeit der veröffentlichten Bedingungen angeht, liegt Sporttip in diesem Feld vorn — nicht weil die Regeln günstiger wären als anderswo, sondern weil sie vollständig dastehen. Die Kombiboost-Stufen und die Quote-1.00-Klausel sind die zwei Stellen, die man vor der ersten Wette gelesen haben sollte.
2. Loterie Romande Jouez Sport — Grenzen statt Versprechen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; die Organisation zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer die Zahlen liest, versteht das Produkt: ein flächig aufgestelltes Netzwerk, das online mit einem Konto für Einwohner der sechs Kantone weiterläuft.
Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Diese Zahlen lesen sich nicht wie Marketing, sondern wie Leitplanken. Die Mindestquote von 1.10 schliesst den Extremfall aus, in dem jemand auf ein fast sicheres Ereignis setzt und bei einem Ausrutscher den grössten Teil des Einsatzes verliert; die Obergrenze von 100’000 bei der Quote verhindert die theoretische Monster-Kombi. Beides sind Schutzmechanismen, keine Bequemlichkeiten — und beide kosten dem Wettenden nichts, der ohnehin mit normalen Quoten arbeitet. Die Mindesteinsätze von CHF 2 online und CHF 3 am Schalter sind der Preiseinstieg, der zugleich die Hürde für impulsive Kleinstwetten höher legt als bei manchem Konkurrenten.
Was das Reglement nicht überall regelt, ist der Anteil, den es regelt. Die 17. Ausgabe von September 2024 deckt die genannten Grenzen ab; wer Cash-Out nutzen will, schlägt die entsprechende Bestimmung selbst nach, statt sie zu vermuten. Für einen Wettenden in Genf oder Lausanne ist das die einzige verfügbare Alternative zu einem gar nicht zugänglichen Deutschschweizer Angebot — die Wahl besteht also nicht zwischen zwei gleichwertigen Optionen, sondern zwischen einer und keiner.
Die Westschweizer Struktur ist kein Nebenaspekt des Produkts, sondern seine Erklärung. 2’350 Verkaufsstellen bedeuten, dass ein erheblicher Teil der Wette weiterhin am Schalter abgegeben wird, mit dem Minimum von CHF 3 und einem Wettschein in der Hand. Das ist langsamer und weniger flexibel als eine App. Es ist auch der Grund, warum eine Live-Strategie hier gar nicht erst entsteht.
Urteil: Die Obergrenze bei der Quote und die Mindestquote von 1.10 sind die strengsten Zahlen dieses Vergleichs, und sie kommen einem Wettenden zugute, der diszipliniert arbeitet. Wer Live-Wetten im Sekundentakt will, stösst an die Grenzen des Kanals.
3. AmunRa — ohne Schweizer Bewilligung
AmunRa ist ein ausländischer Betreiber ohne Erlaubnis nach Geldspielgesetz. Da in der Schweiz ausschliesslich Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten dürfen, entfalten fremde Bewilligungen hier keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht Teil des Schweizer Systems, es gibt keinen inländischen Rechtsweg, und die Webseiten können durch Sperrmassnahmen der Gespa eingeschränkt werden. Das ist die verbindliche Einordnung.
Was das für einen Wettenden bedeutet: Ein Streitfall lässt sich nicht vor einer Schweizer Stelle austragen. Eine Spielsperre, die hier eingetragen ist, gilt dort nicht. Das Geld folgt einem anderen Rechtsrahmen, als das Konto suggeriert.
Urteil: Ohne Schweizer Bewilligung bleibt jeder Vergleich mit diesem Anbieter ein Vergleich mit einem Rechtsrahmen, den die Schweiz nicht anerkennt. Wer Schweizer Schutz sucht, findet ihn hier nicht.
4. Boomerang Bet — ohne Schweizer Bewilligung
Boomerang Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Genehmigung im Schweizer Markt. Da gemäss Art. 4 BGS ausschliesslich Swisslos und Loterie Romande zugelassen sind, ist eine fremde Lizenz wirkungslos. Das Angebot ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es fehlt ein Rechtsweg im Inland, und die Adresse kann behördlich gesperrt werden.
Der Name verspricht eine Rückkehr. Die Mechanik dahinter ist nicht Teil dessen, was die Schweiz bewertet — und die Bewilligungslage ist es sehr wohl.
Urteil: Kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Rechtsweg. Die Bewertung endet dort, wo die anerkannten Grundlagen enden.
5. Wettigo — ohne Schweizer Bewilligung
Wettigo ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. 4 BGS.
Der deutsche Name macht das Angebot für ein hiesiges Publikum anschlussfähig. An der Bewilligungslage ändert das nichts.
Urteil: Für Wettende, die eine deutsche Oberfläche einem Schweizer Reglement vorziehen, ist das eine Abwägung — nur keine, bei der die Schweiz auf der anderen Seite steht.
6. Rainbet — ohne Schweizer Bewilligung
Rainbet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. 4 BGS.
Wer eine solche Seite heute öffnet, weiss nicht, ob sie in einem Jahr dieselbe Adresse hat. Das ist Domain-Hopping, und es ist Teil des Modells.
Urteil: Die Bewilligungslage ist der einzige belastbare Vergleichspunkt — und sie fällt gegen den Anbieter aus.
7. BassBet — ohne Schweizer Bewilligung
BassBet verfügt über keine schweizerische Erlaubnis für Sportwetten. Da der Markt gemäss BGS auf Swisslos und Loterie Romande begrenzt ist, sind ausländische Papiere hier nicht gültig. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keinen Rechtsweg im Inland und das Angebot kann durch die Gespa gesperrt werden.
Die Sperrliste der Gespa umfasste Ende 2025 671 Domains, und die Namen wechseln schneller, als eine Liste nachkommt.
Urteil: Kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Damit fehlt die Grundlage, auf der ein Vergleich überhaupt stattfinden könnte.
8. Pribet — ohne Schweizer Bewilligung
Pribet ist ein ausländischer Betreiber, der über keine Zulassung für die Schweiz verfügt. Da ausschliesslich Swisslos und Loterie Romande Sportwetten offerieren dürfen, sind ausländische Nachweise wirkungslos (Art. 4 BGS). Ein Zugang zum Schweizer Sperrregister fehlt, ebenso ein Rechtsweg, und die Internetseite unterliegt den Blockierungsmöglichkeiten der Gespa.
Bei einem Anbieter ausserhalb des Schweizer Rahmens ist die Marge nur eine von mehreren Unbekannten.
Urteil: Wer hier vergleicht, vergleicht ein Preisschild ohne die Rechte, die den Preis erst bewertbar machen.
9. Coolzino — ohne Schweizer Bewilligung
Coolzino ist ein ausländischer Betreiber ohne hiesige Bewilligung. Aufgrund der gesetzlichen Begrenzung auf Swisslos und Loterie Romande haben ausländische Lizenzen hier keine Wirkung. Das Unternehmen ist nicht Teil des Schweizer Sperrregisters, ein Rechtsweg fehlt, und die Internetpräsenz kann durch die Gespa blockiert werden.
Der Name legt eine Casino-Nähe nahe. Für den Wettenden ist das kein Nebenaspekt, sondern eine Frage des Produkts.
Urteil: Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bleibt ausserhalb des Rahmens, in dem Limiten, Sperre und Auszahlung geregelt sind.
10. HighFlyBet — ohne Schweizer Bewilligung
HighFlyBet bietet Sportwetten ohne schweizerische Erlaubnis an. Da der Markt per Gesetz (BGS) Swisslos und Loterie Romande vorbehalten ist, sind ausländische Bewilligungen nicht relevant. Es existiert weder ein Anschluss an das Schweizer Sperrregister noch ein Rechtsweg, und das Angebot kann jederzeit behördlich gesperrt werden.
Der von der Gespa genannte Blockierungsmechanismus ist DNS-basiert; eine Liste, die Ende 2025 671 Einträge zählte, wächst und wechselt.
Urteil: Was fehlt, ist kein Detail der Oberfläche, sondern die Bewilligung. Daran ändert kein Bonus dieser Welt etwas.
Häufige Fragen zum Quotenvergleich
Wie lässt sich die Marge aus den Quoten eines Spiels berechnen?
Man addiert die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes und teilt 1 durch die Summe; das Ergebnis ist der Quotenschlüssel, und die Marge ist der Rest bis 100 Prozent. Bei den Quoten 1,25 / 5,00 / 10,00 ergibt das rund 90,91 Prozent Ausschüttung und damit eine Marge von etwa 9,1 Prozent.
Unterscheiden sich die Quoten von Sporttip und Jouez Sport für dasselbe Spiel?
Das lässt sich nicht vergleichen, weil sich die Angebote nicht überschneiden: Sporttip läuft im Swisslos-Vertragsgebiet, Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen, und ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Gebiet voraus. Selbst bei identischem Sportangebot wären es zwei getrennte Märkte mit eigenen Limiten.
Was ist der Overround, und was sagt er über den Gewinn des Buchmachers aus?
Der Overround ist der Überschuss, der entsteht, weil Buchmacher die Quoten so kalkulieren, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 Prozent ergeben. Bei ausgeglichenem Buch, wenn also auf beide Seiten gleich viel gesetzt wurde, ist dieser Überschuss der Gewinn des Buchmachers.
Wie wird aus einer Dezimalquote die implizite Wahrscheinlichkeit?
Die implizite Wahrscheinlichkeit ist der Kehrwert der Quote. Die Quote 1.01 entspricht 99.01 Prozent, 2.00 entspricht 50.00 Prozent, 4.00 entspricht 25.00 Prozent. Diese Umrechnung macht Quoten aus verschiedenen Märkten und Sportarten überhaupt erst vergleichbar; die Differenz zur eigenen Einschätzung bleibt die eigentliche Frage.
Warum liegt die Ausschüttung bei Wetten mit zwei Ausgängen höher als bei Wetten mit drei?
Mit jedem zusätzlichen Ausgang wächst die Unsicherheit, die der Buchmacher in jedem einzelnen Ausgang abdecken muss. Typisch sind deshalb etwa 90 Prozent Ausschüttung bei zwei möglichen Ausgängen, etwa Tennis, und etwa 85 Prozent bei drei möglichen Ausgängen, etwa Fussball. Ein Vergleich muss dieselbe Anzahl Ausgänge gegenüberstellen.
Lohnt der Vergleich mit ausländischen Seiten, obwohl diese keinen Schweizer Schutz bieten?
Ein Vergleich der Quoten mit ausländischen Seiten ist möglich, kostet aber mehr als den Einsatz. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, keinen Zugang zum Sperrregister, und Domains können kurzfristig per DNS blockiert werden. Winnings from foreign providers are taxable under cantonal law depending on the canton. Wer den Schweizer Schutz will, kann ihn nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern bekommen.
Wie viele Quotenvergleiche gibt es in der Schweiz überhaupt?
Zwei. Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport sind die einzigen Veranstalter, die die Kantone zulassen; eine weitere bewilligte Liste existiert nicht. Jede andere Seite ist ohne Schweizer Bewilligung, und wer dort vergleicht, vergleicht Preise unter einem Rechtsrahmen, der hier nicht gilt.
Quoten – dartstippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «dartstippsch.com»
